... heute wieder. Mit zahlreichen besten, wohltuenden und herrlich duftenden Zutaten - natürlich bei uteruswarmem Lichte mittels einer Salzlampe und vielen Kerzen. Meinen Morgenkaffee koche und geniesse ich schon seit Tagen - mental und doch lebendig - in der Herzküche, nachdem ich im neuen, großen Schlafzimmer erwache - in dem weiter nichts als das Bett steht und ein langes, flaches Bodenregal für die u.a. in Stein- und Metallmaterie verkörperten GötterInnen. Und ein Bodenplatz für die Stille. Quasi "konzentrierte Fülle" - aber geordnet. Bloß kein Zeug mehr hineinstellen, was nicht in ein Schlafzimmer gehört. Und auch sonst nicht. Die Fülle bleibt ohnehin. Aber gut sortiert soll sie sein, dann kommt ihre Schönheit klarer zur Geltung.
Beim Zerreissen meines letzten Tagebuches fiel mir nur ein Satz direkt ins Auge, der ein Zitat war von einer .... sehr reichhaltigen und daher sehr reichen Frau - alles andere wäre zuviel gesagt - im Rahmen einer Gruppenaktion: "Die `arme´ Sati - muß sich ständig ausbremsen in ihrer Fülle." Beim Lesen brach ich zwar in lautes Gelächter aus ... aber es ist eine sehr gute Erinnerung, denn es war tatsächlich oft so. Spontane und ungehemmte bzw. unbefangene Begeisterung irritierte viele ArtgenossInnen oft derart - daß ich plötzlich wieder auf der eigenen Bremse stand - versuch mal, einen PS-starken und geländegängigen Allrad auszufahren und auszuloten - und brems dann die ganze Zeit dabei .... das fühlt sich defintiv scheiße an!
Heute - konnte ich wenigstens die Limousine mal ein wenig ausfahren und ausloten in höheren Geschwindigkeiten. Nach einem superguten Lauf bis zum Mittag - stand ich auf einer dreistündigen Wartebremse auf Platz zwei an einem Platz, den ich vielleicht ein- bis zweimal im Jahr ansteuere. Da kannst du viel Glück haben - oder auch versacken, scheint mir. Nach etwa zwei Stunden stand ich dort mit fünf alten Hasen und dachte daher "Halt durch! - die können nicht alle irren" Der erste war weg, ich hatte die Spitze, war als nächste dran. Da gibt der nach 20 Minuten (ziehe mal eben ein skeptisches Gesicht ...) eine Fehlfahrt ein - und ich hänge wieder auf Platz zwei in der Warteschleife. Denke mir noch "Ok, wenn es wirklich eine Fehlfahrt (und keine Kurzfahrt...) war - dann hat der gerade einen noch härteren Brocken zu schlucken."
Nach zwei Stunden Geduld wunderte ich mich über mich selbst. Früher hätte ich nach einer Stunde fast ins Lenkrad gebissen vor Frust bzw. Wut - nichts weiter tun zu können. Die Scheiben habe ich schon alle geputzt - auch einen Teil des Innenraums. Ent-spannen ist die Übung. Falle in selig-leerträumende Trance ... und vertraue auf die Anwesenheit einer sehr erfahrenen und gewieften Kollegin an diesem Halteplatz.
Nach drei Stunden erfolgt das erlösende Signal - der Kunde wünscht mit Kreditkarte zu zahlen, steht schon auf dem Display. Gutes Zeichen. Es geht nach Düsseldorf zum Flughafen - und die drei Stunden des geduldigen Ausharrens lösen sich in Gelächter auf. Danke für die süßen, leeren Träume .... und die verhältnismäßig sehr milde Wut über´s Ausgebremstsein - nach zweieinhalb Stunden. Nach den knapp drei Stunden - wandte ich einen alten Zaubertrick an und warf schon mal den Motor an .... kurz darauf kam die Erleichterung.
Der Kunde brachte mir noch Anderes bei während der Fahrt - er telefonierte ohne Unterlass mit seinen Business-Freunden, sie redeten über das Meeting zuvor bei einem potentiellen Großabnehmer .... und ich lernte mit, ließ mich gerne erinnern, daß Geld sich auch anders verdienen läßt, in ganz anderen Dimensionen.
Drei Stunden - habe ich in siebeneinhalb Jahren bisher nur dreimal gewartet. Ver-rückt .... völlig ver-rückt.
Ich werde mir ein neues Sujet suchen!
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