Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachtliche Zen-Glocke und Chuzpe

Wachte übellaunig auf. Sauer und frustriert.
Die gestrige Nachricht ist angekommen : Wieder monatelang eine Baustelle vor der Nase - und wieder werde ich "zugebaut" werden. Wenn die dieses Haus auch nur um ein Stockwerk höher ziehen - ist mein freier Blick in diese Weite und in den Himmel weg und andere Leute können mir in meinen Himmelssalon reinglotzen.
Ein zynischer Wink mit lautem Bohrgehämmer also: Alles muß neu!

Frustriert bin ich - weil ich einst dachte, genau das könne hier auf keinen Fall passieren.
Hatte gedacht, einen Winkel gefunden zu haben, in dem genau das unmöglich ist.
Hatte gedacht, hier wäre ich vor sowas ganz sicher.
Weil doch schon alles "fertig" war.
Und seit Jahrzehnten so hier stand.
Ärger kommt also auf.
Viel Ärger.
Und Selbstmitleid.
Habe ich etwa die hiesigen Psychos überstanden -
um damit belohnt zu werden für die ganze Ausdauer?
Pünktlich zu einem echt nötigen Urlaub?
Ein schlechter Witz - ein sehr schlechter..

Aber Selbstmitleid hilft auch nicht weiter.
Und Ärger auch nicht 
Es ist - mal wieder - wie es ist.
Und ganz anders, als ich es mal dachte.
Denken hilft also auch nicht sonderlich.

Ein alter Albtraum hat mich erneut eingeholt.

Da hilft nur - aufstehen.
Nachschauen, was mir das mal wieder mitzuteilen hat.
Die Antworten sind auch schon da.

Eine lautet:
Hör auf, das Opfer zu machen.
Wenn die "Umstände" nicht passen - mußt Du sie eben ändern.
Und aufräumen. Sortieren.
Besonders Deine Gedanken.
Gedankenfestklebereien lösen ....
Alte Programme löschen.
Mach mal einen Komplett-Reset.

Und; Starte ein Forschungsprojekt!
Das einzige, welches sich wirklich lohnt:
Was braucht es jetzt?
Was brauchst Du - wirklich?
Was will die Seele?
Diese - weiß.
Alles andere - ist Programmierung.
Und allzuviel Funktionieren.
Ohne, daß etwas wirklich funktioniert.
Viel Aufwand - für wenig Ergebnis.
Ein Irrweg also.
Komplettverirrung.
Gut.
Ja - soweit klar.
Jaja - ist gut. Ich weiß es ja.
Und jetzt?

Jetzt mal - das Ganze mit etwas mehr Humor betrachten.
Wo Du doch offenbar eine Meisterin im Erschaffen von Hindernissen bist -
warum nicht mal die Meisterschaft im Erschaffen der anderen Medaillenseite üben?
Es sind ja immer - zwei Seiten der gleichen Medaille - heißt es.
Und Krise - ist Chance.
So betrachtet - hast Du eine Menge Chancen.
Nutze diese.
Und nutze den kommenden Baustellenlärm als "Zen-Glocke"!
Als "Zen-Glocke", die läutet, damit Du nun, etwas über Zwanzig, mal herausfindest, was Du wirklich noch tun bzw. erleben möchtest. Bzw. Deine Seele. Frag die - die weiß es.
Und - sieh es als Forschungsprojekt - und als ein Abenteuer.
Lach mal, Sati - über den erneuten schlechten Scherz der Götter -
und mach Dich auf die Reise. Wer weiß - wozu es gut ist.

In der Nacht ein erstaunlicher Traum - ein Bekannter hat einen 3-D-Drucker bei sich und druckt mal eben ein komplettes Werkzeug-Set aus. Eigentlich braucht er nur ein einzelnes Teil davon. Ich staune Bauklötze und nehme das mal eben fertig gedruckte Werkzeug in die Hand, befühle es, drehe es hin und her ... es ist echt und perfekt gelungen.
Sofort fällt mir (m)eine schon seit Jahren mitgenommene Idee ein, die läßt sich mit so einem Drucker kinderleicht realisieren. Noch viel leichter, als dieses perfekte Werkzeug. Tut gut, der unerwartete Traum.  Endlich mal - ein Erfolgserlebnis.

Statt Selbstmitleid und Opferzeugs - braucht es jetzt also Mut, Großzügigkeit und vor allem: Chuzpe. Das übersetze ich mal mit "Frechheit", allerdings in frischer und fröhlicher Qualität. So wie in dieser Geschichte von Hermes und seinem allerersten Tag auf  dem Olymp, an dem er sich als erstes die Frage stellt: Was stelle ich denn heute mal an?

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