Montag, 4. Juni 2012

Chan Chan - immortable .....

... anders - aber immer noch hier. Wie alles. Und auch schön. 
Schön - daß noch einer von den Alten dabei ist.
Und noch schöner - daß Musik noch wirklich und lebendig gespielt wird ...
jenseits von "digital" - lebendig. Ich hätte mir hier - weit mehr - Raum für die strahlende, stimmgewaltige Venus gewünscht. Ihre Stimme ist  ..... genau. Für mich - zutiefst reinigend von weltlichem Unsinn.
Ay - que lindo es eso!
Hier - mein Magnet seinerzeit - auch nicht das Original, aber mich unwiderruflich - wieder - anlockend.
Wieder - aus mehreren Erinnerungen heraus.
Gelebte Vorleben - mit viel Rhythmus. Und in diesem: Kindheitserinnerungen - aus Filmen, in denen schönster Mambo erklang. Rhythmische Mixturen, die mir vertraut waren.
Später - die Renaissance dieser Musik durch "Buena Vista Social Club" - danke an ... wie heißt er noch ... ja - Ray Cooder!
Nach ein paar Jahren des Erinnerns und des Wieder-Erlernens - mehr und weniger hiesig - die alten Musik-Erfahrungen vor Ort gemacht. Alte Meister wiedergetroffen. Alles aus offener Hand gebend.
Traditionelles ... mir lange Bekanntes ... Wieder-Erinnertes..
Ne - ich habe das nicht alles zum ersten Mal gehört. Ich kannte das schon - erinnerte mich sehr gut.
Vielleicht war genau das der gravierende Unterschied zu den ehemals Schwitzenden, die es mir nicht vergönnt hatten, so "schwierige Rhythmen" derart leicht zu erfassen: Ich kam einfach nur - nach Hause.
Wenn ich wählen müßte - ich würde jederzeit sehr klar und sofort wieder Cuba wählen - was die Musik betrifft. Nichts Vielfältigeres, nichts Offeneres - was die Integration von musikalischen Einflüssen diffiziler Art betrifft.  Siehe - bzw. höre - die "Corneta China" im Karneval ...
Und vor allem - nichts Traditionsbewußteres gleichzeitig. Eine Insel voller Schätze. Die Menschen - inkludiert.
Otra ... wieder mit Udu - die ganz woanders herkommt ... aber wunderbar paßt.
Ich schätze mich glücklich - all diese wunderbaren MusikerInnen noch erlebt = live gehört zu haben, bevor sie gingen.  
Mit Romantik hat das Leben auf Cuba eher wenig zu tun. Oder ist es etwa romantisch, am Tag ein trockenes Brötchen zugeteilt zu bekommen? Hmmmh .... ich denke, eher nicht. Oder - wenn Du versuchst, Deinen Lebensunterhalt in Verkaufstätigkeit von Lebensmitteln zu bestreiten - eingeknastet zu werden ... aufgrund von seltsam-obstrusen Anti-Gewerbe-Verordnungen - ein Zitronenverkäufer geht für seine Offerte in den Knast.
Das sieht also alles nur in Bildern und Filmen so hübsch und romantisch- nostalgisch aus - und mag so scheinen, solange mensch nicht wirk-lich dort lebt.  Für die Menschen selbst - ist es  ein all-täglicher Überlebensk(r)ampf.....
Aber sie sind erstaunlich - kreativ. Und agil.
Übrigens - was ich sehr intensiv erlebe, seit ich nach meinem letzten Aufenthalt vor etwa 9 Jahren mit weit geöffneten Sinnen wieder zurückkam in die "offene, westliche Welt" - hier geschieht genau das Gleiche! Und es spielt nicht einmal eine Rolle, unter welchem "Deckmäntelchen" die herrschende Klasse operiert. Es ist scheißegal - wie es sich nennt. Jeglicher - ISMUS - dient denen, die Kohle und Macht ausspielen.
Damals sagte ich noch - in gutem Glauben  - zu den Einheimischen: Hey - die erzählen Euch hier nur Scheiße in den Nachrichten. Die Welt - sieht ganz anders aus, als sie es Euch erzählen. Als ich wieder hier war - waren meine Sinne auf Messers-Schneide geschärft für sämtliche Lügen der Welten - und ich stellte fest: Hey - Sati - Du hast Dich - hier - genauso verarschen lassen, wie diese geliebten Menschen auf Kuba.

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