Heute nacht - bzw. morgens, ich träume meistens morgens vor dem Aufwachen - ein segensreicher Traum. Nach vielen Jahren. Über Jahre träumte ich regelmäßig nur Albträume, was meine Wohnsituation betrifft. Tagsüber - und nachts. Es katapultierte mich regelmäßig in einstige Wohnungen und albtraumhafte Situationen. Seit ich hier bin, träumte ich meist nur noch von der letzten Albtraumwohnung ... die anderen tauchten nicht mehr auf oder nur noch in Fragmenten. Jahrelang träumte ich - daß ich heimlich und unerlaubt, ohne Miete zu zahlen, immer noch in den alten Wohungen lebte. Mal in dieser, mal in jener. Oft vergaß ich über Tage, meine Katzen zu füttern, weil ich mal wieder in einer anderen Wohnung gewesen war. Der schlimmste Albtraum! Die Katzen haben es immer überlebt.
Tatsächlich habe ich bislang im Leben - sowohl immer meine Miete bezahlt als auch besonders ehemalige Tiergenossen versorgt, daher wunderte mich das immer.
Die Träume änderten sich, seit ich hier bin. Ich saß nicht mehr ganz fest - aber noch ein wenig. In der letzten Wohnung. Mußte noch für eine Weile ein, zweimal die Woche dort übernachten im Traum, wegen dem Taxijob in der Stadt. Dann - ging´s ans Aufräumen, es mußte aufgeräumt werden im Traum. Meine Aufräumaktionen vor dem Umzug ..... Es war teils nicht zu schaffen, bis neulich mal ganz viel Hilfe kam. Hallelujah! Lauter ehemalige Bekannte und Freunde waren da und halfen beim Aufräumen von zwei riesigen Kellern. Ich sagte ihnen zwar - was meines wäre und was ich wegzuräumen hätte, der Rest sei nicht mein Anteil, sondern der der chaotischen Vermieterin - doch am Ende war alles aufgeräumt und sogar noch verschönt. Die vielen Baumaterialien der Vermieterin waren von einem befreundeten Schreiner derart sortiert worden, daß sie wie eine schöne Vertäfelung des alten, kühlen Kellergemäuers aussahen. Während des Aufräumens war sogar noch genügend Zeit für lustige Scherze. Letztlich - war alles mit Leichtigkeit geschafft, dank der vielen helfenden Hände. Ich hate nur noch mein Auto auf der Müllkippe zu leeren - und das würde ich sicher noch hinkriegen.
Im Außen - war es der Abend, an dem ich hier erstmals registrierte, daß sich unter meinem Schlafzimmerfenster in diesem seltsam länglichen Anbau tatsächlich eine Kegelbahn befindet. Drei Monate lang war dort nichts zu hören gewesen - vielleicht haben die renoviert? Und dann diese Ironie des Schicksals - Sati auf der Suche nach Ruhe - findet eine Kegelbahn vorm Schlafzimmerfenster vor. Ist wieder umzingelt - von allzu viel Leben. Kegelbahn, Kinderspielplatz, Jugendliche die ganze Nächte lang das von den Eltern verlassene Haus mit Garten mit grauslicher Musik beschallen, eine Baufirma am Eck, Verkehrsgeräusche von der Straße, Grillfeste, sehr gesellige Nachbarschaft, die sich gerne etwas zuruft. Still - ist es hier selten am Tage. Am Abend schon - und an den frühen Morgen. Manchmal am Mittag und Nachmittag. Das - ist doch was! Und - vor allem - es ficht mich meist nicht wirklich an, es sei denn, ich falle in den Zorn der Vergangenheit. In diesen ohnmächtigen Zorn. Schließlich - sitze ich hier oben unterm Himmel - und es kann mir wurscht sein, was da unten so los ist. Es ist Gold wert, daß niemand hier einblicken kann und ich die Etage für mich alleine habe. Alles Andere - ist das Leben, welches einen eben gewissermaßen verfolgt, solange man noch nicht gestorben ist.
Ich nahm also diese für einen Moment erschreckende Entdeckung der Kegelbahn mit in die Träume - und am Morgen stellte ich fest - daß die KeglerInnen sich im Traum in o.g. helfende Hände verwandelt hatten. Gut! Seither - nehme ich die Kegelbahn mit Humor. Und sie hindert mich nicht an seligem Schlaf. Ebensowenig wie die Autos, die vorbeirauschen höre oder gar die Flieger, die mitten in der Nacht derart nah über´s Haus fliegen, daß es vibriert.
Ich schlafe gut - es ficht mich nicht an. Dieser Schlafraum hat eine sehr freundliche, friedliche Ausstrahlung. Alles Andere - bleibt halt draußen. Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf - und lausche der wohligen Stille. Stehe kurz auf und nehme eine Nase frischester, reiner Waldluft und sehe mir den Himmel an. Schlafe sofort wieder ein, sobald ich mich erneut in die Horizontale begebe.
Der letzte Vormieter hier - fand keinen Schlaf und zog nach einem Monat wieder aus. Vermutlich wieder mal eine Frage der Perspektive. Und für mich bleibt dieser Umzug eine deutliche Verbesserung meiner seelischen Situation.
Schickte die Alben neulich zurück vorm Schlafengehen - dorthin, wo sie herkommen. Sagte ihnen, sie sollen mich nun in Frieden lassen. Oder aber mir wenigstens konstruktive Botschaften übermitteln, statt weiter auf mir herumzureiten.
Heute also - endlich ein wohltuender Traum vom Wohnen - nach vielen Jahren. Ich war hier angekommen. Keine alte Wohnung mehr weit und breit, nur diese hier - und diese ist richtig. Es gab auch nichts mehr aufzuräumen. Die Wohnung trug meine einstige Lieblingszahl - die 5. Hatte diese lange vergessen - und in den vergangenen Jahren tauchten alle möglichen Zahlen auf - aber nicht mehr die 5. Diese wieder aufgetauchte 5 - tut gut, aber ich könnte nicht sagen, wieso.
Im neuen Traum - war ich also hier angekommen. Allerdings - gab es noch eine Nachbarin auf dieser oberen Etage - die ich noch nie getroffen hatte. Sie mich auch nicht. Ich hörte noch, wie diese sagte, die 5 sei sehr angenehm, auch, wenn man sie nie sehe. Diese Nachbarin, die im Traum zwar neben mir im Dachgeschoß ihren Wohnungseingang hatte - lebte de facto im Wald. Umgeben von Wald und uneinsehbar. Eine Waldoase. Ich fragte noch andere Nachbarn - wie das denn sein könnte, das ginge doch gar nicht, wenn ihre Wohnungstüre hier oben sei? Aber es gab keine Erklärung. Ich grübelte ein wenig darüber, erfolglos, und nahm es dann einfach als gegeben. Muß wohl eine Art Zauberin sein, der freundlichen Art.
Erleichtert war ich am Morgen, als ich aufwachte. Seit vielen Jahren der erste gute und friedliche Wohnungstraum. Hallelujah! Und danke.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen