Dienstag, 28. April 2009

Männer, Frauen, Schuhe und verschiedene Blickwinkel

Ich habe mir ein paar Traumschuhe gekauft neulich. Von "Think" ... bin begeistert von der Firma. Eine Freundin hat sich gleich zwei Paar schicke neue Schuhe gekauft. Und dann hörte ich etwa zur gleichen Zeit von einer Erhellten die ergötzliche und erheiternde Aussage, daß der Wunsch, sich ein neues Paar Schuhe zu kaufen und der Wunsch nach Erleuchtung aus der gleichen Quelle entspringen .... die Aufmerksamkeit fiel also irgendwie auf das bekannte Phänomen "Frauen und Schuhe". Und gestern kam die Antwort, ist doch sonnenklar: Männer schauen nicht auf den Boden, also auch nicht so sehr auf Schuhe, die schauen nach vorne, werden dazu angehalten, zielgerichtet und mit Erfolg in die äußere Welt zu schauen, sich diese zu erobern. Frauen ... werden schon als Mädchen angehalten, den Blick gesenkt zu halten, nicht so vorlaut, frech oder gar aggressiv zu sein zu und in ihrer Umwelt (also Um-welt, wie Um-feld - nicht große-Welt), sie sollen auf den Boden schauen und nicht provokativ nach vorne in die Welt, die erobert werden will - das gilt als unweiblich und wird für übel genommen. Deshalb haben Frauen diesen guten Blick für schicke Schuhe, weil sie gelernt haben, schön nach unten zu schauen - statt sich um und in den Himmel.
In Köln gibt es übrigens in den Boden eingelassene Hinweistafeln mit der Beschriftung "Blick heben" ... finde ich eine gute Erinnerung für die vielen Menschen, die hier in der Kolonie völlig blicklos und in Gedanken versunken über die Trottoire laufen.

Montag, 27. April 2009

Mein beschauliches Heim

So, das möchte ich euch doch jetzt mal zeigen. Und nun auch für mich "dokumentieren", so als kleines Schmankerl im Tagebuch. Hier hause ich. Also, besser gesagt: Hier stehen ein paar Regale, mein Bett, ein Tisch und hier habe ich meine Bücher und Instrumente untergestellt.
Drinnen natürlich.
Gerade kürzlich war Sperrmüll ... und so sieht es jetzt aus. Ein junges türkisches Paar hat uns, die wir Parterre wohnen, freundlicherweise gestern abend mit seinem Hausrat zugemüllt, dabei etwa 3 Stunden permanent die Hoftür zugeknallt, was sehr gut für die Nerven und für ein friedvolles, entspanntes Sein sowie Miteinander ist - und uns dann verlassen.
Ein Abschiedsgeschenk.
Ich hatt
e die schon mal vor ein paar Jahren gebeten, doch ihren Müll nicht hier alles vollstinken zu lassen, besonders im Sommer, denn ich schlafe direkt daneben und kann dann entscheiden, ob ich ersticke oder erstinke .... Mein Nachbar sprach gestern von "schöne Kultur" und ich versuchte noch, einzulenken, damit es keinen "fremdenfeindlichen Touch" kriegt, nur, weil der junge türksiche Typ eben wirklich ein Asi ist - allerdings selbst immer schick angezogen und wie aus dem Ei gepellt.
Heute konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen, doch noch ein paar Fotos zu machen.
Die schönen Bilder zeigen, wie es vor meinen Fenstern aussieht. Ich habe eh nur noch eines offen, das heißt, aus dem kann ich rausschauen. Weil mir hier jeder reinschauen kann. Und weil seit Monaten viele Bauarbeiter vor meinen Fenstern herumturnen (heute wenigstens ein sehr ansehnlicher, blonder junger Mann, es geht aufwärts ...). Kürzlich turnten sie auch auf einem Gerüst, daß sie ausgerechnet genau vor dieses besagte einzige Fenster mit Tageslicht gestellt hatten. Das Gerüst ist wieder weg, hier sieht man bloß den Lastenaufzug, der steht nur fast vor dem Fenster und macht auch viel weniger Krach als die Hilti .... oder ein bischen weniger ....
Als ich hier vor ein paar Jahren einzog, kamen schon einmal Gerüstbauer - die ließen gleich eine der schweren Gerüststangen in mein Schlafzimmerfenster krachen und die vielen Tausende von Splitter landeten mit der Stange direkt in meinem Bett, Samstag nachmittag vor Ostern (waren sicher Weißarbeiter) und damals habe ich einen großen und spektakulären Affentanz aufführen müssen mit sehr viel Krach, damit mir überhaupt noch ein Provisorium besorgt wurde über Ostern. Die wollten es einfach auflassen und ein bischen Plastikfolie mit Tesa draufkleben, während ich 13 Stunden tagsüber außer Haus war um Leute durch die Stadt zu fahren in einem elfenbeinfarbenen Mercedes. Ja, so war das damals. Und so wie auf den Bildern ist es heute. Eben haben sie dann noch das Wasser abgestellt, ohne Bescheid zu sagen. In den letzten Monaten haben sie wenigsten noch Bescheid gesagt.

