Samstag, 14. Juli 2012

Der Markt am Platz des himmlischen Friedens ...

... ist derzeit so etwa das Einzige, was mich in der Kolonie nostalgisch bleiben läßt. Wobei ja gar keine Not dazu besteht - denn ich erledige immer noch meine Einkäufe dort, in den Wartezeiten. Es ist einfach schön, die gleichen, netten MarkthändlerInnen dort immer wieder anzutreffen und hier und da ein Schwätzchen mit ihnen zu halten. Es ist der pure Luxus, von ihnen allen derart immer wieder mit bester, frischer Ware und viel Regionalem beliefert zu werden. Und für mich ist der schönste Markt der Kolonie.
War mal viele Jahre so ein "Traum" von mir - auf Märkten feilzubieten. Tat es auch - aber nicht im Frischkostbereich. Mit der Limousine hat es gemeinsam: Es sind Straßengeschäfte - und mensch ist quasi immer draußen. Aber ein Zuckerschlecken ist es sicher auch nicht, dafür durchaus lebendig. Zog sogar vor nicht allzu langer Zeit kurz in Erwägung, so ein "Verkaufsmobil" zu übernehmen - die Besitzer gingen in Ruhestand. Diese boten aber tatsächlich mobil feil - zum Beispiel an Seniorenheimen. Ich stelle fest, daß es das wieder öfter gibt - als ich Kind war, war das normal, daß einmal die Woche einer mit Kartoffeln durch die Straßen gefahren kam und mit einer lauten Glocke sein Kommen anküdigte - ein anderer mit Obst und/oder Gemüse. Es kommt wieder.
Heute bekam ich noch unverhofft ein paar süße Kirschen geschenkt - an einem Stand, an dem ich nicht mit den Händlern bekannt bin. Sie gehen morgen in Urlaub, schätze - sie hatten Vorfreude. Und ich meine helle Freude - nicht nur über die geschenkten Kirschen, sondern auch über eine pralle Sellerieknolle mit üppigem, buschigem Grün dran. Der Mann sagt zu mir: "Werfen sie das Grün bloß nicht weg - das gibt es nicht lange, frieren Sie es ein, daß ist bestes Suppengrün!" Ich freue mich über den guten, nachhaltigen Rat - und denke: Ich werde Pesto draus machen - habe nichts zum Einfrieren. Super-Tip von ihm - wäre ohne diesen sicher nicht drauf gekommen. Gartengurken gibt es gerade .... eine echte Delikatesse. Und soviel mehr üppig Hergeschenktes aus der Natur.
Kochen bzw. eher "Eingekochtes", "Eingemachtes" und/oder derartige "Kräuterspezialitäten" - waren auch lange ein Traum von mir. Trotz ehemaligem Küchentrauma. Jetzt gibt es schön länger eine quirlige Frau auf dem Markt, die einen ebensolchen Traum hatte und ihn u.a. in Form von immer neu kreierten, liebevoll-zubereiteten "Chutneys" wahrmacht. Und Marmeladen. Jedesmal - hat sie sich was Neues einfallen lassen.
An "meinem" Blumenstand - packen sie mir meine Blumen jetzt immer mit Wasserfüllung ein - damit ich sie über den Tag im Kofferraum retten kann - klappt super.
Unsere Zunft - fährt dann diverse Einkäufe mit den jeweiligen EinkäuferInnen dran - nach Hause. Die Müllwerker machen den Platz wieder hübsch. Ist doch eigentlich ein gutes Zusammenspiel. Und geht friedlich-gesellig vor sich. Im Grunde - freuen sich alle über so einen schönen Markttag und sind zufrieden über den (für mich mehr als) guten Austausch - ganz ohne Gier.

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