Donnerstag, 15. März 2012

Zur Freude des Hasenherzes

Gestern warf ich der hiesigen Vermieterin das Schreiben mit der frohen Botschaft unserer baldigen Trennung in ihren Briefkasten. Eben trafen wir uns im Hausflur, als ich gerade meine schicken, neuen, doppelwelligen Umzugskartons hereinholte. Nach einer beiderseitig breitgrinsenden Begrüßung  frage ich sie, ob sie meine gute Nachricht von gestern erhalten habe? Ja, hat sie. Ob ich denn was Schönes gefunden hätte? Ja - habe ich. Wo ich denn hinziehen würde? Ins Bergische. Ach?! Sie bleiben gar nicht in der Stadt? Nein, sage ich. Schön - meint sie - und - sie habe ja auch noch ein Wochenendhaus auf dem Land, wo sie oft weilt - immer nur in der Stadt würde man ja bekloppt werden. Oh ja - bestätige ich gerne - so ist es. Und meine noch "Dann kann es ja jetzt hier auch wieder weitergehen." Ja - die nächste Großbaustelle - ist ihre Antwort zwischen Freude und Seufzen.
Noch ein bischen Smalltalk ... und dann kann ich es mir doch nicht mehr verkneifen: "Ach, übrigens, Frau Dingens - eines muß ich ihnen noch mitteilen: Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder. Und es gab hier auch keinen Vorfall." Gut. Habe alle meine offiziellen Schreiben äußerst sachlich gehalten und auf derartige Spitzen verzichtet, aber diese Gelegenheit heute mußte ich noch ergreifen - es war allzu verlockend - um das letzte, bereinigende Wort in dieser absurden Angelegenheit zu haben..
Jaaaa ... sagt sie "leicht erwischt" - das wäre ja sicher auch, weil es mit dem Beruf halt schwierig wäre und ich ja auch schlafen müsse. Hört hört - verständnisvolle, versöhnliche Töne.
Gut - ist das also auch jetzt sauber geklärt.

Eigentlich ist das "keine Schlechte" und in gewisser Weise hat sie auch viel Klarheit, wenn man sie so trifft und ein paar Worte mit ihr wechselt. Aber sie war halt sehr sehr bissig, als sie dieses Haus übernommen hat - aus verständlichen Gründen bei einem solchen Großprojekt, wenn mensch es aus ihrer Perpektive betrachtet.
Gerade wegen dieser eigentlichen Klarheit - wenn wir uns auf dem Weg persönlich begegneten - hatte ich mich sehr gewundert über etwa dreimalige alberne und hinterfotzige Versuche, mir hier irgendetwas anzudichten ... statt einfach Klartext zu reden - wie ich  i.d.V.  ja bereits schrub.

Jetzt - freue ich mich weiter auf das Neue - und darüber, daß mir in der Zwischenzeit glücklicherweise doch nicht der Himmel auf den Kopf gefallen ist. Vor Monaten senkte sich die abgehangene Rigips-Decke im Bad deutlich sichtbar ab und hing über der einen Ecke nach beiden Seitenwänden hin schief herunter ... dachte erst, es sei wegen Feuchtigkeit? - bis ein geschätzter Freund Soforthilfe leistete und die Decke vorerst ein Stück wieder anhob, vor weiterem Absinken sicherte und mir mitteilte  "Das ist Bauschutt. Da oben drauf liegt überall Bauschutt, schwer schwer, den die beim Samieren der oberen Wohnung einfach haben runterfallen lassen - da hast Du nichts mit zu tun".  Als Hase - im chinesischen System - habe ich keinerlei Ambition auf unnötige Konflikte, mit denen ich mich selbst in (hier: zeitliche ...) Bedrängnis bringen würde. Der größere Schaden war von diesem Engel abgewendet worden und ich beschloß, zu meinem Eigenwohl erst mal keine offizielle Meldung zu machen bei der Dame des Hauses - sie hätte dies sonst vermutlich als Aufhänger genommen, mich sehr schnell loszuwerden. Umso mehr freut es mich, zu wissen, daß hier demnächst eh die Grundsanierung ansteht - und alles radikal rausgerissen wird. Und ich bin sehr sehr froh - daß mir nicht noch mehr Decke auf den Kopf gefallen ist! Hatte es zwar immer wieder rieseln hören während der Bauarbeiten - aber dachte immer, es wäre in den stillgelgten Kaminschächten ....

Es ist gerade ein Segen, noch einige Wochen Luft zu haben. Habe gestern wieder einiges "abgeräumt", die Gunst des loslassenden Momentes genutzt. Und bin noch nicht fertig. Heute morgen wußte ich plötzlich und überraschend - das Sofa wird auch nicht mitreisen. Was für ein sperriges Teil - auf dem ich seit vielen Wochen eh keine Zeit mehr verbringe! Ein schönes Sofa, gut in Schuss und eigentlich wie neu - wird weggehen wie eine warme Semmel auf der Strasse - falls ich es nicht vorher noch verkauft bekomme für einen moderaten Obulus. Da, wo sonst vielleicht ein Sofa stehen würde - paßt aktuell viel besser ein Trainingsgerät hin, mit dem ich meinen hier müde und schwer gewordenen Körper und Geist wiederbeleben kann. Und ein schöner Meditationsplatz, auf dem Boden, der ggf. auch zu einer geselligen Sitzlandschaft ausgebaut werden kann - wie es bei den Orientalen Usus ist..

Und auch dieses Dreigestirn - wird nicht weiter mitreisen ...















Keine Kommentare: