Montag, 2. April 2012

Köstliche Synchronizitäten

Hielt nochmal kurze Rücksprache mit meinem helfenden Engel .... ja - bleibt klar, er selbst wird eher nicht dasein zum Umzugstag, aber seine Kumpels sind dabei.  Eine gute Botschaft inmitten von Bergen, die sich langsam aber sicher abtragen. Mit diesen helfenden Händen und (gewohnt) guter Vorbereitung von meiner Seite - wird das am Ende ein Sonntags-Spaziergang.
Entdecke die "Comparsa" = "La Conga" neu - immer wenn ich glaube, müde zu sein - erweckt sie neue Kräfte durch ihren Mark und Bein durchdringenden Rhythmus und ihren ihr innewohnenden Geist. Wegen ihr - nach den Batás - wollte ich einst unbedingt nach Santiago de Cuba.
Tauschte mich heute verbal mit dem helfenden Engel aus, der in seinem Leben vermutlich bereits für mindesten dreie gearbeitet hat, multivers talentiert und mehr als sorgfältig. Kreativ und zutiefst erhaltend - ehemals aus dem Osten stammend.
Aber auch bei ihm ändert sich einiges. So - teilte er mir heute u.a. mit, daß er inzwischen "altersangemessen" arbeitet. Das also, was ich in diesen Tagen nicht recht bedacht hatte - als ich mir zuviel auf einmal aufgebürdet hatte. Ich werde das zwar packen - doch es muß nicht mehr so exzessiv sein. Meine Lektion in diesen schönen Tagen!
Das erste für mich und mein beschränktes, subjektives Auge wirklich ersehbare Ergebnis - obwohl schon viel passiert ist - ist der nackte Boden, nachdem ich eben einen Teppich entsorgt habe. Das tut gut!
Für den kommenden Lebensabschnitt über 50 - so die Götter wollen - ist, bleibt Loslassen angesagt. Von Dingen und Dinglichem. Glücklicherweise gibt es derzeit nichts Neues weit und breit, was ich ansammeln wollte - im Gegenteil. Bisher gab es meist verschiedene Lebens-Themen, die derart abgearbeiitet werden wollten und zu Beginn den Sammlerinstinkt anregten. Bis es wieder an der Zeit war, alles gehen zu lassen.
Ob ich mich erinnern könnte an die Situation seinerzeit, als ich schon mal alles entsorgt hatte und mit ihm zusammen zur Müllkippe gefahren bin? Nein - jetzt gerade nicht konkret. Nach sovielen Umzügen und soviel Loslassen von verschiedenen Lebensabschnitten - kann ich mich nicht mehr an diese eine spezielle Situation erinnern. Aber - ich kann sehen - daß es immer wieder neue und andere Themen gab, die abgearbeitet und dann losgelassen werden wollten, inklusive "Ausstattung". Derart - kann ich nur feststellen, daß es eine große Erleichterung ist, gerade kein spezielles "Thema" mehr zu haben, welches sich in weiteren Ansammlungen manifestieren wollte.
Zu meinem eigenen Segen - hat sich derart auch meine (vergleichsweise harmlose?) Konsumsucht von alleine gelegt in den vergangenen Jahren. Ich gebe gerne mein Geld für gute Lebensmittel aus. Ansonsten - kaufe ich wenig. Und brauche im Grunde wenig.
Wie der Engel, mit dem ich sprach - und der schon, seit ich ihn kenne - wenig braucht und allzu oft nichts genommen hat für seine mehr als wertvollen Dienste, die er den Menschen geschenkt hat. Aber dieser - lebt das aus tiefer Überzeugung, weil es seiner Natur entspricht. Bei mir - ergibt es sich einfach so im Laufe der Jahre. Aus dem Leben selbst - ohne "Überzeugung".  Lustig dabei - ich habe die Erfahrungen von geldlichem Reichtum und reinem Über-die-Runden-kommen gemacht - und beides ändert im Grunde nichts an einer "Grundzufriedenheit" - die entweder da ist oder auch nicht, mit Geld hat diese jedenfalls wenig zu tun.  Das - kann manchmal zutiefst dankbar machen. Und das kann mensch auch nur wirklich sagen - wenn er beide Seiten des gleichen Stabes kennt. Ansonsten bleibt es eine Farce - und ein häßlicher Schlag in die Gesichter der Menschen, die allzu wenig haben .
Dieser "seltene Vogel" hat auch damals mein Geld nicht angenommen - als ich es noch reichlich zur Hand hatte. 
Verrückt! Und doch so wunderbar justierend.
Mein Padrino und Batá-Meister  fällt mir ein, der in für unsere Vorstellungen erkläglichen Verhältnissen lebte -  dennoch im Genuss von mehr "Luxus" als viele Andere - immerhin hatte er ein klitzekleines Haus für sich und seine Familie und einen Gasherd, auf dem er köstliche Speisen in einem dampfenden und zischenden, manchmal explodierendem Schnellkochtopf zubereitete. Er strebte gar nicht nach Reichtum, was in unserem Fall eher ein Fehler war, denn ich spielte, zurück in Deutschland, für uns um Geld - mit Erfolg. Jedoch mit mäßigem. Immerhin - konnte ich gute 800 Euro schicken als Ergebnis - eine Menge Kohle dortens zu der Zeit.
Ein gutes Auskommen war sein Begehr - ansonsten war er gut versorgt, seelisch und geistig. Wobei er eher noch ein relativ gutes Auskommen hatte - vergleichsweise zu noch ärmeren Leuten in der zweitgrößten Stadt Kubas. Manche lebten auch in zusammengetackerten Wellblechhütten - und sein Zwillingsbruder hatte kein Fenster in seiner finsteren Bleibe, in der die Frau auf Holz kochte .... soviel zum allzuoft gepriesenen Fortschritt unter Herrn Fidel .... der nicht wirklich etwas dafür tat, daß es den Menschen in ihren Grundbedürfnissen besser geht. Entsprechende Medizin - gab es nur - für zahlende Touristen. Y mucho más ... Ohne den ihnen innewohnenden Geist - wären viele Kubaner verloren. Ashé.

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