Dienstag, 24. September 2013

"Mastitis", Auszeit und Liebeserklärung an eine richtig gute Ärztin ....

Die Zwillingssonne findet sich mit einer "Mastitis" wieder. Das ist nichts mit Mastkühen, wie ich lachend kommentierte heute bei der weltbesten Frauenärztn - sondern eine Entzündung der Brust(drüsen).
Plötzlich kam die - und war ziemlich groß. Sonntag nacht erstmals erfühlt - und erstaunt, was da für ein Knubbel befindlich ist am zarten Busen.

Leichte bis mittelschwere "Krebsphobie" setzte ein - und ich beschloß, ganz ruhig zu bleiben. Selbst im Falle eines Falles. Gleichzeitig war mir aber auch klar - daß ich mich in den vergangenen Wochen gedanklich und gefühlsmäßig viel mit diesen zahlreichen Menschen beschäftigt habe, die in die unterirdischen "Strahlenkliniken" gehen und dort mit teuer verkauftem Gift verseucht werden. Also - wie in Syrien - deutsche Rüstungsgifte - nur anders ....

Fahre auch noch - im Wechsel mit einem feinen und feinfühligen Kollegen dieses liebenswerte Ehepaar im regelmäßigen Turnus - und bekomme derart mit, wie sehr beiden diese "Verstrahlungsprozedur" an die Nerven geht - und wie sehr ihnen das alles an ihren Kräften und am Gemüt zieht.

Ist immer, als würde ich auf uralte Bekannte treffen - selten privat. Und sie - verliert gerade einen großen Teil ihres Langzeitgedächtnisses und auch ihr Kurzzeitgedächtnis - wegen einem Hirntumor.

So, wie er es ihr immer wieder erklärt - weil sie´s eh wieder vergißt und immer neu nachfragt, woher das denn kommt - hat sich laut Ärzteschaft ein Splitter einer Brustoperation vor dreißig Jahren "gelöst" und in den Kopf gesetzt.
Inkontinenz und eine Thrombose kommen noch zusätzlich hinzu - zu den Sorgen um den Tumor im Kopf.

Auf jeder Tour - fragt sie zehn-, zwanzigmal die gleichen Fragen.  Vergißt die Antworten zügig - und fragt wieder nach. Sie weiß, daß sie durcheinander ist und alles Mögliche vergißt. Ich "beobachte" sie anhand ihrer Fragen und besonders anhand der wenigen Geschichten, an die sie sich immer wieder erinnert und die sie dann zum Besten gibt. Es ist eine Art Wiederholungsschleife - eine Platte, die in einer Rille festhängt.

Gestern sage ich ihr - als er gerade unterwegs ist, um etwas zu besorgen - "Hauptsache - Du vergißt IHN nicht - und erkennst ihn immer wieder!" Sie stimmt zu. Und das Beste ist - daß wir zusammen lachen können - auch über diesen Scheiß. Sie weiß keine exakte Antwort zu geben auf meine Frage, wie lange sie schon mit ihm verheiratet ist? So fünfundvierzig Jahre vielleicht? Ich bewundere ihren schönen, goldenen Ehering. Uralt sei der schon - meint sie. Frage kurz drauf ihn - die goldene hatten sie dieses Jahr.

Mich erkennt sie erstaunlicherweise immer wieder - den Kollegen nicht so wirklich - sie fragt mich immer -zig Mal, wie der nochmal heißt. Ich frage sie, wieso sie sich an mich erinnert? Weil ich ihr wichtig sei. Warum das so sein soll - weiß ich nicht. Vielleicht - hilft Aufrichtigkeit - statt sinnloser Zweck-Beschwichtigung? Ne - Blödsinn - der Kollege ist auch so drauf.  Jedenfalls war das schon bei der ersten Fahrt geklärt - daß sie sich verliebt hat. Und ich mich ja auch. Ein wenig "Tochterprojektion" ist auch im Spiel - sie haben keine Kinder. Die Kinder - waren immer seine Bilder.

