Montag, 21. Juli 2008

Das Haus ist noch unstofflich

Nanu, noch keine Angebote für mein Haus mit Garten? Komisch komisch ... dann eben in der Zwischenzeit noch ein schönes Gedicht aus mir unbekannter Quelle - irgendwas Yogisches wohl:

"Dreißig Speichen treffen die Nabe,
aber das Leere zwischen ihnen
bewirkt das Wesen des Rades.
Aus Ton entstehen Töpfe,
aber das Leere in ihm
erwirkt das Wesen des Topfes.
Mauern mit Fenstern und Türen bilden das Haus,
aber die Leere zwischen ihnen
erwirkt das Wesen des Hauses.
Das Stoffliche birgt die Nutzbarkeit,
das Unstoffliche wirkt Wesenheit."

Sonntag, 20. Juli 2008

Häuser und Stöckchen

Falls jemand von Euch ein lichtdurchflutetes, freundliches Haus mit Garten und Arbeitsräumen (für Musik, Heilung und Gewerkel) im Grünen zu vermieten hat zu einem angemessenen Preis - laßt es mich wissen, ich suche gerade eines. Da ich nicht recht weiß, wo, bin ich ziemlich flexibel, sofern es Deutschland betrifft. Mailadresse steht oben rechts. Danke schon mal vorab!

Ein Hund kam übrigens kürzlich mit einem der geworfenen Stöckchen nochmal zurückgetrabt und erinnerte mich daran, daß ich sehr gerne noch nach Hawaii möchte. Guter Hund! Wuff.

Heile heile Gänschen .... ich mache mal die Haustür wieder auf

Die Kommentarfunktion hatte ich vorläufig geschlossen, als meine Mutter vor ein paar Wochen gestorben war. Da habe ich gelernt, daß ich nicht offen sein muß für alle Menschen, besonders nicht für solche, die auch in solchen Situationen nichts merken und immer das letzte Wort behalten wollen - die zu allem und jedem was anmerken, obwohl sie im Grunde von nichts eine wirkliche Ahnung oder echte Erfahrung haben ... genau gesagt hat es sich um eine einzige Person gehandelt, und es war in dem Moment gut für mich, solcher Endlos-Nervensäge meine virtuelle Haustür zu verschließen so wie ich im richtigen Leben das Gleiche tue, wenn es erforderlich ist - und die verletzlich-heilige und immerhin recht seltene Begegnung mit dem Tod entsprechend in Stille zu würdigen. Die wenigen kostbaren Stunden im Leben, in denen die Tür zur anderen Dimension so weit offen steht und die Liebe in alledem so offensichtlich spürbar ist. Das Wissen, das Tod und Geburt eins sind und das die Seele, die den Körper verlassen hat, unverletzt und frei ist.

Dieses verbal-aufgeblähte "Nicht-Aufhören- und-immer-weiter-bohren" erinnerte mich auch an eine Lektion des Lebens für mich in Gestalt eines "Ex" vor vielen Jahren, der mir eben diese endlosen Verbalattacken während eines Streits zum Vorwurf machte und mich dafür fast körperlich umgebracht hat in einem Anfall von Verzweiflung und Hilflosigkeit seinerseits ob seiner eigenen Sprachlosigkeit bzw. -unfähigkeit. Diese häßliche Erfahrung hat mich damals gelehrt, daß es gut ist, auch mal die Klappe zu halten - auch, wenn man sich selbst für besonders klug und für einen Verbalakrobaten hält.

Witzigerweise haben sich gleich mehrere virtuelle Nachbarinnen von der Ausladung angesprochen gefühlt und mich von den Linklisten gestrichen ... Sehr interessant und wie im richtigen Leben sozusagen.

Jetzt mache ich mal wieder ein Stück auf - schließlich ist es irgendwie verdreht, wegen einem sich ewig kieferkrampfenden Klugscheißer die Tür für alle Menschen zu schließen.
Genauso verdreht, wie wenn früher in der Schule die Schnellmerker immer warten mußten, bis auch die Langsamen was kapiert haben.
Ich werde mal testen, wie es sich anfühlt. Ganz frisch und neu sozusagen. Seither bzw. etwa seit zwei Wochen habe ich übrigens keine Spams mehr bekommen, die haben sich von selbst ausgespamt - das hat sich echt gelohnt!

