Dienstag, 28. August 2012

Ego me absolvo - Selbstbehandlung mit dem Salz des Lebens

Irgendwie - fanden mich in jüngster Zeit homöopathische Mittel und ich verstand den Hinweis, der mir da mit einem großen Zaunpfahl geschenkt wurde. Setzte also - an der Oberfläche - sehr hilfreich, zunächst dem akuten Bedürfnis und einer Sehnsucht nach Erleichterung entsprechend, mit den mir zufliegenden Mitteln an. Zügig drauf - ging es an die Wurzeln, wieder meldete es sich bei mir, ich hatte nichts gesucht. Aber - es hat mich offensichtlich gefunden - und ich hatte keinen Anlaß, dies zu ignorieren. Das Wurzel-Mittel heißt "Natrium muriaticum" - und der größte Teil der "zivilisierten Menschheit" ist derart gepolt und konditioniert. Ich lese es im Bestand vorhandenen Buch "Psychologische Homöopathie" von Bailey nach ... das weitaus umfangreichste Kapitel - zu recht, da es ja den größten Teil der Menschen in der vermeintlich "zivillisierten Welt" betrifft. Eine recht unangenehme Wahrheit - aber eine Wahrheit und eine Zurückführung an die Wurzeln. Werde hier nicht näher auf die zahlreichen, erhellenden Einzelheiten eingehen - im Netz findet sich auch einiges zur Psychologie von "Natrium muriaticum".
Das Grundthema aber -  ist für mich von besonderem Interesse: "Schuld".
Schuldgefühle. Schuldbewußtsein. Aktuell im kollektiven Bewußtsein völlig krankhaft und auswuchernd - Schulden, Schuldenabbau, Schuldenbremse blablabla .... Gab es nicht auch mal Schuldenablaß - gegen Kohle - irgendwann vor ein paar Hundert Jahren?!!! Erteilt, ausgegeben und erlassen von ... ja, von wem denn? Wie bescheuert sind wir eigentlich - als Menschheit - uns einen Ablaß von anderen geben lassen zu wollen?!
Obwohl ich weiß, daß ich keine Schulden gemacht habe und auch keine Schuld "habe" - gibt es im Unbewußten, welches mir inzwischen durchaus bewußt ist, diesen Reflex - die Schuld für alles Mögliche zu übernehmen, was so im Argen liegt. Die Schuldübernahme für Ungeborgenheit und eine nicht-harmonische Umgebung - setzt sehr früh ein. Als ehemals evangelisch getauftes (??? was ist das für ein Schmarrn - habe ich nie beantragt!) Wesen - gab es nie diese bequeme Möglichkeit wie bei den Katholiken - mal eben die Schuld per Beichte abzulegen. Ich sammelte sie also an. Am Ende - war ich schuld am Zustand der Welt. Habe immer - die Schuld bei mir selbst gesucht, nicht im Außen. Irgendwie - habe ich nie an die Trennung von Innen und Außen geglaubt - was vielleicht schon wieder eine Art Größenwahn ist. Aber für mich - entsteht nun mal die Welt - aus dem Inneren und aus allem, was im Geist auftaucht. Ist im Grunde nicht-manifest und wird aus dem Geistigen heraus manifestiert. Für eine Weile - bevor sie sich weiter wandelt, da der Geist nie zur Ruhe kommt.
Um es sehr kurz zu halten - diese "Substanz" hilft mir, eine eigene "Beichte" abzulegen und mich selbst aus der - selbst-auferlegten und großen - Schuld zu entlassen. In den "heiligen Zorn" zu kommen und auch, die nötige Trauer zu spüren, die seit Anbeginn auf den Schultern lastet. Ob die Substanz selbst hilft - oder nur die Beschreibung, ist mir dabei gleich.
M.E. - braucht es eh keine Substanzen - aber Einsicht und Erhellung - auf welche Weise auch immer. Die Einnahme einer Substanz ist von daher gleichzusetzen mit einer Erinnerung im Geiste. Und dabei spielt es für mich keinerlei Rolle - aus welcher Richtung diese Substanz kommt. Anders gesagt - ich bin zutiefst davon überzeugt, daß eine "Kopfschmerztablette" nichts ausrichten kann - aber der Geist, der sich diese in den Schlund wirft - glaubt an die Wirkung und daher tritt eine solche womöglich ein.
Ebenso verhält es sich für mich mit diesen sanften Mitteln, den sogenannten Globuli. Ich brauche hier auch keinerlei wissenschaftliche Nachweise - die ich von Haus aus nicht ernst nehme, da sich die Wissenschaft der Medizin immer wieder selbst ad absurdum geführt hat im Laufe der Jahrhunderte. Heute lachen die Schulmediziner über die ehemaligen Bader ... und heute bezeichnen die Wissenschaftler ihre Vorgänger als "Quacksalber". Übermorgen - wird es nicht anders sein.
Von Selbstbehandlung wird übrigens meistens abgeraten - kein Wunder und ebenfalls bezeichnend für eine Kultur der Selbstverantwortungs-Abgabe. Nur "Fachleute" sind angeblich in der Lage - etwas zu orten und  zu diagnostizieren. Aha.
Aber - wer könnte ehrlicher zu mir sein und mich besser erkennen - als ich selbst. Bzw. das, was sich vom eigenen, angesammelten Bodensatz ans Licht wagt? Und welches auch bereit ist, sehr alte und verdrängte Schmerzen in Kauf zu nehmen.
Hier: Diesen dummen, alten Schmerz - die Last der Welt auf die eigenen Schultern zu laden und weiterzutragen. Aus einem angelernten und tiefsitzendem Schuldgefühl heraus .... all die Schulden, die nie von den vielen Schicksalen beglichen wurden. All die Verdrängung, die weitergetragen wird - weil sie nicht ans Licht kommen will. 
Die Bibel - und natürlich auch andere "religiöse" Dogmen - sind ein kleiner Schlüssel dazu.
Habe immer noch eine Bibel hier im Bestand - aber stellte fest, daß mir einigermaßen übel wurde beim Sortieren neulich, als ich diese erblickte. Hatte immer noch vor, sie eines Tages (sorgfältiger - fing schon früh an) zu studieren. Aber - das brauche ich wohl nicht mehr, denn mit dem Göttlichen hat sie im Grunde nur wenig zu tun. Sie ist - wie sovieles - ein Regelwerk für Schuldzuweisung und -verteilung.

Natrium muriaticum respektive die Beschreibungen zur zugeordneten Psychologie, wo immer diese gesammelt wurden - ist mein "Beichtstuhl für Konfessionslose". Eine Beichte - vor sich selbst, eine Lebensbeichte.
Für alle, die allzuviel Schuldenlast auf sich nehmen - obwohl sie nie die Verursacher waren. Für alle, die sich selbst zurückgestellt haben - um die Lasten der Anderen zu tragen.  Und die sich selbst dabei vergessen haben. Und die sich dafür - selbst - vergeben dürfen. Für diese sinnlose Verschwendung seiner/ihrer selbst - an von außen Auferlegtes.
Daher: Ego me absolvo !!!

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