Mittwoch, 17. Oktober 2012

Aufgabe und aufgeben

Lauschte gestern - auf freundliche Empfehlung bei M. neulich - zwei Vorträgen von Thorwald Dethlefesen zur Astrologie (Astrologie als Schicksal und als - Symbolon) . Kam erstmals auf ihn - nachdem ich ein ungelesenes Buch von ihm irgendwann weggegeben hatte. Wußte nur, daß er einst mit Rüdiger Dahlke zusammen "Krankheit als Weg" herausgegeben hatte. Nun lauschte ich also - und stieg mit gemischten Gefühlen ein. Ein Mensch, der als "excellenter Rhetoriker" gilt - aber das würde nicht reichen, um derart die Dinge, die gesagt werden wollen, auf den Punkt zu bringen, wie er es tut in seinen Vorträgen - das muß aus dem tiefsten Inneren heraus klingen. Tat es auch - und klang an - allerdings auch an meine "Priester-Allergie", denn - soviel kann ich nachvollziehen - mit einer Schütze-Konstellation wie seiner und anderen Aspekten hatte er wohl auch einen gewissen Drang zum Priestertum. Doch - sei es, wie es sei - was er wie formuliert, ist sortiert und in vollkommener Ordnung. Daher überwand ich meine vorgenannte kurzzeitige Allergie zügig. Las mir gestern noch eine Kurzbiografie durch - und stieß auf Namen solcher Zirkel, die ich für mich nicht mehr konsultieren wollte (Levy, Blavatsky, Golden Dawn ... ).  Egal. Und bedenkt man die Zeit, in der er für sich lernte, studierte - so paßt es wieder. Umgesetzte "Priesterambitionen" - kommen ebenfalls reichlich vor in der Kurzbiografie. Allerdings muß ich sagen - der hatte auch was zu übermitteln. Und - wie oben angemerkt - auf trefflichste, geordnete Weise - so, wie nur jemand sprechen kann, der das, was er sagt, zutiefst verinnerlicht hat.

Was mich am meisten traf beim Anhören war seine Erörterung, was eine "Aufgabe" bedeute, beinhalte.   Jetzt, wo ich es vernommen habe - ist es scheinbar so einfach und klar: Es beinhaltet das Aufgeben von Etwas.
Ich könnte mir immer noch die Haare raufen und grundtief die Kopfhaut massieren, wie falsch ich das doch verstanden habe über soviele Jahre ... u.a., weil´s mir immer wieder von allen Seiten entgegenschallte, aber zuvorderst, weil ich´s geglaubt habe. In der Regel wird ja eine Aufgabe eher als saftige Karotte verstanden, in die man genüßlich beißen kann, wenn man sie denn endlich gefunden hat. Ein Ziel, ein Sinn, endlich die "Erfüllung" (auch ein interessantes Wort übrigens in diesem Kontext). Etwas Gücksverheißendes jedenfalls. Wer denkt schon dabei daran, daß es darum geht, etwas aufzugeben?! Aber - Aufgabe von Etwas ist gleichzeitig nur möglich, wenn es erlebt wurde. Angenommen, gelebt, erledigt = erfüllt. 
Da kann ich nur "Danke" sagen an den Herrn Thorwald, daß er mir eine der scheinbar saftigsten Karotten aus dem Visier genommen hat! Eine von denen - die immer noch da hingen.

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