... vom Herrn Dahlke. Der Titel bringt es nicht auf den Punkt - der lautet allzu schlicht "Gewichtsprobleme" - und ist daher m.E. etwas irreführend.
Tatsächlich beleuchtet der Autor hier die Symbolik von Nahrungsaufnahme. Was wir also jeweils in verschiedenen Lebenslagen und Situationen mit dem Vorgang des Essens verbinden - außer der eigentlichen Zufuhr von Lebensenergie. Welche zahlreichen "Ersatzprogramme" mit dem Essen verknüpft sind.
Auch Abstecher in die Götterwelten und ihre Symbolik macht er.
Ein sehr interessantes Buch rund ums Essen - mit vielen sprachlichen Feinheiten zeigt er auf - wie sehr auch unser Wortschatz von solchen Ersatzprogrammen rund um die Nahrungsaufnahme kündet.
Und "rund" - zieht sich als eine Art Schlüsselwort durch die vergnüglichen und aufschlußreichen Seiten.
Meine Zeit bei Buddhistens fiel mir u.a. wieder ein - und das tägliche, aufgeblasene Brimborium dort ums Essen.
An einem vermeintlich-spirituellem Ort - an dem es vordergründig ums Wesentliche geht - und an dem doch soviel am Essen und damit an Genuß festgemacht wurde. Vielleicht - weil die anderen sinnlichen Genüsse - also diese weltliche, fleischliche Lust, die Sinnesbegierden, Sex und eventuell auch sowas wie gesunde Aggression - "wegmeditiert" werden sollen.
Also allzuviel Blabla ums Essen - zuvorderst bei den Leuten, die die Gäste zu versorgen hatten. Aber auch bei den Gästen - die sich ja vordergründig einer schlichten "Essensmeditation" hingaben - aber immer wieder war es zum Piepen, wie beim schweigenden Schlangestehen an den Töpfen gedrängelt wurde.
Eigentlich braucht es keine Worte - im Schweigen enthüllt sich manchmal viel mehr, was uns als Mensch ausmacht.
Sämtliche unterschwellige Nöte und Aggressionen - kommen im Schweigen im Grunde viel deutlicher zum Ausdruck - ungewollt und völlig unübersehbar. In den Jahren zuvor - als ich oft zu Gast war auf solchen Seminaren - hatte ich mir nach einer Weile angewöhnt, mich hinten anzustellen in der Essenschlange. Nachdem ich meine eigenen Muster des möglichen "Zu-Kurz-Kommens" immer wieder beobachtet hatte. Immer wieder - hast Du auf den letzten Salat geschaut und gehofft, er möge noch in der Schüssel sein, wenn Du an die Reihe kommst. Aber dann - hat sich der Vordermensch genau diesen genommen - so ein Arschloch! Ja - es ist lustig - im Schweigen zu schwelgen - und die lauten Stimmen im Kopf zu hören.
Der von allen (außer mir) vielgepriesene neue "Starkoch" fiel mir wieder ein - mit dem ich hart aneinandergeriet - und dessen Essen mir sehr fad und ungewürzt schmeckte. Kochen konnte der wirklich gut - aber die nötige Würze fehlte - also auch ein wenig Liebe. Lustigerweise warf genau dieser mir das vor - ich würde meine (also präzise seine) schlechte Energie ins Essen bringen. Hallo? Gute Lektion - im Nachhinein.
Und wahrlich - habe ich in jede "Abendsuppe" für die Besucher, gezaubert aus den "mittäglichen Resten" des von den Anderen noch eine recht kurze Weile unerkannten Blenders, viel Liebe mit hineingerührt. Ich ging früher, als anvisiert, wieder weg - das große Haus war zu eng geworden für uns beide - obwohl der nicht einmal dort wohnte. Einer mußte gehen - und so entschied ich kurzerhand für mich - daß ich es bin, denn ich hatte keinerlei Ehrgeiz und/oder aufrichtiges Bedürfnis, noch länger 80 bis 90 Stunden die Woche an liebevoller Arbeit - für die BesucherInnen, die mir dies oft und für mich auch oft erstaunlich rückmeldeten - zu investieren, um dafür innerhalb des "Teams" quasi die Rolle einer Art "Aufsässigen" abzugeben.