Freitag, 18. Juli 2008

Free Hug - nährende Umarmung

Hier eine Website zu Free-Hug auf Wikipedia
und hier der Original-Clip mit Juan Mann beim Umarmen von vermeintlich Fremden auf der Straße.
Ein Mensch, der das Bedürfnis und den Mut hatte, jedem fremden Menschen auf der Straße eine Gratis-Umarmung zu offerieren -
Wundervoll!
Bei sowas heule ich - vor Freude. Das ist Strassen-Satsang pur. Zusammensein in Wahrheit. In der Liebe nämlich. Die Masken der Trennung fallen in der Umarmung, für einen Moment.

Das Umarmen ist inzwischen von offizieller Seite verboten worden - aus "Haftungsgründen" heißt es offiziell (was für ein gigantischer Witz!). Und schon immer war es so, weil Liebe alle Konzepte sprengt und die größte Gefahr für alle Machthabenden auf dieser Erde ist. Die Liebe ist es, die diesen Menschen und allen anderen, die an deren Konzepte glauben, die größte Angst bereitet.
Kein Wunder, reißt sie doch einfach alles ein, was sich ihr entgegenstellt.

Stöckchenwerfen ...

Stöckchen werfen? Ich bin doch kein Hund .... dennoch herzlichen Dank für die gute Absicht, liebe Sylke. Die fünf gestellten Fragen finde ich dennoch insofern sehr interessant, als ich für mich feststelle, daß ich in solcher Form gar keine Antworten mehr habe.

Wo ich noch hinwill, bevor der Schnitter kommt?
Ich will noch nach Venedig und nach Korfu. Vielleicht nach Bahia und nach Galapagos. Die ganz klar wichtigste Reise ist die zu mir selbst, nicht endend, sehr intim und immer intensiver werdend. Wo immer diese mich hinführt, ich bewege mich ohnehin nicht dabei. Reisen und Welten tauchen einfach aus dem Nichts auf. Nächste Woche bin ich in der Schweiz und freue mich auf die Weite der Gipfel.


Welche Filme ich sehen und welche Bücher ich lesen will?
Filme interessieren mich selten, aber ich entspanne mich gerne bei gepflegtem Romantikkitsch, welcher mich laut zum Lachen bringt und mir eine meiner schlimmsten Programmierungen (Traumprinz und so, ihr wißt schon, ihr seid auch so programmiert ...) aufzeigt. Filme, in denen interessante und kluge Menschen über das richtige Leben sprechen und über ihre Art der Erforschung des Mysteriums, sehe ich mir gerne im Netz an.
Ich habe ein bis zwei Regale voll mit un- oder teilgelesenen Büchern zuhause, die noch auf mich warten, ohne Brot zu fressen. Alles gelabelt unter "Esoterik" oder "Alternative Heilweisen" - was keinerlei Aussagekraft über die Qualität und Diversität des Inhalts hat - und voreingenommenen Menschen dennoch schon genug sagt.

Was ich unbedingt noch tun will - weiß ich im Moment nicht so recht, da ich immer spontaner entscheide und immer weniger vorausplane.
Vielleicht dies: Viel Musik machen, da ein Ausdruck des Seins in Worten so fürchterlich eng und begrenzt ist und die selbsterzeugte Musik so spürbar und mühelos in allen Zellen schwingt und ebenso leicht alle Grenzen von Raum und Zeit auflöst, um sich in alle Dimensionen auszudehnen... Nada Brahma, die Welt ist Klang.
Ich will lachen, weinen, fühlen und sehr lebendig sein. Ich will einfach jeden Moment des Menschseins fühlen und mich daran ergötzen, glückselig im Mysterium und der Gnade jeder Minute hier baden, was immer sich zeigen mag. Ich will alles. Und nichts.

Ich werfe das Stöckchen nun weiter an: Waldi, Rex, Hasso, Futzi und Django. Wuff. (Nanu, alles Rüden ...)

