Drinnen natürlich.
Gerade kürzlich war Sperrmüll ... und so sieht es jetzt aus. Ein junges türkisches Paar hat uns, die wir Parterre wohnen, freundlicherweise gestern abend mit seinem Hausrat zugemüllt, dabei etwa 3 Stunden permanent die Hoftür zugeknallt, was sehr gut für die Nerven und für ein friedvolles, entspanntes Sein sowie Miteinander ist - und uns dann verlassen.Ein Abschiedsgeschenk.
Ich hatte die schon mal vor ein paar Jahren gebeten, doch ihren Müll nicht hier alles vollstinken zu lassen, besonders im Sommer, denn ich schlafe direkt daneben und kann dann entscheiden, ob ich ersticke oder erstinke .... Mein Nachbar sprach gestern von "schöne Kultur" und ich versuchte noch, einzulenken, damit es keinen "fremdenfeindlichen Touch" kriegt, nur, weil der junge türksiche Typ eben wirklich ein Asi ist - allerdings selbst imm
er schick angezogen und wie aus dem Ei gepellt.Heute konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen, doch noch ein paar Fotos zu machen.
Die schönen Bilder zeigen, wie es vor meinen Fenstern aussieht. Ich habe eh nur noch eines offen, das heißt, aus dem kann ich rausschauen. Weil mir hier jeder reinschauen kann. Und weil seit Monaten viele Bauarbeiter vor meinen Fenstern herumturnen (heute wenigstens ein sehr ansehnlicher, blonder junger Mann, es geht aufwärts ...). Kürzlich turnten sie auch auf einem Gerüst, daß sie ausgerechnet genau vor dieses besagte einzige Fenster mit Tageslicht gestellt hatten. Das Gerüst ist wieder weg, hier sieht man bloß den Lastenaufzug, der steht nur fast vor dem Fenster und macht auch viel weniger Krach als die Hilti .... oder ein bischen weniger ....
Als ich hier vor ein paar Jahren einzog, kamen schon einmal Gerüstbauer - die ließen gleich eine der schweren Gerüststangen in mein Schlafzimmerfenster krachen und die vielen Tausende von Splitter landeten mit der Stange direkt in meinem Bett, Samstag nachmittag vor Ostern (waren sicher Weißarbeiter) und damals habe ich einen großen und spektakulären Affentanz aufführen müssen mit sehr viel Krach, damit mir überhaupt noch ein Provisorium besorgt wurde über Ostern. Die wollten es einfach auflassen und ein bischen Plastikfolie mit Tesa draufkleben, während ich 13 Stunden tagsüber außer Haus war um Leute durch die Stadt zu fahren in einem elfenbeinfarbenen Mercedes. Ja, so war das damals. Und so wie auf den Bildern ist es heute. Eben haben sie dann noch das Wasser abgestellt, ohne Bescheid zu sagen. In den letzten Monaten haben sie wenigsten noch Be
scheid gesagt.Gestern abend also, nachdem die freundliche und rücksichtsvolle türkische Familie dann weg war, die uns ihre Wohnungseinrichtung vor die Fenster gestellt hat zur weiteren Überlassung, kam also meine Nachbarin klingeln, diesmal völlig aufgelöst und sie regte sich tatsächlich über das Gerümpel auf. Ich konnte mich aber gar nicht mehr darüber aufregen, habe mich anscheinend inzwischen dran gewöhnt. Erwarte keine längerfristige Besserung mehr hier in Haus und Umgebung.
