... war wieder aktiv. Montag morgen hat´s mich erwischt - zum Dritten. Fahre über die Autobahn in die Kolonie und steige am Limousinen-Übernahmeplatz aus, als ich es zischen höre. Oh nein - bitte nicht. Doch. Als ich zuhause losfuhr, hatte ich noch ein seltsames Geräusch vernommen, mir aber nichts weiter gedacht .... Das muß der Moment geween sein, in dem ich auf die aufgestellten Schlitz-Gegenstände gefahren bin. Links hinten eine Schraube - rechts hinten ein Nagel. Höchstwahrscheinlich so - schräg - vor die Reifen gestellt, daß ich mir das Zeug beim Anfahren reinfahren muß. Zuvor hatte meine weltbeste Privatlimousine ein paar lange Stunden einfach gestanden.
Ich denke "Scheiße!!!" - und nehme die Limousine in Betrieb. Hoffe immer noch - ich hätte mich getäuscht. Könnte ja auch das Wasserrauschen aus einem Kanaldeckel sein? Träum weiter von schönen Dingen, Sati .... ich gehe während der Wartezeit noch zweimal zu meinem Auto, um nachzusehen, ob der zischende Reifen hinten links Luft verliert. Leider ist es so.
Wieder in der Limousine - kommt der Engel auf dem Fahrrad vorbei und lacht mich an, der Engel, der mir schon so oft geholfen hat bei vielen praktischen Dingen im Leben. Lange habe ich den nicht gesehen - und ausgerechnet jetzt - ist er da. Unglaublich! Ich berichte ihm kurz von meinem Morgenschreck und vom dritten Mal - und er wechselt mir später den Reifen hinten links. Der rechte ist auch sabotiert, aber hält noch Luft, so daß ich zur Reifenwerkstatt komme. Glück im Unglück - und: Wieder nicht abgeschmiert - danke!
Am Abend finde ich mich wieder auf der Polizeiwache im Dorf ein. Ein sehr netter Mensch nimmt geduldig und redselig meine Anzeige auf. Auch den Originalwortlaut "Ich bin nicht wegen 45 Euro Reparaturkosten hier - sondern wegen enem weiteren Anschlag auf Leib und Leben."
Dieser ist zwar der Ansicht, daß man mir das gegebenfalls vor Gericht anders auslegen würde, da ich als erfahrene Berufsfahrerin gelten würde - und bei solchen geht man "justiziabel" davon aus, daß sie solche Gefahrensituationen mal eben locker und professionell bewältigen könnten ... aber ich bleibe dabei - und meine das auch genau so.
Im Zweifelsfall - würde ich auch gerne den Herren "Justiziaren" einige Takte dazu sagen!
Interessant-absurd - dieser Passus, den er mir da gerade erklärt.
Jemand, der quasi motorisch-geschickt ist, bekommt in solchen Fällen eher kein "Recht".
Leute, die zu blöd sind, ein Fahrrad geradeaus zu lenken - schon eher.
Als ich am Morgen meine Privatlimousine heil in die Werkstatt gebracht habe und nach Fußmarsch zurück wieder beim Taxi bin - sichte ich an der Limousine hinten rechts im Reifen eine dicke Reißzwecke. Wat sollste da noch zu denken? Kontaktiere den Besitzer - der ruft mich zurück und ich muß mal wieder lachen über seine Art von Humor. Jaja - wisse er schon. Die gehöre inzwischen zum "Inventar". Sie haben sich das angesehen - und die würde nichts tun. Daher solle ich die einfaxh als eine Art "Zubehör" betrachten. Sie sitzt - an einer guten Stelle und darf da bleiben. Letzte Woche - sei ich auch schon mit dieser unterwegs gewesen. Aha? Hatte ich seinerzeit nicht gesichtet. Gut. Alles klar ...
An diesem Tag verdiene ich nichts - und arbeite nur für die Reparatur. Der Lauf ist mager - aber ich bin ja schon froh, den Engel getroffen zu haben zum besten Zeitpunkt und darüber, daß mir geholfen wird. Das es sich gut regeln und reparieren läßt. Zynisch gesagt: Prima - daß diesmal so zugeschlagen wurde, daß ich wenigstens keine nagelneuen Reifen brauche.
Fast zynisch - denke ich am Abend auf dem Polizeirevier: Wow - interessant, was dieser diensthabende Mensch so von sich gibt. Für diese Begegnung - hat sich das alles schon fast wieder gelohnt. Bin zwar recht müde - aber auch wieder aufmerksam, ihm zu lauschen, besonders zwischen den Zeilen, im Gespräch.
Mich interessiert, was er erzählt. Aus seiner Perpektive.
Er sitzt - alleine in der Wache. Ich sage: Wie bitte? Dat is´ ja wie bei "Schlecker"!!!??? Und meine spontan - das könne ja wohl nicht wirklich wahr sein. Ist es aber. Er findet es nicht ganz so schlimm, wie ich gerade spontan - und erzählt mir von ganz anderen Wachen, auf denen er mutterseelenallein gesessen habe über Nächte - mit morschen, maroden Pappwänden - und einem Munitionslager in der Hütte. Wenn ihm seinerzeit dort jemand einen kleinen Molotov-Cocktail hereingeworfen hätte - dann wäre die Hütte wohl zügig explodiert und in Flammen aufgegangen. Dagegen - sei dies hier doch - sehr schick und komfortabel.
Wir plaudern noch ein wenig - über Anderes. Und ich möchte sicher nicht meinen Job gegen den seinen tauschen.
Er ist gut geschult und trainiert - weiß, äußerlich viel Ruhe zu bewahren. Ich glaube - innerlich kocht er vermutlich öfter mal über. Und ich verstehe das gut. Natürlich ist er auch so klug - rein gar nichts zu sagen, was etwa "politisch-inkorrekt" wäre - aber dennoch kriege ich seine Botschaften schon mit.
Was meine Reifengeschichte betrifft - liest er eine Weile interessiert die ganze lange Geschichte durch - die sich noch auf dem Computer befindet, obwohl das letzte Verfahren bereits eingestellt wurde von der "Staatsanwaltschaft". Ein feiner Typ - und wie wunderbar isr es doch hier auf dem Vorland: Ich war direkt dran und mußte nicht mehr zwei Stunden warten, wie in der Kolonie.
Seit Montag treffe ich seltsamerweise auf niemanden, wenn ich nach Hause komme oder sonst irgendwie vorm Hause bin. "Normalfall" ansonsten ist - daß ich kaum je eine Sekunde nicht alleine bin auf dem Grund. Was denkt sich ein normaler Mensch dazu? Egal ...
Habe die Vermieter kontaktiert - sehr feine Leute - die nebst den urlaubenden Nachbarn in letzter Zeit mit abstrusen Anwaltsschreiben rechnen müssen - und jetzt ist es wahrlich Zeit für eine Kamera. Es reicht. Und es muß sein - denn ansonsten lebt es sich immer nur mit einem mulmigen, schlechten Gefühl - eventuell erneut sinnfrei attackiert worden zu sein. Werde mich schlau machen über meine freien Tage, was für ein Gerät in Frage kommt ... und freue mich schon sehr auf den Tag der Inbetriebname in Kürze!
Die "Gamescom" und ein richtig guter Lauf nach langer Zeit - haben mich versöhnt mit dem frustrierenden Montag.
An dem ich ja dennoch viel Freude und gute Begegnungen hatte. Kommt immer drauf an - wie mensch die Dinge sieht. Eigentlich - waren eine Menge Engel unterwegs an dem Tag. Eine ganze Armada von Schutzengeln. Danke.
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