Das Jahr beginnt für mich mit einigen Artgenossen, die mir sämtliche, alte Knöpfe drücken, wie ich ja schon schrub ... was für ein Segen! An dieser Stelle also endlich mal wieder ein herzliches Dankeschön dafür an solche. Das schlimme Wort mit dem ersten Buchstaben des Alphabets am Anfang - sage ich jetzt nicht. Heute hat es mein Gegenüber verwendet und ich habe vornehm Contenance bewahrt. In dieser Woche haben mir "die Männer" meine Knöpfe gedrückt mit ihrem herrschaftlichem Selbstverständnis, mit dem alle übrigen Anwesenden sich "abzufinden haben sollen". Erst war es der Herr, den ich via Trommeln traf und mit dem kein echtes Zusammenspiel entstand, heute war es einer auf den Strasse der Kolonie, der mir gerade recht kam, da das Fass eh schn aufgemacht war und überlief.
Bis zum frühen Nachmittag ein sehr ruhiger und friedlicher Tag auf den Strassen. Nix los, leider. Wartegeduld längst am Ende, keine Geduldsr-Rserven mehr - was das sinnlose Warten auf Kundschaft betrifft. Nach einer wiederholten Warte-Tief-Trance von etwa einer Stunde kommt endlich ein Auftrag, zum Fruste meines Vordermannes, denn ich habe noch gar nicht die "Spitze", aber die erwünschten Kindersitze. Mein Lesestoff befasst sich ebenfalls mit "Trance-Themen", so fallen mir heute immer wieder die Augen zu und ich träume einen ganzen Schatz an Träumen. Auch nicht schlecht - bringt bloß keine Kohle.
Um zu meinem nächsten Job zu fahren, muß ich durch sehr enge Strassen des Viertels, die erstaunlicherweise noch keine Einbahnstrassen sind, wie sonst überall in der Kolonie. Dazu werden sie auf beiden Seiten zugeparkt bis auf die letzte Möglichkeit, so daß man sich zwangsläufig in diesem Viertel immer mal wieder ausweichen muß. Als ich in eine dieser Strassen auf meinem Weg einbiege, sehe ich zwar das sinnlose "SUV" (große, fette Autos, die Parkplätze für zwei besetzen, gierig Sprit saufen und in der Stadt keine echte Funktion haben, außer der, Geld und Macht zu symbolisieren). Ich fahre aber dennoch weiter, denn das SUV hat auf seiner Seite gleich zweimal eine große, freie Parkbucht, in der es rechterhand einlenken könnte und wir so beide freie Bahn hätten, uns umfahren könnten. Ich sehe sowas sehr schnell, rein beruflich, ansonsten - hätte ich zurückgesetzt und ihn erst kommen lassen. Jetzt - fängt der Typ aber an, demonstrativen Ärger zu machen. Er bleibt in der Mitte der engen Wohnstrasse und zieht nicht einen Millimeter Richtung freiem Platz, um genauso demonstrativ vor mir mit seinem höheren Kühler stehenzubleiben und mich auf diese Weise dazu zu nötigen, wild zu rangieren. Ich gucke mir das nochmal an - und bleibe ebenfalls stehen. Wie gesagt - rein technisch gab es kein Platzproblem. Aber nun zog er soweit in meine Richtung vor, daß ich mir einen Wolf hätte lenken müssen. Er - immer noch genug Platz auf seiner Seite, um unbeschwert einzulenken. So standen wir uns nun gegenüber, Kühler vor Kühler, und standen. Ich denke "Bleib mal ganz ruhig." Die Minuten vergingen, hinter ihm noch zwei weitere Fahrzeuge, die gerne einfach ihren Weg genommen hätten. Nach gut zwei Minuten, die sich in dieser Situation durchaus ziehen können, bedeute ich ihm mit Handsprache, er möge doch bitte nach rechts einlenken. Nichts. Direkt neben mir ist auch eine Parkbucht frei, aber ich komme so nicht mehr rein, bräuchte etwas mehr Raum, um einzulenken. Er bedeutet mir, ich solle weichen. Es ist ein pures und albernes Machtspiel, aber wie gesagt - es gibt da ein paar Knöpfe auf meinem Akkordeon, die noch gespielt werden wollen bzw. in diesen Tagen vom Leben justiert werden.
