Seit ich immer öfter wie eine Tigerin aus der Limousine flüchte während der Wartezeiten - bekomme ich wieder Farbe. Wenigstens im Gesicht und an den Armen.
Der Unternehmer fragt mich wieder, wie mir denn das Landleben so bekommt? Sehr gut - sage ich - es ist wie Urlaub. Jaaaaa .... noch - meint er. Ich sage - wiederholt zu diesem überzeugten Stadthaus-Bewohner mit eigenem Haus - Hör auf zu unken! Laß das einfach sein mit diesem Unken! Ich kann das nicht brauchen - und es ist für nichts gut!
Aber so wäre es eben im Leben - das Leben sei nicht immer Urlaub, sondern eben das Alltags-Leben. Der - hat gut reden ... fährt mehrmals im Jahr ausgiebig in Urlaub - mal hierhin, mal dorthin, seit Jahrzehnten. Ich fahre schon seit Jahren gar nicht mehr in Urlaub - und ehrlich gesagt, bin ich das auch selten, als ich noch die Option hatte. Ich bin zwar viel herumgefahren und -gereist - aber nicht, um "Urlaub" zu machen, sondern um etwas Neues zu erleben, Neues zu sehen und Neues zu lernen. Hier und jetzt - ist das mein Urlaub. Bei Bedarf - ist die Badewanne mein Strand. Die Wälder und der weite Himmel rundum sind meine Ärzte. Und die flinken, fidelen Schwalben. Heute - sogar eine sehr beeindruckende Hornisse in meiner Herzküche, was für ein "Fluggerät".
Was mich im Nachgang zu seinem fortgesetzten Geunke wirklich beschäftigt - ist die Frage, was bitte ein "Alltagsleben" sein soll? Ist das nicht einfach eine recht reduzierende Vor-stellung vom Leben, in dem im Grunde jeder Tag neu ist? Nur - die wenigsten von uns merken das noch.
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