Dienstag, 10. Januar 2012

Ich rede ungern über das Wetter - aber jetzt muß ich doch mal was dazu sagen

In diesem Job kriege ich "irgendwie" sogar in der Stadt die Jahreszeiten und das Wetter mit, da mein Arbeitsplatz ja auf den Strassen liegt. Ich bin also von morgens bis abends "irgendwie" draußen - zwar meist im geschützten Raum einer motorisierten Blechkiste, doch bei Bedarf kann ich ja auch aussteigen. Und wieder einsteigen, falls es draußen zu ungemütlich ist. Ich muß also nicht etwa den Tag in einem neonbeleuchteten Bunker verbringen, was ich fürchterlich fände. Dadurch bin ich es wohl gewohnt, daß Wind und Wetter sich an manchem Tage mehrfach wandeln. Oft gibt es Wechselbäder - wenn Du aus dem Trockenen ins Nasse gehst und umgekehrt. Oder im Sommer, wenn Du während einer Fahrt erleichtert den sonnenerhitzten Innenraum der Limousine mit der Klimaanlage runterkühlst, um die nächste Wartezeit besser zu überstehen. Es wechselt eben, ständig. Manchmal gehe ich zu Fuss im Regen zu meinem Arbeitsplatz, glücklicherweise selten bei Schnee und Eis, manchmal gehe ich durch Sommeroasen, in denen eine grillende Horde neben der anderen liegt. All das - ist in Ordnung und ist, wie es ist. Ich sehe wunderschöne Sonnenauf- und Untergänge im Frühling und im Herbst. Und jeder Tag - ist neu, anders und gut, wie er ist. Auch, wenn er mir nicht nur behagt. Mit Petrus, dem Wettergott, habe ich keine Schwierigkeiten. Wieso zum Teufel - das ewige Genörgel - wo er doch seine Arbeit sehr gründlich macht?
Das Wetter, Petrus - scheint der letzte Fußabtreter in der langen Reihe der Unglücklichen, die nicht woanders ihren Tritt, ihren Rhythmus finden.
Ich liebe dieses satte, lebenspralle Grün in dem Land, in dem ich lebe - ohne Regen gäbe es das nicht. Gäbe es nicht die Sonne, würde all das vermodern. Gäbe es nicht den Wind, der die Samen weiterträgt, die Erde, die uns aufnimmt und durch´s Leben trägt  .... die nährenden Elemente .... wäre niemand von uns je hier gelandet. Das ist doch nicht so schwer zu begreifen?
Und dann gibt es soviele Menschen, die Regentropfen scheuen, die jeden Tag duschen, aber kein Wasser vom Himmel auf ihren Kopf fallend ertragen - die Angst um ihre Frisuren haben ... die weder Kälte, Nässe, Feuchte, Wärme noch irgendetwas spüren wollen, geschweige, sich an all dem erfreuen können?
Mit dem Wetter - habe ich keine Irritationen.

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