Sonntag, 13. Juli 2008

Alles falsch machen

Mit dem Leben und der Welt der Erscheinungen rundum einverstanden zu sein, macht die Existenz erheblich leichter. Die vielen Kämpfe der Vergangenheit haben zurückgeführt zum Ausgangspunkt: Frieden. Mit dem, was jetzt ist. Und nichts anderes ist je geschehen.
Die vielen Episoden und die Un-zu-frieden-heit der Vergangenheit dienten wohl vor allem Unterhaltungszwecken. Ein Experiment. Das Abenteuer Menschsein. Pure Lust, zu fühlen und sich über die Sinne zu erleben. Begrenzung erfahren. Sich selbst begrenzen im Unermesslichen.
Viele Episoden dienen der Unterhaltung und der Wichtigtuerei des Verstandes. Ist der ruhig, herrscht wieder Frieden. Nichts bewegt sich.
In diesem Frieden entfaltet sich die erleichternde, befreiende und entspannende Bereitschaft, total zu versagen und alles falsch zu machen - sobald die nächste Bewegung wieder einsetzt. Lachen macht sich breit in dem Wissen, das es gar nichts gibt, was richtig oder falsch sein kann: Es ist alles nur Gott, die sich selbst ausprobiert.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Niemand, der benannt werden kann

Ich war verreist. Endlich mal wieder woanders unterwegs als hier in dieser Stadt und ihrer näheren Umgebung. In der wohltuenden Weite und Helligkeit des Nordens und sogar am Meer - WOW !!! Mein Geliebter, der Wind, hat mir den Kopf und den ganzen Körper freigeblasen und mich so gründlich gereinigt. Mein altes Auto hat mich bestens trans-portiert, von Ort zu Ort und überall herum. Die fast schon stoische Gelassenheit und der ständige sprühend-
trockene Humor der Menschen dort oben in der Weite des unverstellten Horizonts hat mal wieder sehr mein Herz erfreut.


Etwas fiel mir nochmal auf, was mir schon öfter mal auffiel: Einzelzimmer sind immer teurer als Doppel- oder Mehrbettzimmer. Dabei heißt es doch immer, der Mensch sei ein Gesellschaftstier und nicht gern allein. Dann aber müßte ein Einzelzimmer ja günstiger sein. Es ist für mich der monetäre Beweis, daß das Mensch nämlich doch sehr gerne alleine mit sich ist, weil jedes Mensch im tiefsten Inneren ganz genau spürt, wie gut das tut.

Anuja gibt es auch nicht mehr. Wieder mal hat ein neues Leben begonnen. Anuja ist damit ebenfalls und sehr überraschend von mir gegangen und ein wunderbarer neuer Name ist zu mir gekommen. Seine Bedeutung ist "göttliche Erinnerung". Die beständige Erinnerung an das Göttliche. Etwas, das mich wirklich durch´s Leben trägt. Anuja hat mir ihre guten Dienste und einige Aufgaben geschenkt und war für ein paar Jahre wunderschön und hilfreich - jetzt ist etwas Neues dran.

Für den Blog werde ich aber wieder einen ganz anderen Namen benutzen, nämlich "Rabia". Die lief mir kürzlich über den Weg, es ist eine weise und tatsächlich manchmal rabiate Sufi-Mystikerin - und der Name hört sich vom Klang wie die Verschmelzung von Frau und Rabe an - was der Rabe und ich für diesen Blog sehr passend finden. Der Rabe meint, daß ist ein sehr guter Name und außerdem spart er uns viel Arbeit - nämlich nur noch eine Unterschrift statt zweier - und symbolisch gesehen sind wir uns noch näher gekommen.

Dieses Geschichte mit wechselnden Namen begleitet mich schon lange, früher hatte immer mal wieder für zeitlang wechselnde Spitznamen, mit denen mich Leute, die mich kannten, gerufen haben. Den Namen, den mir meine Eltern gaben, habe ich immer sehr gemocht und mag ihn auch heute noch - aber auch diese Person ist längst viele Male gestorben.

Das zeigt mir das Spiel mit den Namen auch nochmal: Da ist niemand. Nur göttliche Erinnerung ... Erinnerung an das Göttliche. Danke.