Heute morgen suchte ich mal wieder das Netz nach positiven Botschaften durch. Ich fand keine. Bemerke immer öfter, daß das Surfen sehr schnell zu einem völligen "Overload" bzw. Überdruss führt. Eine gute Handvoll Seiten, die ich gerne besuche. Die sich wenig mit dem äußeren Gang der Welt beschäftigen. Die vielen, die sich aber auf diesen beziehen, bringen selten "Trost" oder Freude, dafür immer mehr Lärm und Hektik. Seit Jahren schon schreiben viele "Nachrichtenblogs" vom Untergang des Abendlandes und des Euros, und es gibt beides immer noch. Meine Prognose: Es war zu früh beschrien, aber vermutlich kommt es in Kürze, wenn der Maya-Kalender .... haha. Nur so eine Idee. Und wenn es kommt - was dann? Keiner weiß es wirklich. Irgendwas wird kommen. Irgendwas geht weiter. Welchen Sinn macht es, vorab düsterste Horrorszenarien herbeizuschrei(b)en?
Wirre Geister also - im Netz und allerorten. Natürlich ist es mein eigener Geist, der sich auf solche Verwirrung einläßt, statt einfach abzuschalten und sich in die Seligkeit des Simplen fallen zu lassen. Das Simple, das gerade hier ist: Ein letztes Regal abbauen und letzte Dinge einpacken. Ein letztes Mal kochen hier. Deinstallation.
Deinstallation von Dingen und von wirren, nutzlos gewordenen Gedanken und Vorstellungen, von sinnlosen Sorgen, die sich in Endlosschleifen zu wiederholen scheinen.
Eine der tiefsten Konditionierungen: Ich sollte mich für den Gang der Welt interessieren.
Die Wahrheit ist - es interessiert mich immer weniger - was in der Menschenwelt so alles Verrücktes vor sich geht.
Sehr klar wird mir das, wenn mal wieder ein kollektiver Schrei der Empörung um die Welt bzw. durch alle Medien geht, wie jüngst wegen einem "Gedicht" vom Herrn Grass - in welches ich nur bis zur Mitte hineinlesen konnte, weil ich nichts Gehaltvolles, Erhellendes finden konnte. Vielleicht noch am Interessantesten dabei, für mich, dieses Nachkarten von uns Menschen, in der Vergangenheit eines Anderen. Dieses Nichterlauben, daß ein Mensch sich -zig Male im Leben, manchmal zutiefst, verändert und mit seiner einstigen Geschichte nur noch wenig bzw. nichts gemein hat. Ein von der linear-denkenden Masse verhängtes Entwicklungs- und Selbstläuterungs-Verbot quasi.
Fragte mich also beim Vernehmen dieses kollektiven Gejaules, ob mich das jetzt wirklich interessiert - die Antwort lautet klar: Nein. Nicht die Bohne. Mich interessieren all diese "kriegerischen Auseinandersetzungen" nicht mehr, die seit Jahrtausenden nicht aufhören. Jeder meint, er habe Recht - und keiner hat es je gehabt. Das - kann und will ich also nicht (mehr) lösen zu Lebzeiten. Irgendwie beruhigend.
Was bleibt dann? Selbst-findung?
Heute sinngemäß vernommen "Du wirst keine Wahrheit auf diesem Planeten finden - also suche nicht nach der Wahrheit, sondern nach Dir selbst?"
Auch hier - habe ich nicht viel gefunden bisher. Es änderte sich ständig ... neue Ideen kamen und lösten alte ab. Dann kamen die alten nochmal wieder. Im Moment - kommen wenigstens keine neuen mehr, weil alle nichts taugen - auf Dauer. Es scheint nichts mehr zu greifen - so wie früher einmal, als ich mich noch be-geistern konnte für derartige Vor-stellungen.
Aber immerhin wird mir in diesen Tagen des Deinstallierens klarer, was ich einst gesucht habe: Meinen Seelenfrieden. Sonst nichts. Freiheit - von der Last der Welt. Manchmal scheint es solche zu geben, wie außerordentlich süß! Bis ich mich wieder durch klitzekleine, absurde Kleinigkeiten völlig aus der Ruhe bringen lasse.
Oft habe ich nach etwas gesucht, was wenigstens magisch oder mystisch ist - "größer als ..." - weil der Gang der Welt und der meines eigenen Lebens so beschränkt, eingekastelt und machtlos zu sein scheint. Am Anfang dieser Odyssee habe ich erstmal nach dem gesucht, was Andere angeblich gefunden hatten. Nach ihren Vorgaben und Regeln, wie das zu erreichen sei. Das - geht gar nicht. Es ist Betrug. Bzw. Selbst-Betrug. Schließlich ist der Betrüger nicht verantwortlich dafür, wenn ich auf ihn hereinfalle. Und vielleicht glaubt er/sie sogar, was er/sie predigt.
Tiefe tiefe Konditionierungen sind auch: Du mußt doch .... etwas (Sinnvolles/Gutes) tun, an etwas glauben, das Leben geniessen, etwas ereichen, Dir Ziele setzen, Dich in eine Gemeinschaft einfinden, ein soziales Wesen sein, dankbar sein, für Dein Auskommen/Überleben sorgen, eine Meinung haben, Interessen haben ... und vieles vieles mehr.
Alles - um der Deinstallation zu entkommen.
Aber auch das funktioniert nicht, weil diese einfach vor sich geht - oder eben auch nicht.
Ich kann also weder willentlich installieren noch de-installieren.
Aber eines ist vielleicht möglich: Mich an der Deinstallation zu erfreuen, statt an den von Geburt an "eingeimpften (sozial-anerkannten) Verhaltensvorgaben" festhalten zu wollen. Wer weiß schon, wohin was führt?!
Die vielen Glaubensmuster, denen ich bisher aufgesessen war - führen jedenfalls zu nichts.
So - jetzt das Regal auseinandernehmen. Genussvoll. Die wichtigste spirituelle Aufgabe für heute.
Übrigens - las ich heute in einem "Umzugsratgeber", der dem Nachsendeantrag beiliegt, mensch solle etwa 1 Karton pro Quadratmeter Wohnfläche (!!!??) einkalkulieren für den Umzug. Ich liege drunter - hallelujah.
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