Samstag, 10. August 2013

Zweimal kleine Zeitreisen .... per Film

Ungeplant -  nach einem Tag mit langen Wartezeiten an einem müden Abend. Wollte nur noch die Füße hochlegen und einen "netten Film mit hübschen Bildern" sehen - und sah direkt zwei Filme, die Atmosphäre hatten.

Erstmal eine außergewöhnliche Liebesgeschichte von einem Paar, welches sich jeweils über Jahre hinweg nur für wenige Tage im Juni trifft. Beide verheiratet mit Kindern - er DDR-Bürger, sie aus dem Westen. Begleitet wird die Liebesgeschichte über die Jahre, von 1971 an bis etwa 2005 .... wirklich schöner, stiller Film - mit sehnsuchtsvoll-realistischem "Plot".
"Jedes Jahr im Juni" heißt er - hier zu sehen - noch für eine Woche.

Danach auf Arte ein zweiteiliger Film - also gute drei Stunden, habe erst die Hälfte gesehen und darf mich noch auf die andere freuen - über die 68-er-Bewegung, hier aus französischer Perspektive. Ein bischen erinnerte es mich an "Sommer in Orange", wenn es auch nicht so komödiantisch daherkam - allerdings nicht ohne Ironie.
Eine Gruppe von jungen Leuten, vorwiegend Studierende, zieht aufs Land in einen alten Hof - ziehen sich dabei noch gegenseitig über den Tisch - und versuchen dort, ihre Ideale und die "neue Freiheit" zu leben.
Eine(r) nach dem Anderen scheitert daran, merkt für sich, daß es auf Dauer auch keine "Erfüllung" ist. Trotz vieler Experimente. "Politische Aktionen" - und zumindestens in dem Teil, den ich bislang sah, auch dieser Versuch, sich "sexuell zu befreien". Kurz gesagt - jede(r) vögelt mit jedem, Tabubruch ist ein "Muß" und nichts geschieht, ohne daß alle dabei sind - im großen Schlafraum. Kommt gut rüber - daß das mit Erotik am Ende auch nur wenig zu tun hat.

Oder ich sag´s mal so: Wenn Tabus oft genug gebrochen sind - wird auch das lediglich Alltag. Gilt übrigens auch für Gewalt - ist aber eine Anmerkung, die nichts mit dem Film zu tun hat.

Werde mir heute mal den Rest ansehen ... bislang jedenfalls ein Film mit ver-dichtenden Bildern - und eine nette Zeitreise.
Zumindest für mich, die ich ja noch die Ausläufer dieser Zeit erlebt habe einst.
"Liebe und Revolution" der Titel - hier der Hinweis zu Teil 1 und 2 - auch noch für eine Woche auf dem Schirm. 

PS: Teil 2 nun gesehen -  der ist wieder eine Zeitreise, die sich von den 80érn bis in die 2000er zieht. Der erste spielt also in den Powerflowerzeiten - der zweite zeigt, wie die Lebenswege ehemaligen RevoluzzerInnen sich im Weiteren gestalten. "Irgendwie" hatte ich so den Eindruck, daß Aufbruchszeiten mehr Spaß machen. 

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