Ihn - hätte ich allzu gerne früher mal erlebt - als er in seiner vollen Kraft stand. Das ist ja heute noch ein Hochgenuß - obwohl er selbst schwere Malesten hat und gerade mitleidet wie ein Hund mit seiner Geliebten.

Er - hatte gestern Geburtstag. Und meint furztrocken - er wäre sich vorgekommen wie bei der Telecom. Weil den ganzen Tag Leute zum Gratulieren angerufen haben .... Als ich am Nachmittag ebenfalls anklingel, fragt er mich: "Woher weiß Do dat dann schon widder?". Ich muß lachen und antworte ihm, das habe er doch selbst erzählt neulich.

Heute also - noch ein Nachklang - von viel Lebendigkeit. Glaube - ihm tut das sehr gut, mit vielen Menschen zu tun zu haben - der ist schwer gesellig und ein Gemütsmensch durch und durch. Hat zeitlebens immer draußen gemalt - auch auf den Straßen der Kolonie - und ich habe mich nur gewundert, warum ich ihn nicht früher schon getroffen habe, ich war doch auch immer unterwegs auf diesen Straßen?


Ein urkölsches, unvergleichliches  Original  mit göttlichem Humor - neben göttlicher Pinselführung, die er sich "autodidaktisch" angeeignet hat. Gestern gab´s herzlich viel zu lachen - trotz aller Erschöpfung. Bin zum Stammtisch eingeladen ... weiß noch nicht, wie ich mit solcher Ehre verfahren werde - zumal da auch viele Vollblut-Karnevalisten aufschlagen - so gar nicht meine Welt. Allerdings dieser ungebrochene, göttliche Humor - schon.
Habe erst mal abgesagt und mich erklärt - daß ich den Teufel tue und auch noch freiwillig in die Kolonie fahre nebst Plackerei .... keine zehn Pferde kriegen mich mehr in meiner freien Zeit in diese, sagte ich ihm. Er - überhörte das geflissentlich und meinte sowas wie: "Jaja - jut - isch saach Dir dann noch Bescheid, wann dat jenau es."

Habe mich also in den letzten Wochen ziemlich mitnehmen lassen - obwohl ich ja die beiden mitgenommen habe in der Limousine. Und Andere ...

Daher dieser kurze Schreck in der Nacht zum Montag - über den großen Knubbel in der weichen Brust. Ehemalige Samariterneurose .... kann sich schon mal in Materie übertragen. Rufe also gestern - nach langer Zeit - bei meiner Frauenärztin an, die ich schon ewig kenne. Ob ich mal als "Notfall" reinkommen kann? Damit sie sich das anschaut? Obwohl ich sie lange kenne - habe ich dennoch Widerstand, überhaupt zum Arzt zu gehen. Will das lieber selber kurieren. Am nächsten Tag könne ich kommen, vormittags. Ne, danke - sage ich der freundlichen Helferin - da kann ich nicht.

Kann ich nicht - heißt ja: Will ich nicht.
Heute morgen nach dem Aufstehen - will ich dann lieber doch. Einfach mal klären, was das für ein Knubbel ist. Meine Vermutung ist zwar - daß es eine Entzündung sein wird - aber ich bin dann doch endlich bereit, eine mir vertraute Fachfrau zur liebevollen Begutachtung zu Rate zu ziehen. Bekomme den Termin noch ..... hurra.

Freue mich sehr - sie nach gut zwei Jahren endlich wiederzusehen. Und die Sache ist schnell geklärt - nein, kein "übernommenes Krebsgeschwür".  O.g. "Mastritis" - ein Wort, welches mich sofort an Schlachttiere erinnert.
Sie - habe sich erschrocken gestern über meine Absage - und ich wisse doch, wie es zugeht bei ihr und was sie zu tun  hätte? Ja - weiß ich. Haben wir schon öfter drüber geprochen in der Vergangenheit. Und - es war mein eigener Widerstand - hat nichts mit ihr zu tun.

Das richtig Gute an dieser Begegnung ist - ich brauche ihr nicht mal erklären, daß ich jeglichen chemischen Dreck eh nicht einnehmen werde - sie verschreibt mit ein paar Globuli und eine ebenfalls homöpathische Salbe - ich freue mich über deren Namen, da sitzt der Merkur drin. Beide mit Sulfur, Schwefel .... Ich könne auch - einfach gar nichts tun und den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen - wenn mir das lieber wäre. Wäre auch völlig in Ordnung.

