Ein explizit als "Spaß" bezeichneter Satz im Kommentar gestern vom wortewebenden Wiener hat mich im Nachgang doch einigermaßen beschäftigt: "Vielleicht befinden wir uns ja auch auf einem "intergalaktischen
Strafplaneten"?. Am äußersten Rande des "intelligenten Universums" ...
Er fuchste mich an, dieser als Spaß gekennzeichnete Satz - rein subjektiv.
Denn: Tatsächlich gibt es solche Zirkel, die meinen, es kämen in Kürze irgendwelche intelligenten Außerirdischen, die den Planeten retten und/oder denen, die artig waren, eine Mitfahrgelegenheit offerieren - auf einen besseren Planeten. Auf einer Seite mit Video-Gesprächen, die ich mir ansonsten auch mal sehr gerne anhöre, weil manche Beiträge durchaus gehaltvoll sind - gibt es einen neuen Beitrag, der da lautet "Gibt es einen Aufstieg?" Hörte mir das nicht an.
Das alles - gehört für mich in die Geschichte "Ich bin klein, mein Herz ist rein - und Rettung wird von Außen kommen."
Zwar kommt ja manchmal auch eine Art Rettung im Außen, indem sich plötzlich und unverhofft die Lebensumstände via Zu-Fall verändern - aber meiner Erfahrung nach geschieht das meist hier auf diesem Planeten. Es gibt auch zweifelsohne interessante und/oder erstaunliche Zustände und Erfahrungen, die der Geist machen kann und bei denen sich die ansonsten vorherrschende Realität erstaunlich verändern oder gar auflösen kann - aber bisher war sowas bei mir nie von Dauer und die anschließende Landung erfolgte wiederum auf diesem Planeten. Wenn ich wüßte, wie man diesem entfliehen kann und wohin - ich würde es mir sicher nochmal überlegen. Aber bisher habe ich noch keinen Ausweg gefunden, es sieht doch sehr danach aus, als müßte ich das Leben weiterhin hier verbringen.
Und ist dieser Planet nicht im Grunde wunderschön? Nur der Mensch sorgt befleißigt dafür, daß er seine ursprüngliche Schönheit und einst unendliche Vielfalt immer mehr verliert.
An einen Aufstieg - kann ich nach einigen Jahren auf den Straßen der Kolonie wirklich nicht mehr glauben. Das bräuchte ja einen entscheidenen Bewußtseinswandel, in eine ganz andere Richtung, in eine völlig neue Ausrichtung von Wertschätzung und Miteinander - statt Mißachtung, Kampf, Ignoranz etc. pp. - und ich kann keine echten Vorzeichen dafür vernehmen. Die Handvoll Bemühter, die sicher ihr Bestes gibt, um Visionen zu transportieren, ist derzeit wohl zu gering, um den Hundert-Affen-Effekt aktuell auslösen zu können.
Daher bleibt nach meinem jetzigen Kenntnisstand - und der ist äußerst dürftig, wie mir heute wieder schmerzlich klar wurde - nur, bei sich selbst nachzuschauen und aufzuräumen mit allzu viel dummen und kranken Ideen, die nun einmal für die Gestaltung der Menschenwelt und damit natürlich auf den gesamten Planeten wirken.
Abhauen - wohin? Ins gemachte Nest? Das nehmen wir mit unserer Grundhaltung auch nur wieder auseinander.
Was mich aber besonders fuchste, war das Wort "Strafplanet", denn es rief meinen tiefen Zorn gegen allzu viele destruktive christliche und andere religiöse und ethische Moralvorstellungen hervor. Strafe - Schuld - Sünde - Sühne und das ganze Zeugs, welches die Geister vernebelt und vergiftet. Auch meinen - obwohl ich nicht zu denen gehörte, die übermäßig indoktriniert worden wären - dennoch werden all diese Konzepte innerhalb der Gesellschaft, in der man sich nun einmal befindet, irgendwie tief eingeimpft und über Äonen völlig unreflektiert weitergegeben. Es braucht Zeit und Geduld - sich immer wieder von all diesen Ideen, besonders der eines "strafenden Gottes" freizumachen. Jeden Tag.
Übrigens - reicht der Arm dieses rachsüchtigen und eifersüchtigen Gottes, an den die Menschen zutiefst glauben - auch über den Planeten Erde hinaus - er ist ja schließlich "allmächtig".
"Mein Gott" - was für atavistsiche und grausame Vorstellungen doch immer noch - zutiefst ernstgenommen, obwohl in dieser aufgeklärten Zeit vordergründig von vielen abgelehnt - in unser aller Hirnen und Herzen kursieren.
Kinderdenken halt. Bis ins hohe Erwachsenenalter. Wie gesagt - ich bin nicht frei von all dem Müll, auch nicht nach Jahren - aber ich bleibe dran. Sortiere. Hier und jetzt - auf dem blauen Planeten.
Mein Ticket für den Aufstieg verschenkte ich bereits gestern - und auch meinen Platz im rettenden Raumschiff gebe ich gerne frei.
Was ich hier nicht (er-)schaffe - schaffe ich woanders auch nicht.
Zur "Rettung" fällt mir noch ein - vielleicht gibt es gar keine - und braucht es auch gar keine.
Und schon - meldet sich der Schnitter wieder mit einem heiseren Lachen ... nein, natürlich gibt es keine Rettung. Einmal hier gelandet via Geburt - ist der Tod auch miteingekauft. Was dazwischen geschieht - ist ein Geschenk, ist geschenkt. Umtausch ist leider ausgeschlossen bei dieser Lieferung.
Die einzige Form von Rettung, auf die ich immer mal wieder stoße, ist es, mit der Angst vorm unausweichlichen Tod klarzukommen, so gut es geht. Und jede Angst - ist im Grunde nur diese (besonders anschaulich wird das natürlich bei "Existenzängsten") bzw. kann auf diese heruntergebrochen werden. Ist jedenfalls mein subjektiver Eindruck.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen