Donnerstag, 11. Oktober 2012

Segensreiches Fieber ....

... hörte heute weiter dem Vortrag von Dr. Rüdiger Dahlke unter dem Titel "Krankheit als Sprache der Seele" zu. Wurde noch hellhöriger, als er erwähnte, daß Fieber quasi ein Segen ist (meine subjektive Hörart!) - und das jedes Grad Fieber die körpereigenen Abwehrkräfte quasi verdoppelt. Hatte im vergangenen Winter etwa dreimal Fieberschübe bis zu 40 Grad und war zunächst etwas beunruhigt - wenn ich denn überhaupt wach war während dieser Schübe und nicht einfach über gut 48 Stunden lang schlief..
Irgendwann besann ich mich auf eine simple Methode, um es doch kurzzeitig wieder etwas herabzusenken, weil mir gut 40 Grad "etwas zu heiß" und eventuell einen Hauch bedenklich erschienen: Ich nutzte einen in meiner "arzneimittelfreien Hausapotheke" befindlichen Kupfer-Roller - Kupfer kühlt - und rollte mir die Waden damit. Das Fieber klang zügig um etwa ein halbes bis um ein Grad ab. Ansonsten war es mir sehr willkommen, dieses Fieber - als eine Art Entladung von schon lange latent im Körper lodernden Entzündungen, die mit seiner Hilfe ausbrannten.
Ich nahm mir alle Zeit, die ich brauchte, um ohne Pillen wieder zu gesunden.
Kürzlich fuhr ich eine sehr sympathische junge Frau in der Limousine - und irgendwie kamen wir sofort auf das Thema "Schilddrüse"  - sie hatte sich die ihre herausnehmen lassen und muß nun ständig Hormonpillen zu sich nehmen. Ich erzählte ihr, daß ich an diesem der Damenwelt gerne gereichten Kelch von seiten der Pharma-Industrie (lebenslänglich Hormonpillen) glücklicherweise vorübergegangen bin - nach kurzer und reiflicher Überlegung, Und daß alles, was mir damals der betreffende Arzt nur äußerst widerwillig auf meine sehr detaillierten Fragen geantwortetet hatte, den Körper und seine Funktionen, besonders auch die Schilddrüse, nur noch mehr durcheinander- statt ins Lot gebracht hätte. Dieser Arzt war stinksauer ob meiner unermüdlichen Detailfragen zu seiner beabsichtigten und rein routinemäßigen Vorgehensweise in drei Standard-Schritten, die keinerlei echte Erhellung gebracht hätten - und drohte mir am Ende gar sehr unpädogisch und ziemlich zornig mit den Worten "Wissen Sie - es ist kein Spaß, an Schilddrüsenkrebs zu sterben." Das war für mich das Stichwort, aufzubrechen und auf solcherart schulmedizinische Betreuung ab sofort gänzlich zu verzichten. Gehörte eh schon lange zu solcher Klientel, die nur in Notfällen schulmedizinischen Rat einholt.
Eine mir seinerzeit bekannte Heilpraktikern leistete mir weit wertvollere Dienste, indem sie mir das Fachchinesisch der "Schilddrüsen-Sintigrafie" auf eine einfach verständliche Sprache übersetzte. Fazit: Im Grunde kein Grund zur Besorgnis. Danke nochmal dafür!
Dieser jungen Frau in der Limousine - erzählte ich nun etwas, was kaum zu glauben ist, aber im Tierreich durchaus Usus ist: Organe - können auch nachwachsen. Sagte ihr - ich würde es ihr zugestehen, daß sie mich für völlig durchgeknallt halten möge, wenn ich ihr ebendies nun erzählen würde. Und ich gebe zu - daß ich bewußt derart "dick auftrug" - weil sie denkbar weit entfernt von solcher Vorstellung war - wie die meisten von uns. Tatsächlich gibt  es aber auch bei uns Menschen solche "Verrücktheiten". Hier ging´s mir nur drum - kurzerhand allzu fixe Ideen und Gläubigkeit für eine Sekunde zu sprengen.
Später unterhielten wir uns über so Lapidares wie Grippe. Ich zitierte den allseits bekannten Spruch: Mit Medikamenten dauert sie etwa sieben Tage - ohne eine Woche. Diese junge, vitale Frau erwiderte "Ja, aber - wir hätten ja keine Zeit heutzutage, um krank zu sein." Ich denke, ich weiß wohl, was sie damit zum Ausdruck bringen wollte - vielleicht, ohne sich darüber bewußt zu sein. Aber ich würde es anders formulieren: Wir nehmen uns keine Zeit mehr für den möglichen Segen einer Grippe und den Segen von Fieber, als reinigendes und auslotendes Geschehen.

Sofern ich also den wohlgewählten Worten des Herrn Dahlke Beachtung schenken möchte - hatte ich  im vergangenen Winter das Vergnügen, meine körpereigenen Abwehrkräfte um ein Vielfaches zu steigern. Und mir ist auch bewußt - daß ich mich erwischen ließ - weil ich eh schon "angeschlagen" war.
Das letzte Mal, daß ich solches Fieber erlebt hatte - war gut zwanzig und vielleicht ein paar Jahre her. Ich schaffte es gerade noch, von der Arbeit bis nach Hause zu kommen - und schlief drei Tage durch. Nach drei Tagen klingelte das Telefon - jedenfalls für mich erstmals wieder hörbar und somit zurückkehrend aus anderen Tiefen in die "Realität" - und ich meldete mich, immer noch im Fiebertrauma, mit dem Spruch, den ich in der damaligen Firma am Telefon abzulassen pflegte - vollautomatisch. Meine Mutter war dran - und fragte entsetzt, was denn los sei. Daraufhin fing ich plötzlich und spontan zu heulen an .... weil ich selbst keine Ahnung hatte, was da losgewesen war in den völlig verschlafenen Tagen. Und weil ich nicht recht wußte - wo ich gerade bin. Heute - recht lustig.
Es muß wohl schon nach einem Schlüsselerlebnis bezüglich "Antibiotika-Gaben" gewesen sein - welche Ärzte ja so gerne kurzerhand verschreiben bei einer "natürlichen Grippe" - im Sinne von notwendiger Selbstregulation des Systems.
Hatte mir bis dahin nur einmal solches Zeug verschreiben lassen - und fand es nach zwei Tagen auf Teufel-komm-raus nicht mehr. Klarer Fall - ich hatte mir nämlich sehr sorgfältig zuvor die Packungsbeilage und die Wirkungsweise dieser Pillen durchgelesen - mit wachsendem Widerstand gegen solche Abstrusität. Und vermutlich - muß ich sie unbewußt entsorgt haben - denn ich fand sie nie wieder. Und nahm auch nie wieder sowas ein seither.
Klarer Beschluß unbewußter Art war also: Friß nicht unnötig solchen Dreck - belaß´ es für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall.
Etwa 20 oder 25 Jahre später also - erlebte ich erstmals wieder ein solches Fieber, wie ich es aus Kindheitstagen gut kenne. Da hatte ich das öfter - aber es gab noch keine Antibiotika-Hörigkeit. Ich lag einfach ein paar Tage da mit knapp 40 Grad Fieber - und das Wurzelholz aus dem Schrank der Eltern sprang mir entgegen - schuf Albträume, Bilder und Visionen ...  wurde lebendig und ließ mich in mehreren Dimensionen dümpeln. War nicht immer lustig - aber zweifelsohne sehr interessant. Ich würde also behaupten - daß Fieber auch durchaus ein Geschenk zur Bewußtseinserweiterung sein kann.  Wie auch immer - es ist sicher kein "Feind". Sondern vielmehr eine nötige Reinigung - von welchen Schlacken auch immer. Und es kriegt mich immer nur dann - wenn es mir etwas zu erzählen hat - dem ich ansonsten nicht zu lauschen bereit bin.

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