Regentropfen fallen leise trommelnd bei wieder milden 11 Grad vom grauen Himmel, in der Ferne rauscht ein Zug über die Gleise und ein heller Ton ist zu vernehmen. Ist es die Hupe, Tröte (wie heißt denn das bloß bei einem Zug ......) - oder ist es die opernsingende Nachbarin im dritten Stock, mensch weiß es nicht genau. Die Amsel trällert fröhlich und der Wind tanzt in mildem Rausch durch die Hinterhöfe. Ein kurzer Moment der Stille. Dann wieder ein hoher Ton ... es war nicht das signalgebende Teil (Horn?) vom Zug, es ist die Opernsängerin, sie übt bei offenem Fenster. Mit ihrem Mann zusammen, der auch Opern singt. Etwas tiefer, aber auch so anstrengend-gepresst-klingend. Mein Sujet ist das nicht. Was für ein Glück, daß die drei Etagen über mir wohnen und nicht direkt Wand an Wand. Musik kann schließlich auch zu Folterzwecken verwendet werden. Habe mich inzwischen an die trampelnden Kinder über mir gewöhnt - ziehe diese dem schmetternden Gesang vor und weiß, daß sie tagsüber immer weggebracht werden und abends früh zu Bett gehen werden.
Hier geht es zu einem höchst erbaulichen Text, den mensch bei Clara Himmelhoch lesen kann - es geht um Kinder, Kindheit und Helden, zu Zeiten, als die Kinderwelten noch Freiräume boten.
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