Dienstag, 5. Juni 2012

Mäh mäh - und jetzt nur noch nach vorne schauen

So - jetzt reicht es - mit dem Zurückschauen und Sortieren! Genug. Ab jetzt gilt es - nur noch nach vorne zu schauen. Auf mögliches Neuland. Das Gewesene ist nämlich - vorbei - und nährt nicht mehr. In Erinnerungen dümpeln ist sinnlos und so nostalgisch bin ich sicher nicht, was das Hinter-mir-Gelassene betrifft. Was weg ist, ist weg. Und das ist gut so. Mehr als das: Ein Segen. Basta! Hugh!
Habe heute Rasen gemäht. Super-Aktion .... erst warf der junge Mann von unten seinen frisch reparierten Sitzrasenmäher an und mähte das größte Stück, ratzfatz - dann machte ich mich mit dem kleineren Elektro-Rasenmäher an die filigraneren Flächen, wo er mit seinem Trekker nicht hinkommt. Gute Arbeitsteilung, war mir sehr recht so. Ich bestehe nämlich nicht auf Arbeit, wenn er diesen Part gerne übernimmt. Und das tut er - wie er beteuerte. Aber - die Kontrollbehörde in der Mitte wünscht es nicht, daß er das so macht. Aha?! Nun - ich wünsche das sehr, wenn er es doch auch noch gerne macht.
Im Keller fiummelte ich später das ellenlange Kabel auseinander und fluchte kurz, daß es so verwurschelt war. Ein Kabel fehlte, er zeigte mir noch ein anderes, welches ich stattdessen verwenden konnte. Gut. Und dann - hat er mir viele viele Geschichten aus dem Haus und über ein, wie ich finde, recht seltsames Miteinander erzählt. Und das - obwohl er selbst mit seiner Familie erst ein Jahr hier wohnt. Ich staunte nicht schlecht - über soviel "Kindergarten" wegen nichts und wieder nichts - sagte das auch genauso "Das ist ja wie im Kindergarten" - und hörte einfach mal weiter zu. Sagte ihm, wenn es denn mal irgendwas zu klären gäbe unter uns, solle er mir das bitte einfach direkt  sagen, damit könne ich gut leben. Nur gegen Hinterfotzigkeit habe ich etwas - und lasse mich auf solche auch nicht ein. Ja, sicher - er redet auch lieber direkt. Gut, soweit sind wir uns ja einig.
Nachdem ich also von überreichlich seltsamen Geschichten hörte - etwa in der Art, daß die Kontrollinstanz bei den Vermietern angerufen habe und erzählt hat, er habe seine Fenster nicht geputzt - schlug ich scherzhalber vor, im Sommer mal dringend ein "Hausfriedenfest" zu feiern. War aber nicht ganz ernst gemeint.
Mir fiel iinzwischen ein, daß die weibliche Kontrollinstanz  mir ebenfalls schon subtil Beschwerden gegen den jungen Mann unten in ein oberflächlich geführtes Gespräch einwob - er habe den Rasenmäher nicht ordentlich saubergemacht. Ich spare mir die Weitergabe dieser hinterfotzigen Information - das gibt nur unnötig mehr saures Blut.
Bedanke mich aber nochmal bei ihm für die Vorwarnung neulich - nachdem man ihm zugetragen hat, ich hätte laut Musik gehört ... was ich gestern und vorgestern abend auch tat. Ob es ihnen zu laut gewesen wäre? Nein nein, war ok, nicht zu laut. Wenn´s ihm zu laut würde, würde er hochkommen und Bescheid sagen - oder einen Brüll lassen. Gut. Finde ihn ganz nett - und man kann mit ihm reden. Ein Einheimischer, der kennt hier alles und jeden. Empfahl mir eine KFZ-Werkstatt um die Ecke, auf meine Nachfrage. Ich soll dem und dem sagen, daß ich von ihm käme - dann würde es etwas günstiger. Danke.
Ich weiß inzwischen also, daß ich mich gegenüber der "Kontrollinstanz" schön auf Abstand halten werde. Sagte noch lachend: Wenn ich das mitkriege, daß bei mir jemand raufkommt, um zu kontrollieren, ob ich die Treppe geputzt habe - schubse ich den die Treppe wieder runter.
Dann geht´s ans Rasenmähen. Mit Kabel. Kampf mit dem Kabel ... ich schiebe und schiebe das laute Teil über die Wiese - und  denke - da muß wohl das Messer stumpf sein?! Passiert nix. Gänseblümchen bleiben unbeschadet stehen. Ich versuche es mit Ausdauer. Nix. Oder sehr wenig. Ob das reicht? Hmmmhhh .... Nach über einer halben Stunde kommt der Nachbar nochmal zur Hilfe - sehr witzig, das Messer schwebte viel zu weit oben in der Luft, das kann man runterlassen. Muß mensch schließlich wissen. Also nochmal ... jetzt klappt´s. Geht gut. Der Kantenschneider ist mit Vorsicht zu geniesser, wenn man ihn etwas zu tief hält, säbelt der alles bis auf die Erde ab.
Bin zufrieden - für´s erste Mal. Sieht bestens aus - finde ich. Beim nächsten Mal geht´s dann auch schon schneller, besonders, weil ich das Messer direkt ablassen werde. Einige Leute gehen Richtung Nachbarhaus vorbei - alle freundlich, geht doch. Hund und Katze sind auch unterwegs. Aber ansonsten - alles ruhig hier. Ich freue mich, daß die Kontrollinstanz noch im Urlaub ist und mir niemand versucht hat, auf die Finger zu gucken oder mir etwa zu erzählen, wie ich was genau machen soll. So - bleibt´s wenigstens ein kleines Abenteuer. Eigentlich nett da unten ums Haus rum. Mache noch eine schöne Pause in der Sonne. Fege sogar noch den Keller - aber nass wischen, ne, wirklich nicht mehr. Man kann es auch übertreiben mit der Reinlichkeit und Peinlichkeit. Und wer das gerne möchte - darf das ja auch, für sich. Aber andere Leute - haben halt andere Hobbies. Werde mal eine Art "Haus-Friedensmeditation" machen demnächst.
Noch ein lustiger Faux-Pas ... stellte gestern beflissentlich zum Termin die gelbe Mülltonne an die Strasse. Geht doch! Heute - sagt der Nachbar was von "vergessen" .. ne, sage ich, hab´ ich doch gemacht. Es gäbe zwei gelbe Tonnen, sagt er. Ich gucke ein Fragezeichen in die Luft? Hole zwei Tonnen zurück - und sage "Die hier  - ist aber nicht gelb. Die ist weiß. Das muß man erst mal wissen ..." Die ist tatsächlich fast weiß - einfach verblichen vom Licht. Naja - nächstes Mal kriege ich auch das noch hin. Es ist wirklich zum Piepen hier mit "meinen Gemeinschaftsaufgaben". Aber ich lerne es schon noch ... jedenfalls durfte ich schon mehrmals über mich selbst lachen.
Das mit der "Kontrollinstanz" - kriegen wir auch noch hin. Vielleicht schlage ich ihnen einfach mal ein paar neue Hobbies vor. Körperliche Freuden sollen ja zum Beispiel ganz hilfreich sein, wenn man allzu verstockt ist. Und die sind doch zu zweit - würde sich also anbieten zur Entspannung.
Und ich könnte mal einen Aufkleber mit meinem aktuellen Lieblings-Zenspruch ans Auto anbringen - für mich selbst, um ihn nie wieder zu vergessen - und für alle, die sonst noch drüber sinnieren möchten:
"70 % - ist Perfektion"

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