Gestern abend also, nachdem die freundliche und rücksichtsvolle türkische Familie dann weg war, die uns ihre Wohnungseinrichtung vor die Fenster gestellt hat zur weiteren Überlassung, kam also meine Nachbarin klingeln, diesmal völlig aufgelöst und sie regte sich tatsächlich über das Gerümpel auf. Ich konnte mich aber gar nicht mehr darüber aufregen, habe mich anscheinend inzwischen dran gewöhnt. Erwarte keine längerfristige Besserung mehr hier in Haus und Umgebung.
Immerhin waren die letzten beiden Wochen für hiesige Verhältnisse fast paradiesisch ruhig, bis auf permanent-penetrantes Türenquietschen des Nachbarn aus dem Nachbarhaus (geht durch die beiden Altbauwände, schon sehr erstaunlich, die Akkustik), bis auf den Typen, der oben im vierten Stock vom anderen Nachbarhaus ab ca. 5 Uhr morgens beginnt, mit einem Stock und seltsamen Kschksch-Lauten gegen die Tauben zu kämpfen - bis es dunkel wird - und bis auf das Klavierspiel und das Trommeln meiner direkten Nachbarn, also die beiden, die ich über und neben mir habe. Aber das sind Peanuts. Und früher haben die mich gestört .... jetzt bin ich abgehärtet und habe ein dickes Fell bekommen. Konnte mich also wie gesagt gestern nicht mehr über den Anblick der Müllberge ärgern - aber das sehr laute und die Mauern zum Vibrieren bringende Türenknallen hat mir schon noch zu schaffen gemacht und ich war ein paar Mal kurz davor, rauszuplatzen. Also tatsächlich .... zumal ich mich mit dem Typen, der seinen Müll hiergelassen hat, schonmal fast geprügelt habe hier, als er mir erklärte, daß ich ihn nicht einmal ansprechen dürfe .... als Frau .... ihn, als muselmanischen Herrgott. Na, die sind jetzt weg ... mit dem kleinen Baby, das vor ein paar Wochen auf diese Welt kam. Schön für´s Baby und für die Eltern - auf die Welt kommen und ständig von Baulärm, Staub und Dreck umgeben zu sein, war nicht der angenehmste Empfang auf dem Planeten.
Bis auf den Herrn über mir und mich haben nun alle ihre Kündigung und viele sind schon weg ... und wir wollen auch schon länger gerne diese gastliche Stätte verlassen .... der Müllberg sollte also eine Hinterlassenschaft für die Hausbesitzerin sein, die inzwischen hier im ersten Stock wohnt, aus Wut über deren Vorgehen - aber die trifft es ja nicht so wirklich.

Ich hatte gerade vor etwa zwei Wochen Bilder aus dem Handy gelöscht, die ich mal zwischendurch vom Hof gemacht hatte, als es auch sehr wüst aussah - allerdings auschließlich Bauschutt und -kram und überquillende Mülltonnen. Ich dachte, ich hebe es mal nicht auf und glaube wieder daran, daß nun alles gut ist. Zack - hammer den Salat. Der nette Mann von der Müllabfuhr hatte mich auch schon mal auf die überquillenden Tonnen angesprochen, als ich noch so blöd war, den vielen Müll neben den Tonnen immer rauszutragen am Abfuhrtag.

