Was mich vor Jahren schon am meisten beeindruckt hat während meiner "spirituellen Suche" (es muß ja irgendwie benannt werden ...) - und was mich nie wieder losließ seither, versuche ich mal, kurz wiederzugeben. Es geht um das Spiel des Lebens selbst:
Gäbe es - keine Menschen, die Arzt werden wollen - gäbe es keine Patienten.
Gäbe es keine, die heilen wollen - es gäbe keine, die geheilt werden müßten, es gäbe keine "Unheilen".
Gäbe es keine, die richten wollten über Andere - gäbe es auch keine Verurteilten.
Gäbe es niemand, der Andere kontrollieren will - gäbe es niemanden, der von Anderen kontrolliert würde.
Diese Liste - läßt sich unendlich fortsetzen.
Der Wunsch, eine gewisse Rolle zu spielen - zieht also die erforderlichen Mitspieler nach sich.
Denn ohne diese Wünsche, die rein zwangsläufig die gewünschten Mitspieler erzeugen - könnte ja niemand seine gewünschte Rolle erfüllen.
Der Wunsch nach einer Rolle - erschafft sozusagen den Gegenpol, der bereit ist, die entgegengesetzte Rolle zu übernehmen, damit das Spiel auch in Gang kommt bzw. in Gang gehalten werden kann.
Und das ist der exakte und vielleicht alleinige Grund - warum es klug ist, über die eigenen Wünsche und darüber, was sie nach sich ziehen, sehr gut nachzudenken!
Der Wunsch nach Versorgung - zieht Versorger nach sich.
Der Wunsch nach Macht - zieht Ohnmächtige nach sich.
Der Wunsch nach Reichtum - zieht Armut nach sich.
(Ich staune immer wieder über das derzeitige Ergebnis des "Wünsch-Dir-was-Du-willst-und-es-wird-geliefert"-Hypes der vergangenen Jahre ....)
Gläubige - brauchen Ungläubige.
Jeder Spieler - erschafft sich also und benutzt solche "Gegenspieler" - um seine gewählte Rolle zu erfüllen und zu recht-fertigen.
Ganz kurz:
Ein Täter - benötigt ein Opfer.
Ein Opfer - benötigt einen Täter.
Der "mittlere Weg" - der mir einst in Gestalt eines sogenannten "Buddha" entgegenkam (eine Idee wie Jesus - ich erlaube mir, an real existierenden und im Nachgang allzu verherrlichten Personen meine Zweifel zu haben) - wird von kaum jemand angestrebt. Er würde wohl in der Praxis schlicht bedeuten - auf jegliche künstlich eingenommene Rolle zu verzichten und sich also selbst nicht allzu wichtig zu nehmen - schlicht im gegebenen Moment auf die jeweiligen Gegebenheiten zu antworten - also auch in der Rolle, die gerade erscheint. Moderat gesprochen und sehr verkürzt. Dies schließt allerdings rein gar nichts aus. Mein Verständnis. Also nix in Richtung "Ego-Aufgabe" - denn dieses erscheint ebenso zwangsläufig in gewissen Situationen, wie die meisten eine vermeintlich "gewählte Rolle" von vorneherein bevorzugen.
Im Sanskrit ist dieses Spiel der Dualität denkbar einfach in der Sprache wiedergegeben: Für alles, was es gibt, gibt es auch das Gegenteil, welches simpel mit einem vorausgestellten "A-" vor dem ursprünglichen Wort in ein solches gesetzt wird.
Alle Wünsche - werden vom Göttlichen (nenn es, wie es Dir gefällt ..) erfüllt.
Aber - kaum jemand bedenkt - was es nach sich zieht, sich etwas zu wünschen.
Seither bin ich recht bedacht mit dem, was ich mir so für mich wünsche - denke oft daran, was es nach sich zieht. - Es gab zwar immer wieder unklar-ausformulierte Warnungen z.B., was die Anwendung von "Magie" betrifft - aber niemand brachte diese einfach in den Raum gestellten Warnungen für mich in einen verständlichen Kontext. Ich probierte also einfach dies und das aus - und lernte anschließend aus den entsprechenden, teils bitteren und heftigen Erfahrungen, die zügig eintraten. So lernt mensch am besten - meine ich.
Ein wunderbares Gespräch zu dieser Erscheinung von "Dualität" - welches sich lohnt, es sich in den Ohren zergehen zu lassen - findet sich hier. Es nimmt auch Bezug auf den Unterschied zwischen "Dualität" und "Polarität" ... ich hörte es nun zweimal - und beim zweiten Male - hörte ich es ganz neu. Und ich werde ein drittes Mal hören.
Wenig - fasziniert mich mehr.
Leider hat es den für mich den irreführenden und irrtierenden Titel "Satanismus" - im Grunde schreckt so ein Titel ja wohl viele eher ab vom Lauschen. Aber - es ist genial und wahr - und fernab von "Schreckensmacherei". Sehr klar - und der obenstehenden, mich einst ergreifenden "Logik" zugewandt.
Gott und Satan - sind also auch nur zwei sich bedingende Gegenüberstellungen - innerhalb des vorherrschenden Tiefschlafes unserer Geister.
Und - wie gesagt - es geht nicht etwa um "dunkle Machenschaften im Außen" - sondern um die Erhellung im eigenen Inneren.
Daher verlinke ich den Beitrag hier auch anhand der Beschreibung - und nicht anhand des Titels - die da lautet: Alexander Wagandt unterhält sich mit Jo Conrad über Satanismus, Religion, Magie und andere Erscheinungen der Polarität und die gezielte Förderung der Vorstellung einer existierenden Dualität.
Ein weiterer erhellender Beitrag - zum Thema (Alltags-) "Magie" - und eine weitere Gelegenheit zur Selbstbetrachtung und zur Betrachtung des uns alle erfassenden Zeitgeistes ist dieser. Wie gesagt - keine Angst - beide Beiträge bringen einfach - Licht ins eigene Dunkel.
Und übrigens - nicht etwa übrig, sondern explizit: Meinen ganz herzlichen Dank für diese erhellende Gesprächsreihe zwischen diesen beiden - an Jo Conradt und Alexander Wagandt.
Noch ein "Übriges" - also Explizites an den Bruder Maurer, der mit dem Mörtel der Götter offene Gebäude zu gestalten weiß: Venus und Saturn arbeiten gerade befleißigt und freudig - an einer gemeinsamen Ecke. Lange hat es gebraucht dazu - jetzt macht es umso mehr Freude, beide zusammen mörteln zu sehen.
1 Kommentar:
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