Samstag, 14. April 2012

Packzeit mit Informationsgehalt

Je weniger es wird, desto länger dauert es scheinbar, den Rest einzupacken. Das Brachiale gelang (oder auch nicht?)  schneller, als das Filigrane. Aber es wird, Gewürzglas für Gewürzglas geht es weiter ....
Während des Einpackens hörte ich heute schon drei Beiträge von Andreas Popp - der sich mit Kollegen in der  "Wissensmanufaktur" Gedanken macht, wie eine für alle gute Lösung nach dem kommenden Zusammenbruch unseres Finanzsystems aussehen kann. Wohlgemerkt - sie arbeiten an Lösungen. Und getrauen sich, Neues zu andenken - im Wissen darum, daß ihre eigene ehemalige "Aus-Bildung" im Bereich der Finanzwirtschaft sie selbst lange blind gemacht hat.
Soweit, so kurz - wieder inspiriert von "schnittpunkt 2012", der heute einen interessanten Vortrag vom Herrn Popp verlinkt hat - danke dafür. Titel: "Ihr lernt das, was Ihr wissen sollt, und nicht das, was Ihr wissen solltet."

Danach sah bzw. hörte ich mir ein Interview mit Herrn Popp an, bei dem es u.a. um den Appel an Herrn Gauck´s Integrität geht, den ESF nicht zu unterzeichnen. Besonders schön aber für mich die Ausführungen zu Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit. Wegführend von diesem absurden Mantra, daß Arbeit zu Einkommen führt - und nochmal hervorhebend, daß die Leute mit der meisten Kohle am allerwenigsten arbeiten, sich nicht "arbeitslos" sondern "Privatier" nennen. Er spricht klar aus, daß Arbeit und Einkommen schon lange nicht mehr in irgendeinem Zusammenhang stehen. Und daß in Europa de facto bereits Faschismus herrscht.
Eben sah ich wieder einen der DPD-Fahrer auf der Strasse, die arbeiten sechs Tage die Woche, jeden Tag mindestens 12, eher 14 Stunden - und kommen eben mal, wenn überhaupt, über die Runden. Vorm Fenster heute, am Samstag, wieder mal Bauarbeiter zugange - die arbeiten ebenfalls sechs Tage die Woche - und werden ganz sicher nicht wohlhabend dabei. Es ist gleich halb fünf - und die machen keinerlei Anstalten, aufzuhören. Das soll also ein Segen sein?
Danke auch an alle, die für Nuoviso arbeiten. In diesem Fall an den Interviewer aus den (ironisch) "Neuen Bundesländern".  Immer öfter registriere ich, daß der Wissensdrang und das kritische Hinterfragen dieser Leute durchaus ein Segen für uns alle ist - viele übernehmen nicht einfach ungefragt die "Alternativlosigkeit" von Systemen, sicher auch aufgrund der eigenen Historie bzw. Geschichte der Eltern.

Als drittes lauschte ich noch einem Beitrag zum Thema "Rechts oder links" - natürlich wird auch ein Herr Popp mit dieser Keule bearbeitet.  Ein wenig amüsiert - denn wie er hier spricht und gestikuliert, fühlte ich  mich ein wenig an Pfarrer und/oder Bundespräsidenten erinnert. Andererseits - wäre es doch eine helle Freude, wenn die Sonntags-Prediger in den Kirchen sich mal ein Beispiel an solchen Inhalten nehmen würden. Oder tun sie es schon, ich war ewig nicht in einer Kirche?

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