.... wenn mensch wenigstens im Nachgang über die Ironie des Schicksals lachen kann.
Am Samstag gehe ich nicht mehr auf die Party, die sicher sehr nett war. Allein die Einladung war schon sehr nett. Nach einem langen Tag bei 35 Grad Bruthitze auf den Straßen der Kolonie - bin ich nur noch müde. Außerdem - kann ich eine weitere Schicht am Folgetag gerade gut brauchen für´s Portemonnaie.
Ja - daran merke ich, daß ich älter geworden bin: Früher mal hätte ich mich noch auf den Weg gemacht und mir so eine nette Party nicht entgehen lassen. Aber nicht nur, daß mir am Abend jegliche Energie fehlt ... was ja zu akzeptieren gewesen wäre. Am nächsten Tag bin ich vier Stunden draußen - und bekomme eine Fahrt zu 10 Euro in der Zeit. Macht etwa einen Euro die Stunde - wenn die Sozialabgaben runtergerechnet sind.
Ich muß kotzen.
Und beschließe gegen Mittag - daß ich keine Masochistin bin. Stelle ab - und lasse es sein. Bevor es noch weiter zehrt und krank macht. Es ist - wie es ist. Und ich muß halt entscheiden - ob ich mich selbst weiter quälen will - oder ob ich lieber darauf verzichte.
Rufe den Nachtfahrer an - eine Aushilfe für die Urlaubszeit. Sage ihm, er kann früher anfangen, wenn er will. Er will - und freut sich sogar über die Mitteilung.
Gestern erfahre ich - daß er am selben Tag, an dem ich das kalte Kotzen bekommen habe - einen feinen Auftrag bekommen hat - einmal die Lokleitung nach Brüssel zu fahren. Eine 380-Euro-Fahrt - die ich in meiner 9-jährigen Laufbahn noch nie hatte. Ich gönn´ es ihm von Herzen. Und jedem Anderen auch.
Nur manchmal - hätte ich gerne auch sowas.
Zum Glück bleibt mir - immer noch - ein gewisser Galgenhumor.
Und wenn der erste Schreck überschlafen ist, gehen auch die Lichtlein wieder an.
Überschlafen - auf guter Unterlage und wohlig eingehüllt in seidenweichem Bettbezug.
Hat denn jemand je behauptet, daß das Leben etwa "gerecht" sei?
Seit vielen Monden klebt mir das "Limousinen-Pech" an den Hacken.
Und manches Mal ist es nicht ganz einfach - mich wieder zu "justieren".
Am frühen Morgen gelingt es meistens ganz gut - manchmal sogar besser -
aber wenn dann die ganze Sache wieder mal derart einknickt - wird es schwierig.
Gestern noch unterhielt ich mich mit einem Kollegen darüber - daß wir eine wahrlich große "Frustrations-Toleranz" benötigen. Und wie diese zu bewältigen sei. Er selbst ist Unternehmer - mit horrenden monatlichen Kosten, um die Kiste am Laufen zu halten. Mit einer Geschichte von Schulden und Burn-Out, über viele Jahre. Dazu Verpflichtungen - in Form von teuren Unterhaltszahlungen. Wie gut - daß ich kein Mann bin! - denke ich so bei mir.
Und dieser Kollege gab mir neulich viele wertvolle Tips - zur Erinnerung.
Und zur Ent-Säuerung.
Literal.
Also - das Körper-Konglomerat.
Über sich selbst sagt er - wenn er das nicht alles gelernt hätte für sich selbst und von Anderen, wäre er schon längst nicht mehr hier - sondern an Herzinfarkt oder Anderem verschieden.
Wertvolle Erinnerung - an Vieles, was ich mal gelernt habe - für mich selbst bzw. "autodidaktisch".
Und überraschend auch - wenn Du Dich plötzlich mit jemandem in solchen Themen wiederfindest, von dem Du es vorher nicht vermutet oder "geahnt" hast.
Geld - ist wahrlich eine feine Sache, wenn mensch es hat.
Und wenn nicht - gibt es dennoch vieles, was Gold wert ist.
Und Kotzen - ist auch nicht unbedingt schlecht.
Manchmal sogar erleichternd.
Ja - Kotzen ist geradezu gut.
Besonders, wenn ich höre, daß manche Dumpfbacken 700.000 Euronen pro Monat einfahren, obwohl sie alles in den Sand setzen und nichts für ihre Mitmenschen tun.
Da ist Kotzen geradezu ein segnender Vorgang!
Und nach dem kalten Kotzen wieder drüber lachen zu können - ist das Beste.
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