Dienstag, 18. September 2012

Selbstbeobachtung mit defekter Hupe

Die Hupe am Ersatztaxi, welches ich fuhr, war defekt.
Dachte "... das ist zu vernachlässigen" - und erwischte mich gut acht Mal an diesem Tag, wie ich versucht war, heftig draufzudrücken. Leute, die mich willentlich mit ihren Autos schnitten oder mir einfach "schlafend" vor den Bug fuhren, solche die mit 20 durch die 30er-Zone schleichen und solche, die mitten auf Kreuzungen zum Stillstand kommen und alle Anderen blockieren im Fluß, weil sie sich nicht entscheiden können, wo sie lang fahren wollen.
Normalerweise - hätte ich die angehupt, damit sie mal wach werden und bestenfalls registrieren, was sie da gerade verursachen. Ohne Hupe - eine echte und unfreiwillige Geduldsübung. Stellte fest, daß man ohne eine solche Hupe relativ hilflos ist gegenüber solchen Banausen, die nicht vorwärts, rückwärts und seitwärts schauen beim Lenken einer Maschine.  Für mich sind die Unsicheren ebenso gefährlich und rücksichtslos wie die selbsterkorenen Weltmeister - langsam fahren gefährdet oft ebenso wie rücksichtslose Raserei und Schneiderei. Nur im allgemeinen Verständnis - ist das nicht angekommen.
Untersuchte also meine innewohnende Aggressivität beim Fahren .... dachte, die könnte wohl etwas zu hoch eingestellt sein. weil meine Hand immer wieder an diesem Tag reflexartig zur stummen Hupe griff.
Meine Fahrgäste beruhigten mich - indem sie jeweils das Gleiche sahen und für mich das Fluchen übernahmen. Gut. So ein temporäres Hupen muß einfach sein, wenn man soviele Stunden am Tag unterwegs ist und auf soviele Schlafende trifft.  Alles - im grünen Bereich.  Seit gestern weiß ich, so eine Hupe ist keineswegs zu vernachlässigen.

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