Dienstag, 10. Juli 2012

Antiquierte "Deutschland-Bilder" und Lob des Rückzugs

Vor 67 Jahren ging in diesem Land ein wahnwitziger Krieg - den Göttern sei Dank - zuende. Dieser hat großes Leid gebracht - wie jeder Krieg im Laufe der Weltgeschichte. Dieser "2. Weltkrieg" war sicher schrecklich - dennoch: Was bitte besagen Ziffern von Toten? Wer hat die ungezählten Toten dieser Welt in vielen anderen Kriegen derart "beziffert" - wie es in diesem Krieg der Fall war? Wer vermag mir derat detailiert aufzuzählen, wieviel Ureinwohner in alten Übernahmekriegen anderer ehemals europäischer Mörder abgeschlachtet wurden? Hallo?
Will sagen - wer will hier was nachrechnen? Wie will mensch denn den eigenen Irrsinn nachrechnen und beziffern?
Gar nicht - deshalb weist er es ja gerne jeweils den anderen "Nationen" zu. Lenkt von seinen eigenen Mordinstinkten ab - auf Andere. Hier: Gerne auf "die Deutschen". "Der Amerikaner" wird erst gar nicht weiter erwähnt und gezählt. "Der Russe, der Franzose, der Chinese (blablabla)" auch nicht. Usw. Nach dem zweiten Weltkrieg - gab es und gibt es bereits zahlreiche blutige und mörderische auf diesem Planeten - der Wahnsinn ist im Menschen angelegt, nicht im Zufall der Geburt. 
"Die Deutschen" - die es schon sehr lange nicht mehr gibt in dieser immer wieder präsentierten "Förmchenwelt" - ich sage Dir was dazu: "Die Deutschen" - also dieses Land mit seinen Bewohnern - sind inzwischen eines der tolerantesten Völker/Länder des Planeten geworden - sicher auch aufgrund der eigenen, unrühmlichen Geschichte - aber: Es ist. Es ist, wie es ist. Wir leben hier in einer Vielfalt von Kulturen - die andere Länder nicht mal im Kern ertragen würden. Sage ich  - aus der Kolonie heraus. In der sich nicht nur sämtliche Nationalitäten und Kulturen mischen, sondern auch noch diverse andere, vermeintlich "benachteiligte Minderheiten" ihre jährlichen Festumzüge gestalten - und mir schlicht auf den Senkel damit gehen. Wer will denn noch alles Festumzüge veranstalten  - für seinen persönlichen Zirkus? Ja - ich meine diesen für mich lästigen und blödsinnigen "CSD" der Schwulen und Lesben - die jedes Jahr wieder ihr Recht auf "Normalität" einfordern - aber dennoch de facto nichts anderes tun, als sich selbst immer wieder abzugrenzen von dieser.  Gebt ihnen um Himmels willen ihre gewünschten Rechte - damit hier Ruhe im Karton ist. Ja, ich meine die muslimischen VertreterInnen - die darauf beharren, ausgegrenzt zu sein - sich aber dennoch mitten in der Kolonie eine gigantische, denkbar häßliche Moschee errichten dürfen - an verkehrstechnisch völlig deplazierter Stelle !!! (die ich dort niemals genehmigt hätte - aus rein logistischen Gründen) - um wieder mal auf sich aufmerksam zu machen. Und die sich selbst nicht zu integrierieren in der Lage waren in den vergangenen Jahrzehnten in dieser - seit Jahrtausenden gegenüber Fremden sehr offenen Siedlung. Die es selbst - bis heute - nicht einmal anstreben, weil sie nämlich gerne und freiwillig ihre Ghettos bilden und unter sich bleiben.
Die da immer wieder nach "Gleichstellung" und "Nicht-Diskrimierung" rufen - sie vergessen dabei gerne sich selbst als oberste Instanz. Denn sie sind es auch selbst - die sich immer wieder abheben wollen vom Rest. Sie sind es selbst, die immer wieder die alte Leier runterbeten und Diskrimierung geradezu erwarten - auch da, wo lange gar keine mehr stattfindet. Und genau das - geht mir auf die Zwiebel - schon lange und gehörig. Was ist bitte mit der "Diskrimierung", die mir entgegengebracht wird, wenn ich in ein mir bislang unbekanntes, türkisches Restaurant gehe - und dort nicht bedient werde? Na, immerhin wurde ich nicht auch noch angespuckt ...
Wenn ich hier in einer Ganzkörper-Burka mit Augenschlitzen und Maulkäfig rumlaufe - brauche ich mich doch nicht wirklich wundern, daß es für viele Menschen im hiesigen Kulturkreis befremdlich ist. Ebenso wenig, wie, wenn ich mit einem kurzen Kleidchen durch die Straßen in Saudi-Arabien laufen wollte - vermutlich käme ich damit nicht sehr weit. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen - dorthin auszuwandern, um dann nach dreißig Jahren immer noch nicht die Sprache zu beherrschen, mich kräftig über die seltsamen Einheimischen zu beklagen und mir einen großen Dom zu bauen. Das würde m.E. nicht mit einem gesunden Menschenverstand einhergehen.  
So sagte ich neulich zu einem türkischen Kollegen, der mir noch einiges "menschlich-Defizitäres" über "uns Deutsche" zu berichten wußte  - alá "Ihr werdet nie so integriert sein, wie wir und andere in die Menschlichkeit" - er möge mir doch bitte ein einziges Land nennen - welches derart tolerant ist gegenüber sämtlichen Kulturen - wie das heutige Deutschland. Und er möge mir ein einziges Land nennen - welches soviel gelernt hat aus seiner eigenen Geschichte - also der Großteil der Menschen, die hier miteinander in Vielfalt leben, nicht etwa die PolitikerInnen, die Rekord-Rüstungsexporte bewilligen und Soldaten nach Afghanistan schicken, wo wir wahrlich nichts zu suchen haben, noch einige verrückte Rechts-Extreme. Der Tenor blieb - "Deutsche haben weniger Freunde."
Danke - ich finde das sehr interessant. Und bezeichnend - aber  nicht für ein Land namens "Deutschland". Sondern für die, die hier leben. All die Menschen - die hier längst ihren Platz haben - aber dennoch weiterhin lieber ihre Subkulturen leben, als ein normales Miteinander - und die dabei noch kräftig über "die Deutschen" lamentieren - können mir persönlich gestohlen bleiben. Das gleiche gilt aber auch für anderen generalisierenden Unsinn - wie "die faulen Griechen" oder sonstigen Schmarrn, der da so in die Welt gesetzt wird - von Menschen über Menschen.
Ach - was geht es mir gut, daß ich mich immer wieder zurückziehen kann - und für Tage keinen Menschen sehen muß - außer ab und an im Spiegel.

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