Sonntag, 9. September 2012

Anmerkungen im weiträumigen Salon ...

Also .... ein paar Anmerkungen bzw. Gedanken noch zu Euren lebendigen Kommentaren unterm letzten Beitrag:
Hier ist genug Platz - auch für willkommene Untermieter. Das Gute ist - der Raum ist im Prinzip unbegrenzt und dazu noch kostenfrei - also macht es Euch ruhig im bequemen Salon gemütlich oder im Kaminzimmer .... oder im Garten, unterm schattigen Baume. Ihr seid mir sehr willkommen.

Der offenen Pforte verwiesen  werden von mir nur Anonyme, die Unsinn oder Werbung hier anbringen. Und solche, die mich allzu grenzüberschreitend anquatschen, indem sie ihre projizierten Beleerungen irgendwo hinterlassen - um die niemand gebeten hat - aber gleichzeitig nur einen Monolog anstreben, nicht in Austausch sind. Und dabei nicht einmal formulieren, was sie eigentlich (sagen) wollen. Passiert zum Glück nur sehr selten. Und die bekommen dann eine gelbe Karte .... und eine neue Chance, zu sagen, was sie eigentlich wollen. Aber das nur am Rande. Wie gesagt - hier ist im Grunde viel Raum - solange niemand einfach nur seine Neurosen abladen will.

Zu den von uns allen angenagten Karotten, lieber Astrophil: Ja, sicher haben die alle auch eine Weile süß geschmeckt und gewisse Erlebnisse bzw. Erfahrungen mit sich gebracht. Was sollte ein Esel auch tun mit der vielen Lebenszeit - außer irgendwo dran nagen? Oder auch mal kräftig hineinbeißen in so eine Karotte.
Aber das, was eigentlich nagt - ist mehr "innerlich".

So nagte in den vergangenen Jahren oft die Frage bei mir, wo denn die ganzen "Drecksäue" wohl genau zu finden sind? Ich wartete immer darauf, sie endlich mal unter den zahlreichen Limousinengästen verschiedenster Couleur und Kaliber zu finden - aber ich traf meistens nur auf Menschen.
Nach kurzem Gespräche ergab sich in der Regel - daß ich auch diesmal keine "Drecksau" angetroffen habe - alle haben sie ihre Gründe für das, was sie tun.
Triffst Du sie einzeln unter vier Augen und in solchem engem Raum - offenbart sich dies meist schnell. Sie offenbaren ihre Geschichten sehr schnell und geradezu willig - ich nötige hier gewiß niemanden, stelle höchstens - und auch das lange nicht immer - eine interessierte Rückfrage. Vermute, viele sind froh, wenn sie dies und das endlich mal - für sich selbst - erzählen können ....

Profanes Beispiel neulich während einer Messe - ein Italiener aus Turin offenbarte mir zügig, daß er aus Angst vor der gerade sehr aktiven Steuerfahndung seine beiden fetten Limousinen verkauft hat und jetzt nur noch einen Mercedes der A-Klasse fährt - quasi einen Kleinwagen - damit bei ihm kein Geld vermutet wird.
Wir lachten drüber - und ich fand es sehr menschlich.
Andere - haben ein, zwei prachtvolle Häuser und nochviel mehr im Leben, was widerum jemand anders noch nie zu Gesicht bekommen hat - aber auch diese sind manches Mal mehr als sympathisch, wie neulich eine alte lebensfrohe Dame, die mit Gütern sehr gesegnet war und ein reiches (in vielerlei Hinsicht) Leben geführt hat, es bis heute genießt. In so einem Blechkäfig erzählen die Leute gerne mal was von sich - und ich erinnere mich nicht an ein einziges Exemplar, aus welchem mir nicht auch eine Seele entgegengeleuchtet hätte.

Die Frage also - wo genau die "Drecksäue" sind - ist bis heute in den vielen "persönlichen Begegnungen mit den vielen Fremden" unbeantwortet geblieben, für mich.

Ich könnte dies auf viele Business-Gestalten und PolitikerInnen projizieren - was ich ja auch immer wieder mal tue - aber irgendwie scheint mir, wenn ich sie mit der Limousine transportieren würde, würde sich wohl ein anderes Bild ergeben. Sprach auch (soweit das überhaupt geht)  bzw. lauschte religiösen Fanatikern, Rassisten, Prostituierten, (Klein-) Kriminellen. Und vielen äußerst interessanten Business-Menschen oder solchen, die ihnen zuarbeiten z.B. als Anwalt o.ä.   Immer noch keine Drecksau gefunden.
Viele Verrückte - ja -  aber das ist was Anderes. Unreflektierte - dito.

Gerade während zahlreicher vergangener Monde - staunte ich immer wieder, wie vielfältig und vielschichtig dieses Leben bzw. die Welt ist.  Dies alles "zusammenzukriegen" - als ein Bild - welches sich dann "kollektives Bewußtsein" nennt - ist im Grunde ein unmögliches Unterfangen, und doch existiert ja wohl sowas. Ebenso - wie das "kollektive Unbewußte". Und beides - hat viel Wirkung auf die Zusammensetzung der "Menschenwelt". Und greift zweifelsohne über, auch auf alle Wesen - die nicht derart degeneriert sind. Zu derem Mit-Unheil.

Doch - wie geschruben - die einzelnen Leute, die Bausteine des Kollektiven - sind immer Menschen - siehe oben.
Das einzige, was sich also gerade, also just in diesem Moment, für mich daraus schließen läßt, ist, daß wohl doch jeder Einzelne (s)einen Teil beiträgt. Und genau das - wird immer noch verleugnet von den Meisten.
Bleibe hier unvollständig, habe ja auch längst nicht die Fragen - für mich - geklärt, die mich da manchmal bewegen.
Einfach eine unvollständige Beobachtung ....

Schön, MM, Deine kurze und zornige Zusammenfassung der "kollektiven Wahnideen" in historischer Betrachtung. Abgeleitet vom "esoterisch-ersehnten Bewußtseinssprung" zu den Polit-Neurotikern der 60er - oh, Verzeihung, Du schrubst vom "Polsprung", der kam erst danach bzw. davor - und zurück zum kollektiven Wahn der Nazizeit. Diese Perlen lassen sich vermutlich unendlich auffädeln in der Rückbetrachtung der Menschheitsgeschichte.
Und ja - die "Archetypen", also die einstigen als GötterInnen Verehrten von den sogenannten Heiden - sind mir auch ehrlicher in ihrem Erscheinungs- und Hervorbringungs-Potential.

Übrigens: Hut ab - für den Rausschmiß aus einem Spezialisten-Forum, dafür meinen ehrlichen Respekt.  Will sagen - da mußt Du Dein Anliegen schon sehr aufrecht vertreten haben.  Werde das gerne lesen am nächsten freien Tag, freue mich drauf.

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