Heute morgen dann um Viertel vor Acht erklang es wieder, das bekannte Lied der Hiltis. Hilti, Borhammer, noch mehr Hämmer ...... da wird man schon wach von.
Dann geschah etwas Neues: Ich stopfte mir Oropax in die Ohren, zog mir die Decke über den Kopf und beschloß, nochmal einzuschlafen. Kurz darauf hörbare Stille! Habe eine geführte Meditation eingeschoben, mich dabei geströmt - das ist gut für die Nerven - und erst, als meine CD gerade zum Ende kam, sprangen die Hiltis wieder an. Göttliches Timing! Habe mich nochmal umgedreht und bin - trotz Höllenlärm - bis um 11 im Bett geblieben. Recht entspannt und sehr zufrieden, daß ich das Außen so gut ausblenden konnte. Und ich bin schon seit Jahren nicht so schön im Bettchen geblieben morgens ....
Also, diese Basisstation in der Stadt mit den vielen Jecken und der großen Feiersucht ist wirklich eine Herausforderung und ich bekomme eine Menge solcher hier. Insofern bin ich zwar an einem häßlichen, unruhigen und oft sehr lautem Ort, aber sicher auch an einem, an dem ich schon viel gelernt habe.
Und an dem ich quasi gar keine andere Wahl habe, als mich konsequent in mich selbst zurückzuziehen. Gar nicht übel also ....
in a way.
Doch irgendwie ... irgendwie ... werde ich das Gefühl nicht los, daß das GÖTT sich außerdem gerade einen derberen Scherz mit mir erlaubt. Umso schöner, daß ich heute morgen wenigstens innerlich mitlachen mußte.

Montag, 20. April 2009

Wow - komme ich (noch) nicht zum Meer, kommen die Küstenbewohner einfach in die Kolonie !!!

Eine neue Möwenart ist in der Kolonie gelandet in diesem Frühjahr - ich weiß nicht, wie sie heißt und es ist auch völlig wurscht, jedenfalls hat sie längere Beine als die, die schon vor vielen Jahren hier immigriert sind und sie ist ein ganzes Stück größer. Dazu laut und ziemlich ruppig. So eine Art "Möwen-Asi" ... "Do, wo iesch setze well, es för disch keine Platz, mi Hätz, maach ene Af-floooch, Leevsche..." Nur der Rabe hat keinerlei Respekt oder Berührungsängste vor solchem Gebaren und wundert sich schlicht "dat et bei denne Vüjel ejenau esu beklopp´ es wie bei denne Minsche".
I(s)ch freue mich sehr über die neue Spezies hier am Rhein in der Kolonie - umso mehr, als ich doch zu ihnen in den hohen Norden ziehen will ... ihre Ankunft hier nehme ich daher als gutes Omen.

Freitag, 17. April 2009

Nachleere

Über die Nach-Leere
nach der Nach- und der Vor-Freude
hört man noch weniger.

Da ist etwas "erreicht, erledigt, er-folgt" ... und jetzt?
Gap.
Lücke.
Zwischenraum.
Ich lebe oft in Zwischenräumen.
Die meiste Zeit.
Denkt es jedenfalls ... gerade ... unbegründet und rein gefühlt.
Ein Bein im Himmel, eines auf der Erde,
nirgendwo zuhause. Oder eben überall.
Über-All?
Da, wo ich bin.
Wo die Seele ist.
Die Seele und die Meldeadresse sind sich völlig fremd.
Die Seele ist immer nur bei sich selbst zuhause -
die Meldeadresse bietet bestenfalls ein Basislager.
Die Seele lebt Tausende Leben gleichzeitig, an ebenso vielen Orten,
braucht kein Auto, keinen Zug und kein Flugzeug,
um Räume zu überwinden, fliegt einfach,
wohin sie will, mit einem Wimpernschlag.

Und manchmal, manchmal findet sie sich in diesen
Zwischenräumen, in denen scheinbar nichts geschieht.
Dann - landet sie wieder auf der Erde, schaut auf den Kalender und die Zahl "2009" und wundert sich, was in der kurzen Zeit in ihrem eigenen Drehbuch allein auf dem Planeten Erde alles geschehen ist, während sie doch dachte, daß nichts, aber auch gar nichts passiert.
Es ist eine Zwillingsseele - immer in Bewegung und neugierig auf das Leben und andere Seelen ...
erst jetzt lernt sie, langsam, sich in den Zwischenräumen einzurichten,
sie anzunehmen, sie wertzuschätzen und zu geniessen.

