Heute morgen hörte ich sie - jedes Jahr eine unverwechselbare Musik ... sie formieren sich für ihren Abflug in den Süden, die Wildgänse. Schaute ihnen nach - und wünschte mir ebensoviel Freiheit und Natürlichkeit.
Die Sonne wirft ein anderes Licht voraus, es wird wärmer und weniger strahlend - das Licht. Bis es sich im Herbst zum Uterus-Rot des Fruchtwasser-Daseins verfärbt. Die Schwalben sind schon längst abgeflogen.
Die frechen und neugierigen Elstern werden wohl hier bleiben - und mir weiter Spaß machen, wenn sie direkt über mir landen und allerhand Geräusche fabrizieren auf dem Kamin. Oder sich auch mal ganz nah ans geöffnete Fenster wagen aus Neugier.
Vielleicht auch die Eichhörnchen ... noch eine gute Weile ... die ich morgens in den Baumwipfeln genüßlich knabbern höre und ungestört beobachten darf - was für lustige Akrobaten diese sind. Eines beobachtete ich lange - es klappte seinen Schweif ganz eng angelegt an den Rücken ein und knabberte die Baumfrucht - sah dabei gar nicht mehr so niedlich aus. Es sind eben auch - kleine Raubtiere - und in diesen balancierenden Positionen auf den schwankenden Wipfeln - hatte ich sie zuvor noch nie wahrnehmen können. Seither beobachte ich sie morgens, wenn sie ebenso geschickt wie Affen vorbeischwingen. Und sich vor jedem vermeintlichen Absturz doch wieder irgendwo mit ihren Krallen auffangen.
Schaute in den vergangenen Wochen wehmütig auf die leere Wiese ohne "meine" Kühe. Vermißte diese - schmerzlich. Dachte nach - ob sie vielleicht nun über Nacht im Stall stehen, weil die Nächte hier teils schon recht kühl werden? Wie ich schon mal schrub - zum Schlachten waren die doch viel zu dünn.
Eben - sah ich sie wieder.
Ich weiß nicht, ob es dieselben sind.
Aber - ich freute mich wie ein Kind.
Hatte sie gerade noch erblickt, bevor sie im Wald oben verschwanden.
All diese Tierwesen - getragen und genährt von den Pflanzenwesen .... diese wieder aus dem Licht der Sonne gespeist ... das ist Grundnahrung. Nicht zum Verzehr - zum Laben. Das Laben der Seele - am Kreislauf des Lebens.
An der Ordnung des Lebens ...
Diese wunderbare Ordnung ...
in Lichtern, in Früchten, in Jahreszeiten, in Vergänglichkeiten.
In lauteren Wundern.
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