Donnerstag, 14. Juni 2012

Freude und Erleichterung über die neue Wohn-Positionierung. ..

... dauern an. Jeden Tag - freue ich mich, abends die Kolonie verlassen zu können und gen Ländlichkeit zu fahren. Ich freue mich auf die prächtigen Wälder, den weiten Himmel, die sauerstoffreiche, frische Luft und auf die vielen fidelen Himmelsbewohner, die um mich herum ihre Kreise ziehen und frohlocken. Freue mich sogar - über fröhlich spielende, vor Vergnügen quietschende und kreischende, lärmende Kinder unten auf dem großen Spielplatz - die kleine Siedlung gehört ihnen.
Betonung auf "kleine Siedlung" - ein Segen für mich. Eine sehr überschaubare Anzahl an unruhigen Geistern. Und in meiner Himmelsposition - bekomme ich selbst davon kaum etwas mit. Die Geräuschkulisse - ist nicht wirklich still - aber das ist völlig in Ordnung. Rasenmäherbrummen, Autorauschen, manchmal recht laute Flugzeuge, ihre Bahn fast überm Dach ziehend (ein recht beeindruckender Klang) .... und die Kinderchen eben, aber alles im grünen Bereich. In der Nacht wird es ruhiger, schon am Abend, wenn die Kinderchen zum Essen und in ihre Bettchen müssen. Diese - geniessen nicht nur ihren Freilauf, sondern auch feste Regeln, wie manchmal ein rigoros-durchgreifender Elternschrei offenbart. Dann - überwiegt der Gesang der Vögel. Meine Augenweide nach wie vor die Kühe, wenn ich aus dem Fenster sehe und sie friedlich und freilaufend grasen sehe oben auf der Wiese. Kann gut sein, daß sie zum "Gnadenhof" gehören, denn sie können tun und lassen, was sie wollen. Manchmal verschwinden sie im Wald. Ich wußte bisher gar nicht, daß Kühe sich dorthin zurückziehen.
Hatte zwischendurch immer nochmal leise Zweifel - ob ich nicht hätte länger suchen sollen. Aber diese sind unsinnig, denn es ist gerade ein guter Platz für mich hier. Es ist so eine Art "Zwischending" zur Zeit, nicht ganz ländlich - aber dennoch genügend wohltuender Abstand zum Wahnsinn der Stadt. Mit einem schnellen Sprung über die Autobahn erreiche ich die Limousinen, was ja derzeit noch mein Broterwerb ist.
Diese Tage fiel mir ein - daß das Leben mir mal wieder einen Wunsch gewährt hat. Lange dachte ich, es wäre wohl optimal, beides zu haben: Stadt und Land - im Wechsel. Das - habe ich jetzt.

Gestern hatte ich gleich viele gute Touren mit der Limousine - eine führte mich ins Ländlichere, das Ziel der Dame war eine relativ abgelegene, kleine Siedlung in einem grünen Tal. Nicht weit von meinem Wohnort entfernt, vielleicht sieben Kilometer, aber noch etwas näher an der Kolonie. Das macht einen deutlich sichtbaren Unterschied, sowohl in der noch dichteren Besiedlung als auch in der Landschaft. Hier - bei mir - ist es schöner und schon ganz anders, obwohl es nur eine Autobahnabfahrt weiter ist. Wir fuhren zuvor durch ein paar ruhige Wohnviertel mit schicken Einfamilienhäusern und großen "Gärten" (also nicht wirklich welche, solche getrimmten Vorgärten halt, recht steril und nichts Wildes - ein Garten sieht für mich anders aus ....) - und ich stellte fest, wie schön ich es bei mir habe. Das wäre es nicht gewesen für mich - alles viel zu eng, mental. In dem Dorf, in dem sie ausstieg, fühlte ich auch nochmal nach. Ne - danke. Da war zwar alles ruhig und auf den ersten Blick idyllisch, aber dort ist es vielleicht noch enger, denn da kennt wirklich jeder jeden und sieht alles. So - ziehe ich immer mal wieder kurze "Vergleiche" und stelle erfreut fest, daß ich es für mich gerade sehr gut angetroffen habe - für weitere Sortierung, in aller Ruhe! Ein Segen. Wie froh ich bin, nicht mehr in den Häuserschluchten der Kolonie mit allzu vielen unruhigen Geistern zu hausen - kann ich gar nicht beschreiben. Gestern abend, als ich endlich wieder rausfuhr, war die Luft mal wieder völlig verseucht von den vielen Autos. Als ich über die "Zoobrücke" rausfuhr und endlich hinterm langen Tunnel wieder rauskam, fing meine andere Welt an - kurz danach fahre ich nur noch durch "Grün" zu beiden Seiten .... und irgendwann taucht dann "mein Dorf" auf, malerisch und erleichternd. Sagte das schon am Umugstag zu dem mitfahrenden Engel: DA - das ist "mein Dorf" - wie gemalt! Und immer wieder - wie Urlaub.  Danke!

Erfuhr von einer Kollegin, daß sie ebenfalls "draußen" wohnt - und es genießt. Eine Fahrgästin ist vor Jahren aus der Kolonie weg und auf´s Land gezogen, noch erheblich weiter weg - und sie genießt es ebenfalls. Es gibt Jahreszeiten und Wetter, den Wandel der Natur zu erleben ... Freut mich - daß alles zu hören, nach einigen "Unkenrufen" der eingefleischten Städter ... Und dann fiel mir wieder ein - daß es gerade die Unken waren, die mich, oben auf der Lichtung in ihren Tümpeln,  hierhin riefen am Tage der Wohnungsbesichtigung, mit ihren uralten Gesängen. Seither - ist ein Unkenruf für mich etwas sehr Schönes, Bewegendes.

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