Mittwoch, 18. Juli 2012

Gartenkultur - Wärme - Ideen

Muß den Rasen nähen. Bin dran. Stellte fest - daß ich im Grunde eine Aversion hatte gegen diese Art von Gartenkultur - alles ordentlich, nichts wild. Aber was soll´s - immerhin ein Stück Wiese ums Haus und ein paar Blümchen. Und Erde. Also - einfach mähen - nicht denken. Heute regnet es mal nicht - huch! Und schon habe ich mit Hilfe von ein paar Stunden Sonnenschein eine 23 Grad warme Wohnung. Phantastisch! Ein Fahrgast erinnerte mich neulich an Jahre in einer kalten, dunklen Hinterhofbude - er hatte bei sich im Hinterhof die Heizung angeworfen. Ich erinnerte mich dunkel. Das muß ich wohl geträumt haben? Ja - das muß ein langer, schlechter Traum gewesen sein. Licht und Wärme - warmer Wind - tun mir gut. Und gut auch, wie schnell mensch vergessen kann.
Ein paar Unkenrufe eilen dem kommenden Winter voraus - gestern fragte mich jemand, ob ich mich denn gut eingelebt hätte. Ja. Und die Nachbarn? Naja, ok eben. Ich müsse - den Winter abwarten, wenn es trister würde und die Bäume nicht mehr in ihrem satten Grün stehen würden. Aha - und dann? Dann - würde es sich zeigen, ob es ein guter Ort ist. Ich füge an, hier gibt es auch eine Menge immergrüner Nadelbäume ....
Einer Freundin fiel sofort ein phantastischer Herbst ein - mit wundervollen Farbspielen der Wälder rundum. Ich sagte - Aha. Ja - daran habe ich noch gar nicht gedacht. Sicher auch wunderschön.
Jetzt aber - ist Juli. Und warum sol ich im Juli schon an den Oktober, November oder Dezember denken? Oder an Krankheit, Siechtum und Tod vielleicht? Komisch, der Mensch.
Ja, diese Regentage waren schon teils etwas trist - auch das phantastische Panorama gestaltete sich recht grau. Nebelschwaden über den Wipfeln, einmal sogar so eine Nebelsuppe, daß eigentlich nur noch ein alles einhüllender, grauer Schleier zu sehen war, hinter dem die Bäume wohl immer noch standen. Aber auch das - hat was. Besonders, wenn mensch dann ein paar warme Kerzenlichter entzündet und sich in eine kuschelige Decke hüllt.
Zuhause - gemütlich - auf das Grau zu schauen - ist sicher nicht übler, als in der Limousine mitten drin zu sitzen über einen langen Tag. Wetter- und Jahreszeiten-Wechselbäder - dürfte ich also rein beruflich kennen, aus den letzten Jahren sicher. Was hier anders ist als in den tristen Betonschluchten der Kolonie: Es gibt sogar echtes Wetter.
Was weiß ich denn - was im Winter sein wird. Vielleicht ist im Winter - schon alles ganz anders als jetzt.
Das ist eines der größten Übel - immer in die Zukunft zu eilen. Die niemand kennt. Jahrelang war ich darin auch eine Spezialistin - aber es nützt nichts, macht höchstens nervös, je nach Vision bzw. Erwartung. Heute halte ich mich hiermit lieber zurück, so es denn möglich ist, denn bisher kam noch immer alles ganz anders, als der Verstand es sich so ausmalte. Zukunft und Vergangenheit sind letztlich gleicher Qualität - der Verstand malt in seinen Begrenztheiten nichts Neues. Das Neue, Unerwartete - kommt von woanders.
Den Winterpropheten werde ich am Wochenende aufsuchen - ich habe schon seit Jahren eine Idee, die immer wiederkehrt und mich nicht in Ruhe läßt. Eine Geschäftsidee, ich möchte etwas anfertigen und verkaufen, auf das ich immer wieder begeistert angesprochen wurde in den vergangenen Jahren. Professionell geht das gerade nicht, es wäre erheblich zu teuer. Aber mit Improvisation und kreativen Handwerks-Künstlern wird es vielleicht was. Wer weiß. Ein Schritt nach dem andern ..... Auch bemerke ich immer wieder - es wäre noch schöner, falls es denn klappen täte,  wenn es gleich mehreren ein wenig Glück bringen würde.
Jetzt - ist jedenfalls erst mal noch Sommer.
Wünsche allen einen schönen solchen.

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