Aufgeregt ..... nach Äonen

Heute war ich nach sehr sehr, wirklich sehr langer Zeit - es müssen einige Äonen gewesen sein - mal wieder aufgeregt. Also so, wie wenn man ein bischen verliebt ist, aber noch nicht so ganz sicher oder so und dann trifft man (auf) das Objekt der Begierde ....
Ich war in einem sehr schicken und tollen Studio in der Kolonie und habe Congas zu einem Lied gespielt. Die Aufregung war dann weg, als ich da war und es hat einfach Spaß gemacht.

Die Aufregung war nämlich eine riesige Vorfreude !!!

Wenn ich live spiele, bin ich nicht wirklich aufgeregt, höchstens ein bischen. Da bin ich einfach da und freue mich, daß ich spiele, tauche in die Musik ein, das ist bei mir so einfach
. Aber das mit dem Profi-Studio war halt neu ... und dann war es auch so einfach. Schöne Erfahrung.

Das war ein prickelndes Gefühl heute vormittag.
So aufregend eben.
Jetzt - genieße ich die Nachfreude. Über die hört man gar nicht so viel, komisch eigentlich, denn die ist auch sehr süß. Nur nicht so unruhig und spannungsgeladen wie die Schwester. Mehr zufrieden und ent-spannt.

Sehr interessant auch der Entstehungsprozess des Ganzen ... wie es Gestalt bzw. Töne und Rhythmen annimmt, vom Entwurf bis über die einzelnen Musiker, die hinzukommen bis hin zum fertigen Stück und Sound.

Donnerstag, 2. April 2009

In Köln gibt´s des net ....

Eine bayerische Mutter versucht ihren bereits über
30-jährigen Sohn zur Heirat zu bewegen.

- Geh, Bub, wie wär's denn mit der Huber Theres?
- Naaa, Muatter!
- Oder mit der Heister Elfriede?
- Häßlich, Mutter!
- Und die Pichler Maria?
- Naaa ....
- Ja, wer gefällt Dir denn dann?
- Der Gruber Schorsch!
- Ah geh, Bub, der ist doch evangelisch!

Mittwoch, 1. April 2009

Und dies ist kein Aprilscherz ....

G Ü S S I N G
heißt die widerständige österreichische Ortschaft, die sich mit völlig eigener und dazu erneuerbarer Energietechnik autark gemacht und von jeglicher Fremdversorgung mit Energie abgekoppelt hat - und dazu noch mit großem Erfolg, zum Beispiel in Form von Überschuss-Potentialen und vor Ort geschaffenen Arbeitsplätzen. Ein sehr interessanter und positiver Beitrag, wie ich finde. Natürlich wird auch über die massiven Anfangswiderstände der großen Energie-Lobbyisten und über die abstrusen Geschäfte, die da global laufen, berichtet - doch wie gesagt: Güssing ist eigenständig. Den Link zur "Sonnenseite" findest du hier (reinklicken) und dort ist links die Video-Reportage zum Thema zu finden.

Seltsamer Termin für eine angeblich so wichtige Veranstaltung - ein Scherz also?

"Ein weitgehend friedlicher Protest mit einigen gewalttätigen Ausschreitungen am Rande" sagt der Sprecher für die ARD in London - als letzten Satz in seiner "Berichterstattung" vor laufender Kamera.
Zuvor ... erzählt er breit von "gewalttätigen Ausschreitungen und plündernden Demonstranten" - vermutlich die berühmte Handvoll, die zum Gesamtbild gemünzt wird. Und: "Etwa 4.000 Menschen sind noch eingekesselt" - von der Polizei übrigens, die friedlichen. 4.000 Leute sind nicht wirklich viele - dagegen einige Tausend Polizisten, hmhhh ....
"Bänker werfen 10 Pfund Noten aus den Fenstern, um Demonstranten zu provozieren", soso .... wenn das mal nicht so richtig asozial ist, die teils echt Gebeutelten noch gehörig zu reizen.
Ich wiederhole mich hier mal: Guckt euch lieber die Videos zum Thema auf Youtube an, die geben die Stimmung vor Ort sicher getreuer wieder, als das Fernsehen.

Ist es übrigens nicht ohnehin ein guter Witz, diesen Gipfel der Gimpel zum 01. April zu inszenieren? Das ist doch offensichtlich nicht ernst gemeint.

Habe mal eben nachgesehen: Letztes Jahr um diese Zeit schlug eine Welle der Empörung wegen Tibet allerorten hoch - die hat sich wohl wieder gelegt. Die Chinesen feierten jetzt sogar einen "Jahrestag zur Befreiung Tibets" ... ähm, von den Tibetern.