Nach gut 5 langen Minuten steige ich aus und gehe zu ihm hin. Er will natürlich Recht haben - verstehe ich ja sogar. . Er hat aber keines in dieser konkreten Situation. Er beschimpft mich, ich hätte ihn doch genau gesehen und hätte zurückfahren und/oder warten müssen. Ich weiß sogar, was der meint - aber diese Situation ist nicht so. Es geht ums Knöpfe drücken. Er hätte locker einen Bogen um mich machen können, aber wollte es nicht, weil er die Faxen dicke hatte. Deswegen kriege ich auch seine angesammelten Projektionen zu hören "ICH wohne hier. Und das gleiche Spiel erlebe ich mit EUCH ARSCHLÖCHERN jeden Tag." Ich bin nicht sicher, ob er jetzt alle Autofahrer oder speziell unsere Berufsgruppe meint ... aber ich mag ihn auch nicht. Und habe meinerseits auch eine Menge Ressentiments gegen Typen wie ihn angesammelt: "Relativ junger und zugegebenermaßen ganz gut aussehender Managertyp, der glaubt, ihm gehöre die Welt und alle Anderen müssen vor ihm weichen." Dazu noch den eigenen, kindlichen Sohn im Auto, der diesen kurzen, aber nußharten Krieg miterleben muß. "Aha" - sage ich "Arschloch also auch noch, interessant ..." Setze mich wieder in Limousine und weiß - hier weiche ich keinen Millimeter. Memoriere das Kennzeichen, von wegen "Arschloch", und notiere es ... eine kleine Darbietung nur (im Moment!), im Grunde will ich einfach den Weg frei haben, um zu meiner wartenden Kundschaft zu kommen. Im Grunde - bin ich auch eher friedfertig. Aber gegen diesen Typen habe ich derartige Ressentiments, daß ich zu Granit werde. Sage meinerseits noch beim Abgang, daß ich das für ein Scheiß-Spiel halte. Highnoon also - immer noch.
In Millisekunden laufen die gedrückten Knöpfe bei mir durch. Kindheitssprüche wie "Der - bzw. meistens DIE?! - Klügere gibt nach. Ich halte es aber gerade nicht für klug, so einem Typen nachzugeben, also lasse ich es auch. Ich hatte in meinem Leben gute Väter, Mäzene, Männer, die mich gefördert haben, niemals hat mir nur einer von !diesen suggerieren wollen, daß ich etwas nicht könnte als Frau. Im Gegenteil. Ich stehe also in dieser eigentlich albernen Situation - dennoch zu dem, was gerade ist - nämlich, daß dieser Fuzzi in seinem SUV ausweichen darf - weil er de facto den Raum dazu hat.
Denke auch noch "Herzchen - leg´ ´Dich doch mal mit einem gut-durchtrainierten "Arschloch-Kollegen" aus der Mucki-Bude auf diese schäbige Weise an."
Beobachte mich selbst in der Situation - wenig Übersprudeln - mehr Entschlossenheit. Gut! Keine Kohle - aber wieder was gelernt heute - Wunderbar!
Nach vielleicht acht Minuten - hahaha - kommt mir das Leben selbst zur Hilfe und löst die Sache, recht zügig und zu meinen Gunsten: Ein älteres Ehepaar auf meiner Seite möchte gerne ins Auto einsteigen und losfahren. Von der anderen Seite gesellt sich ein Anwohner dazu und fragt, was denn eigentlich los sei? Ich stehe wieder vor der Limousine und sage "Der Mann möchte nicht zur Seite fahren - er möchte, daß ich es tue - obwohl für ihn offensichtlich leichter ist." Der Anwohner redet nochmal mit dem SUV-Typen - und dieser möchte wohl sein Gesicht nicht verlieren, fährt also nun endlich ein wenig .... auf die Seite. Aber nur genau soviel, daß ich gerade ein paar Dezimeter weiterkomme, er fuckt also immer noch rum - für die Anderen nur mit aufmerksamem Blick sichtbar.
Nicht, daß das etwa mein "Hoby" wäre, mich mit derartigen Schnuzzis anzulegen - aber was sein muß, muß sein.
Und ich sehe solche auf den ersten Blick doch sehr albernen Situationen auch in ganz anderen Dimensionen und Zusammenhängen ... Sicher bin ich auch eine "Prinzipienreiterin" in solchen Situationen. Keine "Emanze" - das haben Frauen gar nicht nötig. Das - habe ich für mich nie angezweifelt, das Menschen nicht besser oder schlechter sind als andere Menschen. Dieser Schnuzzi - hat mich vermutlich nicht einmal als Taxeuse registriert im Anbeginn seines - und dann auch meines - "Machtspiels". Darum geht´s - um diese Scheiß-Machtspiele ... wie auch immer sie geartet sein mögen. Reichlich - wenn es sein muß, auch albern - in Zeiten des sterbenden Mammons.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen