Samstag, 3. März 2012

Alles neu - macht der Mai ....

... haben die Frösche gesungen, die eigentlich Unken sind. Uralt und mit gelben Bäuchen, später laichend, als andere Artgenossen, daher wird ihr Laich allzu gerne von diesen und anderen Jägern als Delikatesse verspeist - und aus ebendiesem Grunde waren sie zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht. Es heißt, daß fast nur alte Exemplare überlebt haben, doch jetzt bereiten ihnen viele helfende Hände neue Lebensräume in einem großen Naturschutzgebiet - welches ab Mai auch meines sein wird. Heute lernte ich schon - daß auch Feuersalamander zu diesem Stamm gehören.
Ich brauche auch Artenschutz = Eigenartenschutz, haha.
Habe eben meinen neuen Mietvertrag gezeichnet - hallelujah.
Ellegua und sosa sokere - zum dritten Mal!
Alle gewünschten Faktoren wurden wunderbarer Weise durch das Leben geliefert  Oben genanntes großläufiges Naturschutzgebiet mit endlosen und teils menschenleeren Wanderwegen durchs sogenannte "Bergische Land". Eine sehr gemütliche Wohnung, die den Himmel säumt und weite Blicke auch in die Sterne zuläßt. Viel Licht. Endlich wieder eine  Badewanne!!! die ich ekzessiv nutzen werde - mit Fenster-Vogelgesang aus den Wäldern ringsum.  Einbauschränke, die alle weiteren, sperrigen Staumöbel unnötig machen - und eine darin verborgene, für Nichtwissende unsichtbare Zaubertür, die zu weiterem Abstellraum und einer Lebensmittel-Bevorratungskammer ührt. Ein weiterer Wunsch meinerseits war - alle alten Regale einfach hinter mir zu lassen.  
Die kleine, aber feine und volleingerichtete Küche  mitten im Herzen. Eine Herz-Küche. Endlich wieder ein Backofen - und dazu der überraschende Extra-Luxus einer Spülmaschine.
Waschplätze im Keller, Wäschetrocknen im Freien - ah, was für ein herrlicher Duft! - oder im Winter im Heizungskeller - und dazu bei Bedarf Gartennutzung, z.B. für Sonnenbäder. Vielleicht auch für ein wenig Kräuteranbau. Rosmarin, Salbei und Erdbeeren grüßten schon freudig aus einem kleinen Beet.
Ein mühelos hochzusteigendes Treppenhaus mit herrlichem Marmor-Boden.
Um die Ecke diverse Supermärkte zum eventuellen Einholen - und natürlich auch Höfe und Märkte nicht weit entfernt für bestes Gemüse.
Ein Abstellplatz für meine - weltbeste - Privatlimousine direkt vor der Haustür - und die Autobahnanbindung zur Kolonie quasi in Spuckweite. In entspannter Ersparnis sinnfreier Parkplatzssuche kostet mich der Heimweg weniger Zeit als in der Kolonie.
Das abrundende bzw. ausschlaggebende Extrabonbon: Ein großer, geräumiger und heller, teils schon gut schallgedämpfter Proberaum im Keller - in dem ich sogar mein Schlagzeug locker aufbauen kann - neben allem anderen, zahlreich vorhandenen Gerät.
Die Anonce stand am vergangenen Wochenende in der Zeitung, die mir der Nachtfahrer zum Sonntag hin  hinterlassen hatte. Viele Besichtigende hatten sich angekündigt - nein, ich kann erst am Dienstag, frühestens. Melde mich nochmal telefonisch, um nachzuhören, wie es aussieht .... Gut. Meldete mich erst Mittwoch abends auf einen sehr spontanen, aber klaren Impuls hin. "Nein, sie ist noch nicht vermietet - wir haben viel erlebt am Wochenende" - sagte die Vermieterin am anderen Ende der Leitung. Wir verabredeten uns also für den kommenden Tag. Und begrüßten uns mit einem recht breiten Grinsen. Sie zeigte mir alles sehr geduldig - ich sagte ihr, ich müsse eine Weile  "lauschen" - auf den möglichen Verkehr von der Strasse und auch für mich -  und dabei eine Weile aus den Fenstern schauen.
Wir unterhielten uns - auch über die Kolonie und das "Pralle Leben", welches sie so toll findet. Ich sagte ihr - das es mir nun wirklich reicht mit der Kolonie. ich hatte es reichlich .... was für mich also wie Urlaub in ihren angestammten Gefilden ist, ist für sie gerade andersrum. So sind wir Menschen eben - oftmals hingezogen zu Kontrasten.

Nach einer sehr geduldigen und längeren "Führung" fragte ich sie, ob wir denn überhaupt ins Gespräch kämen? Ja, von ihrer Seite aus gerne.
Und dann erbat ich mir - die sonst eher schnell schießt - noch eine Nacht Bedenkzeit = einmal drüber schlafen aus, denn ich wollte erst noch in diesen Wald gehen, auf den Berg bzw. durch die Landschaft. Wo ich auf die uralten Unkensgesänge und auf noch viel mehr Schönheit traf. Selten bin ich so erfrischt in die Kolonie zurückgefahren in den letzten Jahren. Selbst im Supermarkt um die Ecke - äußerte sich die Entspannung gleich in dreimal schallendem Gelächter und recht viel Spaß mit den gerade anwesenden Menschen.
Gestern war ich völlig platt - und zwischen Erstaunen und Erleichterung ob eines immensen Spannungsabfalls meinerseits, der sich langsam vollzieht.
Heute gratulierte mir ihr Mann als erstes zu meiner Entscheidung, ins Bergische zu ziehen.

Freue mich nun schon auf allerbeste Wildkräuterküche in 2012 .... nach Durchstreifen der üppigen Landschaft.

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