In diesem Job kriege ich "irgendwie" sogar in der Stadt die Jahreszeiten
und das Wetter mit, da mein Arbeitsplatz ja auf den Strassen liegt. Ich
bin also von morgens bis abends "irgendwie" draußen - zwar meist im
geschützten Raum einer motorisierten Blechkiste, doch bei Bedarf kann
ich ja auch aussteigen. Und wieder einsteigen, falls es draußen zu
ungemütlich ist. Ich muß also nicht etwa den Tag in einem
neonbeleuchteten Bunker verbringen, was ich
fürchterlich fände.
Dadurch bin ich es wohl gewohnt, daß Wind und Wetter sich an manchem
Tage mehrfach wandeln. Oft gibt es Wechselbäder - wenn Du aus dem
Trockenen ins Nasse gehst und umgekehrt. Oder im Sommer, wenn Du während
einer Fahrt erleichtert den sonnenerhitzten Innenraum der Limousine mit
der Klimaanlage runterkühlst, um die nächste Wartezeit besser zu
überstehen. Es wechselt eben, ständig. Manchmal gehe ich zu Fuss im
Regen zu meinem Arbeitsplatz, glücklicherweise selten bei Schnee und
Eis, manchmal gehe ich durch Sommeroasen, in denen eine grillende Horde
neben der anderen liegt. All das - ist in Ordnung und ist, wie es ist.
Ich sehe wunderschöne Sonnenauf- und Untergänge im Frühling und im
Herbst. Und jeder Tag - ist neu, anders und gut, wie er ist. Auch, wenn
er mir nicht nur behagt. Mit Petrus, dem Wettergott, habe ich keine
Schwierigkeiten. Wieso zum Teufel - das ewige Genörgel - wo er doch
seine Arbeit sehr gründlich macht?
Das Wetter, Petrus - scheint der letzte Fußabtreter in der langen Reihe
der Unglücklichen, die nicht woanders ihren Tritt, ihren Rhythmus
finden.
Ich liebe dieses satte, lebenspralle Grün in dem Land, in dem ich lebe -
ohne Regen gäbe es das nicht. Gäbe es nicht die Sonne, würde all das
vermodern. Gäbe es nicht den Wind, der die Samen weiterträgt, die Erde, die uns
aufnimmt und durch´s Leben trägt .... die nährenden Elemente .... wäre niemand
von uns je hier gelandet. Das ist doch nicht so schwer zu begreifen?
Und dann gibt es soviele Menschen, die Regentropfen scheuen, die jeden
Tag duschen, aber kein Wasser vom Himmel auf ihren Kopf fallend ertragen
- die Angst um ihre Frisuren haben ... die weder Kälte, Nässe, Feuchte,
Wärme noch irgendetwas spüren wollen, geschweige, sich an all dem
erfreuen können?
Mit dem Wetter - habe ich keine Irritationen.
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