... ist nicht zu vernachlässigen.
Las bei C.G. Jung über seinen Abstieg in die eigenen Abgründe - Spezialisten mögen mir nachsehen, daß ich hier lediglich mit eigenen Worten meine aufgenommenen Eindrücke wiedergebe und nicht nachträglich nachschlage, wie er es genau formuliert hat. Interessant für mich hier seine Schilderung, daß er Yoga-Übungen machte, wenn er erschöpft war - und diese lediglich dazu nutzte, um sich erneut zu justieren - und um anschließend weiter in die eigenen Abgründe hinabzusteigen. Er weiß um den Unterschied zu den originären "Yogis und Yoginis", deren Ausrichtung darauf hinzielt(e) - die eigenen Persönlichkeitsstrukturen komplett aufzulösen. Er hingegen - ging genau dorthin - in diese Strukturen - um sie noch deutlicher zu erkennen. Und er erkennt wenig später - daß er selbst nicht ging, sondern dorthin gegangen wurde. Vieles davon ist mir - in anderer Geschichte - bekannt.
Ich selbst hatte versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen - und den schnellsten und kürzesten Weg zu gehen. Diesen "originären" - der mir nicht wirklich möglich war. Und den ich heute - meist - sogar zutiefst bezweifle, da ich nie auch nur einen lebenden Heiligen traf.
Hatte versucht, mittels exzessiver Übung = Meditation - und sogar Dienstbarkeit - eine Auflösung der mir mitgegebenen Strukturen zu bewirken. Fast würde ich sagen - mittels zunächst erfolgreicher Rituale zu erzwingen. Aber dies alles - vermag ich auch nur im Nachgang zu sagen. Als ich mittendrin war - erschien alles anders. Der rechte Weg schien also zu sein: (M)ein bzw. "das Ego" - zutiefst entschlossen und konzentriert darauf ausgerichtet - aufzulösen. Ein kosmischer Witz - und Größenwahn dazu.
Ich ging in meiner Idee, den kürzesten Weg zu nehmen, sogar in die sogenannte "Hauslosigkeit" - in der ich mich ohnehin die meiste Zeit des Lebens befand, wenn auch anders - und wählte, wenn auch kurz, dazu diesen Weg der Unterstützung durch eine gleichgesinnte Gemeinschaft. Alles zusätzlich noch mit dem vormaligen Segen einer kubanischen "Madrina" - die mir einst bei einer ganz anderen Einweihung diesen erstaunten Ruf zukommen ließ: "Oh, mein Gott, was für ein direkter Weg!"
Letztlich - katapultierte es mich zurück.
Der schnelle Seiteneinstieg - war mißlungen.
Entgegen des überraschten Ausrufes einer Seelen-Afrikanerin.
Und dazu noch entgegen - schwitzender Babalawos - die meine "zuständige Gottheit" nicht orten konnten und mir schließlich die Wahl ließen - wen ich lieber hätte. Sie fanden nichts Konkretes - ich sollte mich entscheiden - zwischen Changó und Elleguá - zwischen Zeus und Merkur. Ich traf also eine Entscheidung - die allen irgendwie eine Erleichterung der Situation brachte. Zutiefst erstaunt war ich - über diese weitere Wahlmöglichkeit - die mir schon oft begegnet war. Ja - sogar amüsiert. Ich fand es ganz amüsant - aber umso erstaunlicher - daß sie es nicht schauen konnten - obwohl der vohergehende Ritus mehr als ernsthaft praktiziert worden war. Zumal sie andere problemlos "zuordneten". Und ich darf sagen - daß ich damals durchaus Respekt hatte vor den Babalawos!
Insgeheim - blieb ich einfach mit mehreren = mit allen Gottheiten - verbunden. Ich wählte kurzerhand - und vorwiegend zur Erleichterung der ratlosen Menschen um mich herum, deren Würfelei kein Ergebnis zeigte - den Türöffner und Schlüsselinhaber ... Elleguá - also Merkur - und ich habe mich noch oft danach gefragt, wie mein weiteres Leben verlaufen wäre - wenn ich mich hier für "Changó" - also für Zeus entschieden hätte.
Was ich ja - ebenfalls entschieden hatte - nur nicht sichtbar für die Anwesenden.
Und ich dachte damals sowas wie "Jungs - wat is denn los mit Euch?" - daß ihr es nicht sehen könnt?
Inzwischen ist mir der Respekt vor jeglicher Priesterkaste - abhanden geraten!
Fand mich irgendwann - irgendwo inmitten all dieser Erlebnisse, während derer ich viel unterwegs war, auch im eigenen "Wohnmobil" - im "Naumburger Dom" vor - das kunstvolle Treppengeländer bewundernd, welches die Himmelsleiter repräsentiert - und über den "Seiteneinsteiger" schmunzelnd, der da in Bronze gegossen ist - und der mir viel Freude bereitet - von je her.
Dachte also gestern mal wieder über die vielen Wege nach - die am Ende in den Einen münden.
Hatte sogar die Idee, daß Jung in gewisser Weise recht haben müsse mit seinem Weg, wenigstens, was die uns mitgegebene Kultur betrifft - dem Weg des Tauchers in die eigenen Abgründe - aber der ihm letztlich auch nicht zur freien Wahl gegeben war. Er mußte ihn genauso gehen.
Und - obwohl ich nichts weiter weiß - erscheint es mir doch der erforderliche Weg in dieser "Kultur" - erst mal tief in die eigene Scheiße abzutauchen - bevor sich vielleicht ein Licht zeigt auf dem weiteren Weg.
So bringt mir der Herr Jung - viel Erinnerung wieder.
Nicht neu - aber wieder anders.
Und durchaus sehr berührend.
Freue mich sehr - auf seine zusätzlichen und sicher tieftauchenden Erhellungen bezüglich der lebendigen Archetypen. Mit denen ich durchaus - meine ganz normalen Tage verbringe.
So - wie diesen.
Danke.
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