Sonntag, 14. Oktober 2012

Ich will gar nichts "Neues" ....

.... ich will das Alte, Bewährte. Angefangen von archaischen Rhythmen und Klängen, die uns tatsächlich in der Tiefe berühren - bis über uralte Heilkünste und Wissenschaften, die ein Mensch lebenslang ergründen kann und die ihrerseits ineinander verwoben sind.. All das "bewährte Alte" - welches von "modernen, aufgeklärten Menschen" zugemüllt, verschüttet wurde. Aber es ist ja noch hier. Und aus diesem "Alten" - gepaart mit moderat eingesetzter, sinnvoller Technik - ließe sich schon jetzt eine feine Welt gestalten.  

Hier stehen noch ein paar gefüllte Schatzkisten, die ich für einige Jahre geschlossen hatte, nachdem ich zuvor vergeblich versucht hatte, den Inhalt in eine gewisse Form zu bringen. Halbherzig. Halbherzig, weil es darum ging - mich zu verkaufen. Ich will mich aber gar nicht verkaufen, sondern behalten.
Jetzt mache ich mal die Kisten wieder auf - die schon lange bereit stehen. Es braucht nichts Neues, nur einen neuen Anfang. Und es braucht auch nicht zahllose und neue Karrotten - sondern vielmehr eine Beschränkung auf Weniges, welches sich von selbst erweitert.  Und welches schon lange ruft. Lauter geht´s kaum. Der alte, einstige Ansatz - bleibt goldrichtig: Ich lerne einfach für mich - weiter.
Der rationale Ansatz - wie kann ich am besten damit Geld verdienen? - darf ruhen. Meine Erfahrung: Wenn das Leben möchte, daß Interessenten kommen - so schickt es diese vorbei. So geschah es auch noch ein paar Mal in den vergangenen Jahren - aber es ging daneben - war halbherzig und lehrreich.
Ich bleibe also unverbesserlich - indem ich einfach vertraue, daß die Dinge gegebenfalls an ihren Platz fallen, wenn sie es sollen. Es gibt eine Menge Menschen - bei denen genau dies geschieht - obwohl es völlig irrational erscheint. Andere - rühren Werbetrommeln aller Art - und die Resonanz bleibt aus. Ob etwas erfolgt - hat für mich also wenig  damit zu tun, ob man sich auch gut verkauft und ob es auch einen Markt gibt - sondern mit dem, was geschehen soll - oder auch nicht.
Das Einzige, was wirklich zu tun ist - ist die eigene Passion zu pflegen und dieser Raum zu geben. Wie das geht, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. In den Zeiten, wo das Leben mir die nötigen Geldmittel schenkte (ohne mein Dazutun oder einen eigenen "Verdienst" - sondern, weil es sein sollte) - habe ich gerne sieben oder acht Stunden am Tag geübt auf den Instrumenten - wenn ich es gerade nicht tat, memorierte ich Rhythmen oder war einfach mit den Händen in Bewegung, und des Nachts habe ich davon geträumt. Was andere Passionen betrifft - so ging ich es ähnlich an - ließ mich ergreifen und stürzte mich hinein. Alles, was ich so anging, ist immer noch bei mir. Manchmal habe ich das Eine für eine Weile beiseite gelegt und mich auf das Andere konzentriert - aber immer, wenn etwas will, meldet es sich wieder, auch jetzt noch. Der Fehler, den ich begangen habe, war, allzu lange zu denken "Ach - das bringt doch alles nichts." Überhaupt daran zu denken - daß es etwas "bringen soll".  Das ist, wie wenn ein Geschenk zu Dir kommt, mit dem Du nie gerechnet hättest - und Du es an sich nicht wertschätzt, sondern immer noch mehr geschenkt haben willst. Vielleicht gehört das zur Krise und zum Älterwerden: Mal wieder gut hinschauen, was alles ist - und erkennen, wie wertvoll das ist. Daran hat´s mir gefehlt. Und am "Weniger ist mehr".
Las eben bei Lily drüben erfreut und beglückt vom einzig wahren Tempel: ".... der Wald die Kirche, die Musik das Gebet, das Lesen die Andacht…" Alles Andere - scheint mir eher eine Art hektische, rasende Kirmesbude zu sein.

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