Die Wintersonnenwende.
Alles beginnt wieder, sich zu regen und zu sprießen, zu wachsen und bald auch zu blühen.
Vorbotin in diesem Zyklus - eine Hyazinthe, die ich mir mitbrachte - hocherfreut, sie vor dem Blumenladen zu sichten. Neben Tulpen. Beide für mich Botinnen von Fülle und Freude. Von dem, was sich aus sich selbst heraus verschenkt.
Jenseits von Konsumzeugs ... naja, hab´ sie schon erstanden, zugegeben. Noch wächst sie nicht einfach so wieder aus Mutter´s Boden. Aber bald ... ganz bald.
Hatte Tulpen- und Narzissenzwiebeln gesetzt im Herbst ums Haus.
Freue mich auf deren Erscheinen.
Das ist wahrlich ein Wunder, jedes Mal wieder.
Es will nur als solches auch bemerkt werden.
Vielleicht das Tröstlichste überhaupt in einem Leben:
Wenn etwas aus sich selbst heraus wächst.
Genährt von Mutter Natur und der Erde -
unerzogen, nicht-indoktriniert und ganz natürlich.
Heute also schon eine Art erster Frühlingstag. Die Sonne lacht bei milden 12, 13 Grad und die Vögel geben bereits feine Konzerte. Hell ist es heute am Vormittag ... nach den stillen, dunklen Weihnachtstagen.
Drei Tage - schon wieder wie im Flug vergangen.
Und dafür diese ganze Aufregung in den vergangenen Wochen?
Die Hektik und der ausufernde Konsumzwang?
Hab´s beobachtet in der Zeit, so ich in der Kolonie war. Beobachtete, daß die Straßen selbst relativ leer waren. Kein echter "Verkehrszusammenbruch" in der Innenstadt, nur ein wenig temporäres Chaos. Die
Hat alles in allem bestens geklappt dieses Jahr - mich da, soweit es eben möglich ist, rauszuziehen.
Die Fahrgäste verwunderten mich manches Mal mit ihren Kommentaren beim Einsteigen, vom Weihnachtsmarkt oder aus den übervollen Kaufhäusern kommend: "Ach, das ist ja grauslich, schrecklich, furchtbar, der Wahnsinn, macht keinen Spaß, was bin ich froh, hier weg zu kommen ...." usw. Und alle gehen jedesmal wieder hin.
Komisch, die Menschen.
Und doch - war es oft - aus meiner Sicht viel leerer als in den vielen Vorjahren. Vermutlich ist viel "online" über die Tresen gegangen. Allzu verständlich und ein Segen für solche, die da wirklich nicht ins Gewühl wollen.
Und nun ist wieder mal alles vorbei.
Bei mir jedenfalls. Hier wird jetzt wieder peut-a-peut "abdekoriert" ... der "Weihnachtsdeko-Heimeligkeits-Anfall" ist vorüber. Die Pflanzen freuen sich - daß sie wieder "einfach so" schön sein können - ohne Glitzerkugel-Ohrringe.
Wieder mal - staune ich über den wochenlangen, lärmenden Wirbel zuvor - und wie schnell sich dieser im Anschluß einfach in Luft auflöst - fortgetragen von einem kräftigen Wind.
Denke noch an die potentiellen Weihnachts-Selbstmordkandidaten und möchte diesen gerne sagen: Laß es sein - es lohnt sich nicht. Eigentlich ist es nur ein Witz - die, die keine Familie haben, wünschen sich eine - und die, die eine haben, wünschen sich oft ihre Ruhe. Mensch kann ja auch unter Freunden feiern - oder gar alleine. Es spielt keine echte Rolle. Du siehst ja - schon wieder ist es vorbei. Und nun beginnt wieder die Zeit, wo sich unter der Erde echte Wunder entfalten .... Irgendwie sowas - würde ich denen gerne sagen.
Oder sowas: Alleinsein - ist gar nicht so schlimm, wie viele glauben. Kann auch ein rechter Segen sein. Gut, hier und da ein wenig Gesellschaft, warum nicht? Tut auch temporär gut. Aber schau mal - jeder Mensch ist im Grunde alleine unterwegs auf seiner Lebensreise. Sogar den Göttern - geht´s nicht anders. Und weit schlimmer, als alleine unterwegs zu sein, ist es, inmitten unpassender Gesellschaft einsam zu sein.
Ich weiß das. Aus vielen verschiedenen Zyklen. Und ich hatte drei sehr gemütliche Tage! Fast - bis auf kurze, angenehme Gesellschaft - ganz alleine mit mir. Und weißt Du was - es war so still und schön, daß ich heute nicht mal echte Lust hatte, rauszugehen und ein paar Besorgungen zu machen. Zum Glück war´s weit weniger menschenüberfüllt draußen, als ich erwartet hatte ....
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