Dienstag, 21. August 2012

Wohltuende Beschränktheit ....

... ergreift mich in diesen Tagen.
Ich sehe - ich kann mich noch soviel mit dem Weltenlauf im Außen befassen und "Informationen" aufnehmen, es wird mich nicht klüger machen. Im Gegenteil, die vielen schlechten Nachrichten aus dem großen Lande des tobenden Irrsinns - ob Euro- oder sonstige derart deklarierte Finanzkrisen, ob neue Bomben oder Drohnen, Meldungen über Mord- und Totschlag, weitere Kriege und ungezählte Ungerechtigkeiten aller Art, weitere Entdeckungen der Pseudowissenschaften, die in wenigen Jahrhunderten ihre derzeitigen, modernen Erkenntnise zum -zigsten Male auf den Kopf gestellt haben werden -  machen im Grunde nur dümmer.
Irgendetwas scheint gerade dafür zu sorgen - daß mich das alles kaum noch erreicht.
Irgendetwas scheint ruhig zu werden.
Ob es an der jüngsten Zufalls-Begegnung mit zwei heilkräftigen homöopathischen MittlerInnen aus der Pflanzenwelt liegen kann? Das - wäre ja geradezu wunderbar. 
Oder schlicht an der bislang einzigen Erkenntnis, die sich mir immer wieder präsentiert: Es gibt soviele Welten und Wahrnehmungen, wie es Wesen gibt. Unzählbar und nicht in eine "gemeinsame Gedankenform" zu bringen - es gestaltet sich von selbst aus ungezählten und für ein kleines Menschlein nicht zu überblickenden Zutaten. Gottgewollt. Jedes Wesen - lebt und erlebt ein ureigenes Leben und sieht die Welt auf eigene Weise. Ein echtes Wunder!
Als Folge daraus - kommt nurmehr der Gedanke, daß es Unsinn und sogar Anmaßung ist, die Welt für Andere mit gestalten bzw. verändern zu wollen. Es gibt nur eine Welt, die sich gestalten läßt, und das ist immer die eigene. Und selbst hier könnte es sich lediglich um eine Illusion handeln, denn niemand ist in der Lage, zu beweisen, ob es diesen vielbesprochenen "freien Willen" gibt - oder eben nicht. Selbst, wenn es ihn gäbe - ich habe eine andere Vermutung  dazu - würde er nicht weit reichen, denn dann hätte jeder einen solchen - und jeder will was Anderes.
Es geht seit einigen Jahren zwar in gewissen Zirkeln die Kunde der "Allverbundenheit" um - doch aus meinem kleinen, beschränkten Leben und der dazugehörigen Wahrnehmung heraus, die die überwiegende Zeit nicht allzu weit reicht, würde ich behaupten, daß allein Gott darum in vollem Umfang wissen könnte - und manchmal bezweifle ich auch dies. Denke manchmal, er/sie/es muß sich schon öfter beim Schöpfen verheddert haben, hat selbst den Überblick verloren beim endlosen "Trial and Error" in der Ewigkeit. Und die meisten, die davon künden - haben es m.E. einfach nur irgendwo gehört und finden die Idee ganz schön - aber wie sollte diese erlebbar sein als Mensch? Außer, höchstens, in wenigen, lichten und in der Regel einsamen Momenten.
 
Dieses Wissen um die eigene Beschränktheit tut mir gerade sehr gut.
Ich muß mich nicht mehr aufregen über die Welt, wie sie angeblich ist bzw. wie behauptet wird, daß sie sei.
Es gibt keine solche Welt - es ist lediglich ein Konglomerat aus unendlichen Ideen, Vorstellungen, Erwartungen ...  und niemand vermag, erfolgreich zu "untersuchen", woher diese alle genau kommen - und wie sie sich zur "Welt" in ihrer jeweiligen Erscheinung formieren. Es geschieht einfach. Ein weiteres Wunder.

Leider gibt es noch diese zweite, wiederkehrende Erkenntnis: Schöne und friedliche Momente der wohltuenden Erhellung und temporären Zufriedenheit mit dem, was ist - gehen auch wieder vorbei. Also - genießen, solange sie andauern.

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