Dienstag, 30. Juli 2013

Der Klappermann ....

... führt mir mal wieder meine Vorurteile vor Augen.
Ich bin gerade "abwesend" in Gedanken, obwohl ich die Spitze habe. Ein alter, etwas klappriger und ärmlich aussehender Mann erscheint an der Tür und meint, er wolle nach Dings. Gute Fahrt für mich in mauen Zeiten. Er riecht ein wenig, könnte mal wieder ein Bad nehmen. Und er kratzt sich permanent in regelmäßigen Abständen an der gleichen Stelle seines linken Hosenbeines. Dazu klappert er in regelmäßigen Abständen dreimal heftig und laut mit den Zähnen: Klack klack klack - und kratzen.
Bei mir denkt es kurz: Der sieht aber arm aus. Ob der überhaupt bezahlen kann?  Und sowas wie: Was für ein komisches Leben - mit Zähneklapper- und Kratzzwang.  Vielleicht braucht er ja ein neues Gebiß - und kann sich keines leisten?
Dann fällt mir ein: Ich weiß - gar nichts. Über ihn - oder jemand Anderen. Alles Vorurteile. Während der weiteren Fahrt bemerke ich zwar noch aus dem Augenwinkel sein regelmäßiges Kratzen am Bein, aber es ist nun einfach eine Bewegung. Das Klappern höre ich gar nicht mehr. Gut! So soll es sein. Der Mann verdient den gleichen "normalen Respekt", wie jeder andere Fahrgast auch.
Natürlich bezahlt er seine Fahrt - und gibt sogar noch ein sehr anständiges, großzügiges Trinkgeld. Holt ein feines Bündel Geldscheine aus der Hosentasche. Von wegen "arm".
Vorurteile sind wirklich giftig und verletzend, denke ich.
Und falle immer noch drauf rein - ab und an jedenfalls.

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