Donnerstag, 5. Januar 2012

Aneck-Dote: Vom Tisch-Trauma zum Traum-Tisch

Ich hatte Geburtstag. Irgendwas um die 20, in meiner ersten eigenen Wohnung. Meistens hatte ich offene Tür und es kamen immer Leute vorbei, so auch an diesem Tag. Wir saßen schon tagsüber alle in geselliger Runde und fröhlich um einen runden Tisch herum, vielleicht 8 oder 10 Leute. Meine Mutter kam, setzte sich dazu. Sie war immer eingeladen (nur nicht unangemeldet), auch zu vielen Parties, die ich damals feierte.
Auch noch, lange und immer wieder, nach der folgenden Nummer:
Sie setzte sich also zu uns und beschenkte mich zum Geburtstag. Alles schien in Ordnung - bis sie plötzlich aufstand und quasi wortlos ging. Alle waren sehr erstaunt - denn sie war offensichtlich über irgendetwas eingeschnappt, was niemand orten konnte. Gesagt hatte sie zu ihrem für Alle überraschenden Abgang nichts, es blieb uns ein Rätsel. So war sie - bloß keine Antworten auf direkte Nachfragen geben, geradezu mystisch. Ich brauchte eine gute halbe Stunde, um diesen Abgang zu verdauen und mich in immer noch angenehmer Gesellschaft wiederzufinden.

Später sprach ich sie nochmal auf diese Überraschung an - und sie erklärte "Der Tisch war so schmutzig." Tja .... das hätte ich wohl gedankenlesend, wie ich bin, wissen müssen? Aufgewachsen bin ich mit Wohnzimmertischen, auf die mensch nur etwas auf Sets und Untersetzerr plazieren sollte, damit es keine Ränder gibt. Und lange ohne eigenen Tisch.
Das war nicht ihre einzige Nummer, die sie wortlos ablieferte - und selten bzw. nie traf ich jemanden, der sie zu lesen wußte in diesen Momenten. Sie hinterließ lieber ratlose Verstörung, statt den Mund aufzumachen und sich zu äußern. Vielen wäre eine echte Empörung sicher angenehmer gewesen, als dieses strafende, rätselhafte Schweigen.

Gestern schaute ich  mal wieder so über meinen Tisch - und die Geschichte fiel mir wieder ein. Ich hatte in der Nacht zuvor von ihr geträumt.
An meinen Tisch-Manieren in meinen eigenen vier Wänden - hat sich bisher nichts geändert. Und so soll es sein. Das viele Zeugs ist nicht nur in Bewegung und Gebrauch, sondern ich freue mich auch sehr, daß ich auf, unter und neben  meinen Tisch stellen kann, was ich will.

Mein Traumtisch besteht aus dickem, naturgewachsenem Holz und ist sehr groß! Da kann mensch draufstellen, was er will - ohne "Sch(m)utzunterlage". Der steht in einer Art Wohnscheune mit sehr großzügigen Raum und hoher Decke, der Boden ist mit sehr robusten Holzdiielen versehen, die mit ein paar Sägespänen bedeckt sind - mensch kann Krümel direkt vom Tisch mit der Hand auf den Boden wischen.
Zwei Esel, zwei Kühe, zwei Ziegen sowie ein paar Hunde und Katzen  sind auch anwesend während geselliger Zusammenkünfte.













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