Immerhin waren die letzten beiden Wochen für hiesige Verhältnisse fast paradiesisch ruhig, bis auf permanent-penetrantes Türenquietschen des Nachbarn aus dem Nachbarhaus (geht durch die beiden Altbauwände, schon sehr erstaunlich, die Akkustik), bis auf den Typen, der oben im vierten Stock vom anderen Nachbarhaus ab
ca. 5 Uhr morgens beginnt, mit einem Stock und seltsamen Kschksch-Lauten gegen die Tauben zu kämpfen - bis es dunkel wird - und bis auf das Klavierspiel und das Trommeln meiner direkten Nachbarn, also die beiden, die ich über und neben mir habe. Aber das sind Peanuts. Und früher haben die mich gestört .... jetzt bin ich abgehärtet und habe ein dickes Fell bekommen. Konnte mich also wie gesagt gestern nicht mehr über den Anblick der Müllberge ärgern - aber das sehr laute und die Mauern zum Vibrieren bringende Türenknallen hat mir schon noch zu schaffen gemacht und ich war ein paar Mal kurz davor, rauszuplatzen. Also tatsächlich .... zumal ich mich mit dem Typen, der seinen Müll hiergelassen hat, schonmal fast geprügelt habe hier, als er mir erklärte, daß ich ihn nicht einmal ansprechen dürfe .... als Frau .... ihn, als muselmanischen Herrgott. Na, die sind jetzt weg ... mit dem kleinen Baby, d
as vor ein paar Wochen auf diese Welt kam. Schön für´s Baby und für die Eltern - auf die Welt kommen und ständig von Baulärm, Staub und Dreck umgeben zu sein, war nicht der angenehmste Empfang auf dem Planeten.Bis auf den Herrn über mir und mich haben nun alle ihre Kündigung und viele sind schon weg ... und wir wollen auch schon länger gerne diese gastliche Stätte verlassen .... der Müllberg sollte also eine Hinterlassenschaft für die Hausbesitzerin sein, die inzwischen hier im ersten Stock wohnt, aus Wut über deren Vorgehen - aber die trifft es ja nicht so wirklich.
Ich hatte gerade vor etwa zwei Wochen Bilder aus dem Handy gelöscht, die ich mal zwischendurch vom Hof gemacht hatte, als es auch sehr wüst aussah - allerdings auschließlich Bauschutt und -kram und überquillende Mülltonnen. Ich dachte, ich hebe es mal nicht auf und glaube wieder daran,
daß nun alles gut ist. Zack - hammer den Salat. Der nette Mann von der Müllabfuhr hatte mich auch schon mal auf die überquillenden Tonnen angesprochen, als ich noch so blöd war, den vielen Müll neben den Tonnen immer rauszutragen am Abfuhrtag.Heute morgen dann um Viertel vor Acht erklang es wieder, das bekannte Lied der Hiltis. Hilti, Borhammer, noch mehr Hämmer ...... da wird man schon wach von.
Dann geschah etwas Neues: Ich stopfte mir Oropax in die Ohren, zog mir die Decke über den Kopf und beschloß, nochmal einzuschlafen. Kurz darauf hörbare Stille! Habe eine geführte Meditation eingeschoben, mich dabei geströmt - das ist gut für die Nerven - und erst, als meine CD gerade zum Ende kam, sprangen die Hiltis wieder an. Göttliches Timing! Habe mich nochmal umgedreht und bin - trotz Höllenlärm - bis um 11 im Bett geblieben. Recht entspannt und sehr zufrieden, daß ich das Außen so gut ausblenden konnte. Und ich bin schon seit Jahren nicht so schön im Bettchen geblieben morgens ....
Also, diese Basisstation in der Stadt mit den vielen Jecken und der großen Feiersucht ist wirklich eine Herausforderung und ich bekomme eine Menge solcher hier. Insofern bin ich zwar an einem häßlichen, unruhigen und oft sehr lautem Ort, aber sicher auch an einem, an dem ich schon viel gelernt habe.
Und an dem ich quasi gar keine andere Wahl habe, als mich konsequent in mich selbst zurückzuziehen. Gar nicht übel also .... in a way.
Doch irgendwie ... irgendwie ... werde ich das Gefühl nicht los, daß das GÖTT sich außerdem gerade einen derberen Scherz mit mir erlaubt. Umso schöner, daß ich heute morgen wenigstens innerlich mitlachen mußte.
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