Mittwoch, 18. April 2012

Alte Socken ...

... sprach gestern mit einer Freundin über die Verrücktheit.
Die Verrücktheit- an alten Dingen festzuhalten.
Das verrückteste Beispiel sind alte Socken.
Da sagt der Verstand: Die sind doch noch gut.
Kannste doch noch brauchen.
Wirf die doch nicht weg.
Völlig verrückt.
Sie kennt das auch.
Und weit extremer noch als ich.
Hat nach ihrem Umzug vor Jahren zu ihrem Geliebten
noch den ganzen Speicher voll mit Zeug.
Wenn mal was ist ...
Sie meint - alle sind so drauf,
auf die eine oder andere Weise.
Verrückt eben.
Hat einer kein Geld, macht er sich Sorgen.
Hat einer zuviel davon, macht er sich auch welche,
es könnte ja weniger werden.
Und sie meint - es geht immer nur um die Angst vor dem Tod.
Ich meine das auch.

Habe den Keller sortiert.
Weit weniger schlimm, als ich dachte.
Weitgehend - wertvollste Rhythmusgeräte.
Kurz - fing mein Herz an vor Freude zu klopfen
ob dieser Schätze.

Habe wieder Einiges zum Mitnehmen auf die Strasse gestellt.
Zum Beispiel uralte, aber tolle Inline-Skater
und Knochenschoner-Garnitur dazu.
Fängt der Verstand an zu erzählen: Macht doch Spaß, behalt die doch ...
Jaja - weil es soviel Spaß macht, bin ich auch
die letzten x-Jahre nicht mehr drauf gelaufen.
Und gerade im Bergischen bietet es sich ja an, Witzbold.
Einen schönen, großen Hartschalen-Koffer.
Ich verreise ja derzeit nicht - und wenn doch,
sicher nicht mehr mit diesem Monstrum.
Jede Menge Bilderrahmen.
(Alles weggegangen wie warme Semmeln!)
Zeug Zeug Zeug.
Und immer wieder tönte der Verstand:
Du mußt doch nicht alles verschenken -
verkauf es doch.
Jaja, Super-Idee.
Ne!
Ich rechne immer so:
Verhältnis von Energieaufwand zu monetärem Ertrag -
und dann kommt zügig die Antwort:
Rausstellen.
Die Freude eines Passanten über die Beute -
ist mehr wert und schont meinen Energieaufwand.
Geld - kommt von woanders wieder rein.

Viele Dinge, die ich rausstellte, landeten nach wenigen Minuten wieder hier im Haus.
Einiges bei der Vermieterin - die läßt nichts umkommen.
Mir ist es wurscht, wo es landet.

Dieses alte "Könnte mensch doch noch mal brauchen" - Trauma
der Ahnen löst sich in Luft auf.

Jetzt geht es filigran weiter -
das ewig mitgeschleppte Werkzeug  wird noch gut aussortiert.
Besser - ich stelle eine Kiste einfach ungeprüft raus!
Hatte seit sieben Jahren keine Hand mehr in dieser.
Reine Prüllsammlungen.
Und "wenn-mal-was-ist" -
haben die helfenden Engel sowieso meistens ihr eigenes Werkzeug dabei.

Schaute mir heute mein neues Domizil erstmals auf Google-Maps an.
Sieht aus wie ein großer Broccoli - überall Baumkronen und drunter der Wald.

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