Manches Mal hörte ich sehr erstaunt - von den Gästen, nicht etwa vom "Team" - daß es gar "sauberer" geworden sei. (Vom Team hörte ich eher - was ich denn eigentlich genau in soviel Stunden gemacht hätte? Ich habe mir damals - für mich selbst - meine Stunden genau aufgeschrieben.) Also - das ganze Haus. Und das, obwohl ich bis dahin zutiefst geglaubt hatte, daß ich mich für alles Mögliche - aber sicher nicht für´s Putzen eigne. Die Rückmeldung kam insbesondere von Frauengruppen - die sich zuvor wohl öfter mal beschwert hatten - und mit denen man mich und die schwesterlichen Helferinnen quasi alleine ließ im Haus. Da hatten die Herren halt Urlaub. Und wir Frauen - oft viel Spaß.
Erinnere mich gerne - an einen Nachmittag, an dem wir auf meinen Vorschlag hin draußen lachend ein bischen Grün zusammensuchten - um für das kulinarische Abschlußfest der Frauen eine hübsche "Vulva-Dekoration" an jeden Platz zurechtzulegen. Sah perfekt aus - trefflich. Dazu malten wir noch ein paar einschlägige Bilder. Und hatten wirklich viel Spaß bei der Arbeit - die insofern keine war. Und das alles - bei Buddhistens - in den vermeintlich heiligen Räumen. Ja - das wurde auch Zeit!
In diesem Jahr - haben sich die Frauen wirklich wohl gefühlt im Haus - und dafür habe ich gerne "gearbeitet". Wenn Du merkst - daß es ankommt - ist es ja keine Arbeit mehr. Und ebenso ging es mir oft mit den anderen Gästen im Hause. Wenn Du hörst - daß sie sich wohl fühlen - dann hat sich der Einsatz gelohnt. Und ich selbst war ja ein paar Jahre zuvor auch sehr oft Gast. Kannte also beide Seiten - der gleichen Medaille.
Vermutlich war´s eher eine "geistige Klarheit" in gewissen Angelegenheiten - die den Schein von gesteigerter Sauberkeit mit sich brachte. Kleiner Scherz .... ne, ehrlich - manchmal mußte ein gewisser "Muff" raus aus dem Haus.
Lustigerweise - bekam ich auch Rückmeldung - daß es noch nie so "lustig" gewesen sei dort zuvor. Besonders von einer offensichtlich erleichterten Kollegin - die schon seit vielen Jahren auf´s Übelste gemobbt wurde von einem anderen Kollegen.
Und der kranke Koch - war wirklich mehr als humorlos. Im Nachgang - traf ich wunderlicherweise noch ganz anderswo auf einige Menschen, die ihn anderweitig kennengelernt hatten - und die mir ungefragt von diesem berichteten. Ich fand es ganz interessant - hatte den aber bereits vergessen. Und die anderen eingeschlafenen Socken auch weitgehend.
Unvergessen aber eine scheinbar banale, aber dennoch sehr aussagekräftige Szene mit einer Kollegin - die eigentlich nichts weiter in der Küche zu suchen hatte. Ich hatte eine Fenchelknolle geschält und den Rest in die Biotonne gegeben. Sie öffnete diese Tonne - und meinte entsetzt: Das sei doch echt Verschwendung! Sie holte die Knolle wieder raus - bevor ich sie rausschmiß. Ist schon interessant - welche Programme die Menschen so haben. besonders auch in Bezug auf die Grundbedürfnisse.
Stundenlange Gespräche - über´s Essen. Vor dem Essen, beim Essen, nach dem Essen, zwischen den Mahlzeiten. Statt einfach - zu essen. Als ich da wegging, hatte ich das alles wirklich bis obenhin satt ....
So satt - daß ich es in den folgenden acht Jahren gut ohne echte Küche - nur mit einem Zweiplatten-Herd mit Steckdosen-Anschluß ausgehalten habe. Auf dem sich ja auch alles zaubern läßt - was gerade ansteht.
Buddhistens - sind immer noch ein Buch wert. Inklusive meiner eigenen, einstigen "Illusionen". Leider habe ich keine Aufzeichnungen dazu. Aber - es ist ja alles im Speicher abgelegt. Wie in einer "Cloud" also ....
Und immer wieder fällt mir auf - daß gute Verdauung nicht nur mit Essensprozessen zu tun hat.
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