.... also Goethe. Sah heute morgen als Bild vor mir - wie er vermutlich heute geschruben würde.
Und dachte drüber nach, ob es einen Unterschied macht, in welchen Symbolen, also wie - (et-)was dargestellt wird. Macht es einen Unterschied - ob ich Göte oder Goethe zitiere?
Fühlt sich Göte - anders an - als Goethe?
Für mich - schon.
Göte - fühlt sich für mich an, als würde etwas abgeschnitten.
Vom alten Goethe - den ich ja selbst nicht kannte.
Es fühlt sich an - wie eine Farce.
Wie - unsägliche Dummheit und Unaufmerksamkeit.
Wie ein Bild - dem Farbtöne entzogen werden - und auch das eigentliche Licht.
Macht es wirklich einen Unterschied - wie das Gesprochene in Lettern bebildert wird?
Ich denke ja.
Denn - alles ist Magie.
Besonders die Sprache.
Vielleicht - denken Andere anders darüber -
gerade heute, wo wir mit "Such-Maschinen" arbeiten,
die auch unter "Göte" vermutlich "Goethe" orten würden.
Was also - ist der andere Geschmack von Göte zu Goethe?
In den Bildern.
Wir haben vergessen - daß wir vorwiegend mit Bildern arbeiten -
im Geiste - und mit Bildern ausgestattet sind -
daß wir mithilfe von Bildern die Welt interpretieren,
innerlich wie äußerlich.
Bei den Runen - mag es noch klar gewesen sein.
Chinesische Schriftzeichen beherrsche ich nicht, sie sind mir sehr fremd -
und dennoch scheinen sie äußerst bildhaft.
Das uns vertraute Alphabet - umfaßt gerade mal wenige Zeichen = Bilder .... Ja - Bilder. Sprachbilder, teils aus sehr alten Wurzeln stammend.
Nehme ich also diese wenigen Einzelsymbole für die allgemeine Bildersprache -
und stelle diese kurzerhand in einen "neuen Kontext" - mittels sogenannter Rechtschreibreformen - verändern sich auch die alten Bilder.
Deswegen - kann "Göte" nur eine Karikatur von "Goethe" sein.
Die Bilder und Botschaften von "Goethe" - verblassen in Sekunden vor einer derart abgeschnittenen Symbolkombination wie "Göte".
Sprache - ist bildgewaltig.
Jedenfalls - so wie ich Sprache empfinde.
Und ich gebe zu - ich habe wenig Ahnung, wie bildgewaltig andere Sprachen, die ich nicht kenne, sind.
Die meine, mir mitgegebene - ist es jedenfalls.
Und die wenigen anderen Sprachen, die ich kennenlernen durfte - vermögen, ihre ganz eigenen Bilder zu malen.
Was auch deren Liebreiz ausmacht.
Was ich für mich sagen kann - was die Bilder der Sprache betrifft -
es scheint viel verlorenzugehen. Manche gängige "Redewendungen" der hiesigen Zeit - empfinde ich als durchaus schmerzhaft. Ebenso - wie sinnlose Verflechtungen von Bildern - die nicht zueinander passen.
Ich wäre weitaus versöhnlicher über die neu entstehenden Bilder - würden sie für mich auch einen neuartigen Sinn ergeben - doch leider - werden sie offenbar immer sinnloser.
Ein weiterer unvollendeter Beitrag - unter dem Eindruck eines Goethe-Kalender-Spruches von heute morgen:
"Frei will ich sein im Denken und Dichten -
im Handeln schränkt die Welt genug uns ein."
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