Donnerstag, 11. Juli 2013

Manchmal ist es hier echt laut ....

... aber anders als in der Stadt - wo es dazu noch eng war in den Häuserschluchten.

Wirklich "idyllisch" - ist es hier auch nicht immer.
Aber schon mindestens dreimal idyllischer - als in der Stadt an sich.
Und Dutzende Male idyllischer - als meine letzte Behausung. Und viele andere davor.

Viele Kinder - sind hier schon recht laut den ganzen Tag über.
Aber alles - anders als in der Stadt.
Manchmal amüsiere ich mich gerne drüber - und oft höre ich es gar nicht mehr.
Bei schönem Biergartenwetter - grölen die Insassen sehr laut - und singen Schlager.
Oft dröhnen morgens schon die Rasenmähermotoren.
Manche Nacht - fliegen die großen Flugzeuge so nah überm Haus, daß meine Fensterscheibe im Schlafzimmer zu wackeln beginnt.
Auf der nahegelegenen Hauptverbindungsstraße rauschen beständig Autos vorbei.
Die Feuerwehr rückt manchmal mit Sirenengeheul aus - ist nicht weit entfernt.
Im Sommer - ist alles nochmal lauter - weil die Menschen gerne draußen sind.

Und alles das - höre ich irgendwie - überhaupt nicht so, wie in der Stadt.
Gerade jetzt - fällt es mir mal wieder auf.
Und geht mir gerade ansatzweise auf die Zwiebel ....was aber eher selten ist.

Wohl auch, weil ich weiß - daß die Nächte hier eher ruhig sind.
Und die wilden Kinderchen - gehen immer so gegen sieben oder acht nach Hause, dann wird´s allerorten ruhiger.
Die rollenden Kugeln von der Kegelbahn - Verlängerung des Biergartens - höre ich schon gar nicht mehr wirklich.
Und - der Biergarten macht früh zu - die Kegelbahn auch.
Nur sehr selten - eigentlich nur im vergangenen Sommer - gibt es solche strapaziösen Parties irgendwo - hörbar - wo die die Nächte durchgefeiert werden.

Wenns dunkel wird - klappen noch die Schwalben ein auf der rechten Seite des Bettes - in ihre Nester unterm Dach.

Und manchmal - wenn ich nachts nochmal wach werde - höre ich immer noch so ein leises "Klack klack" - aber auf der linken Seite vom Bett ... Fledermäuse - die wohnen auch hier im Himmelsgeschoß - nachtaktiv.
Aber sehr rücksichtsvoll, die Damen und Herren Fledermäuse - machen wirklich nur ein kleines, leises "Klack klack".
Da kann ich gut drüber hinwegschlafen. Ebenso - über manche Katzenkämpfe da draußen - mit gefährlich klingenden Geräuschen. Viele recht wilde Katzen sind hier unterwegs.

Was ist genau anders - an der "Lautstärke"? Ich weiß es gar nicht so genau - habe nur ein paar Ideen. Zuallererst - denke ich an die Weite von Himmel und Wäldern ringsum. Und daran - daß hier nur recht wenige Menschen in der Siedlung leben - also kein Vergleich zu der geballten Stadtenergie - und ich wohnte ja dazu noch mittendrin und Parterre - wo jeder Esel aus dem Zehn-Parteien-Haus nachts hinter mir an meinem Kopfkissen vorbeilief im Treppenhaus - getrennt nur durch ein Mäuerchen - gespürt allzu nah. Jedes noch so kleine Geräusch im Hinterhof - war, als säßen sie mit in der Hütte. Mal ganz abgesehen von vier Höllenjahren auf einer Riesenbaustelle - und alles im Dunklen. Das alles - erinnere ich quasi nur noch in solchen Momenten - in denen ich temporär zuviel Lärm empfinde.

Hier - habe ich Licht, Sonne und wohlige Wärme - sogar manchmal wohlige Hitze - wie in den vergangenen Tagen - 30 bis 35 Grad in der Hütte, weit über 40 draußen an der Hauswand, wo die Sonne bis zum Abend steht. Und einen offenen Blick - in die Weite.

Die temporär lauten Menschen - sind nicht exzessiv unterwegs - bis auf wenige, die an Reifen herumstochern - wie in der Stadt so oft. Hier wird nicht "gechillt", "gegroovt" oder lauter solches Zeugs - hier wird einfach nur - "ganz normal gelebt".

Und manchen Morgen - wenn ich früh genug auf bin - und alle Anderen noch schlafen - besonders an Sonntagen - höre ich ein Vogelkonzert der Extraklasse aus den umliegenden Wäldern. Fast - wie einst im Urwald.

Jetzt - ist diese kurzfristige Lautstärke da draußen schon wieder verebbt - die "Rush-Our" geht ihrem Ende zu - und die lauten Familien haben sich wohl zum Abendbrot zurückgezogen. Jetzt wird´s wieder - "idyllisch". Fast wie Urlaub - und das jeden Tag.

3 Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

habe gerade sommer in orange gesehen und mich königlich amüsiert! besten dank!
und ja, ruhe und lärm....alles relativ. heute ist hier schon jetzt kinderlärmende, watteinwunder!

wildgans hat gesagt…

Die "Insassen" - dachte erst, es wäre auch ein Gefängnis in deiner Nachbarschaft, aber du meintest ja die im Biergarten.
Ich vermisste Rasenmähergeräusche - aber nicht wirklich.
Du schaust den Flugzeugen nie mit Fernsehnsüchten nach?

Sati hat gesagt…

@ Manuela - sehr gerne geschehen - hab´s nun schon ein zweites Mal angeschaut - immer wieder amsüiert und die Feinheiten beachtend.
Auch die des Filmemachens - wirklich gut in Sequenzen zusammengefügt, der Film und der Inhalt.
Übrigens - soweit ich weiß - ist der Macher selbst so ein Kind gewesen - eines zwischen den Welten ....


@ sonja: Fernsehnsüchte .... hmmmh.
Ehrlich gesagt - selten geworden.
Besonders - seit es die "Globalisierung" gibt. Schon bevor es diese gab - war es mir manchmal unheimlich - welche Bekannten ich in den verschiedensten Winkeln der Welt doch wieder antraf ....
Dä Jupp us Kölle - wor överall ... ze finge.

Und heute ist es eher so - daß die ganze Welt und ihre Mentalitäten - mir einfach in die Limousine fallen.
So gesehen - macht es für mich keinen großen Unterschied - wo ich de Menschen antreffe - die mich interessieren.

Landschaften - ja. Aber hier darf ich sagen: Ich liebe die Vielfalt auch hierzulande - und besonders das satte Grün.

Anders: Hätte ich genug Kohle zur Verfügung - mir würden ein paar Ziele einfallen - und ich wäre auch gerne unterwegs.
Würde gerne vor Ort die Menschen studieren - und besonders gerne von ihnen lernen.

Realiter - sieht´s aber gerade anders aus - und das ist auch in Ordnung.

Meine Reisen - finden jeden Tag statt - eben anders. Nicht in Flugzeugen.

Alles - zu seiner Zeit.
Eine gute Frage war das übrigens ... merci, Sati