Das ist eine Ärztin nach meinem  Gusto! Ich sage ihr noch - daß ich mir das zwar schon so dachte - aber mich auch keinesfalls bei anderer Nachricht hätte "weiterschicken" lassen - etwa zur "Mammographie" oder solchem Zeugs. Sie hatte mich aber schon am Anfang beruhigt mit der Kunde - daß etwa 90 Prozent von Knubbeln ohnehin harmlos seien.

Anschließend - bin ich erleichtert, eine vertraute, feine Frau mit viel Erfahrung mal zu Rate gezogen zu haben. Und bei dieser goldenen Gelegenheit unserer seltenen Zusammentreffen auch noch eine  grundsätzliche Frage an sie gerichtet zu haben: Ob sie mich ggf. krankschreiben würde - wenn ich mal eine Grippe oder sowas hätte? Sie wisse ja - daß ich nicht zu Ärzten gehe - außer zu ihr und zur weltbesten, mir ebenfalls lange vertrauten Zahnärztin. Das ich solche Dinge - lieber selbst auskuriere und mit mir selbst abmache. Allerdings - bräuchte ich neuerdings eine Krankmeldung in solchen Fällen.

Ja klar - macht sie. Kein Problem.  Ich soll mich einfach melden und ihr eine Nachricht zukommen lassen.
Ich würde ihr auch gerne einen Obulus dafür entrichten? Nein nein - keinesfalls - das geht schon in Ordnung. Sie weiß auch im Grunde gut, daß ich das nicht mißbrauche. Ich sag´s ihr trotzdem nochmal - und freue mich wirklich sehr über solch gute Vereinbarung.  Sie hat mir schon mal geholfen einst - und ich hab´ das nicht vergessen.
Wie immer - zeigt sie mir noch ein Bildchen über Ultraschall, mit dem ich nicht wirklich viel anfangen kann - und meint: Wunderbar - alles bestens - also jetzt bezüglich Gebärmutter und so ....

Die "Mastitis" - also der kurze Schreck über den großen Knubbel im weichen Busen - hat mich gestern zu einer "Spontanurlaubnahme" veranlaßt. Und als der eine Unternehmer - mit dem ich sprach - meinte - ich solle das auch noch mit seinem Kompagnon klären - wurde ich kurz vehement und meinte: Das könne ja wohl nicht angehen, daß ich da jedesmal mit zweien konferieren solle. Und - ich hätte ja wohl auch einen klaren Urlaubsanspruch - wie alle Anderen - und seit ich bei ihnen fahren würde, hätte ich gerade mal schlappe vier Tage frei genommen.
Worauf er vermeldete - jaja - er würde das dann selbst mit dem Kompagnon klären. Gut!

Ich habe mir heute - eine Krankmeldung mitgenommen - optionale Verlängerung der Auszeit also möglich. Es ist gerade echt an der Zeit .... die beiden Süßen habe ich an den Kollegen weitergereicht - der wird sie gut fahren.

Sulfur - Schwefel - braucht´s auch im Haus. Jemand hat den Heizungskessel kurzgeschlossen, willentlich und mutwillig. S´geht immer noch weiter -  eine lange Geschichte, die nicht erst hier begonnen hat -  aber  es gibt immer weniger Zweifel darüber, was/wer los ist. Und offenbar auch schon eine recht dicke Akte an anderer Stelle. Muß nur noch - frischauf erwischt werden. Wird schon noch. Geduld und Spucke - alles wird sich klären. Sulfur ist eine feine Inspiraton ....

Meinen heutigen Extra-Einflug in die Kolonie -  der zweite erst, seit ich hier wohne - habe ich mal "mental gedreht"  und als "Luxus" betrachtet, statt als Übel. Ein Luxus - so gute Leute zu kennen. Sogar ein Schuster gehört dazu - dem gab ich noch vertrauensvoll zwei paar feine Schuhe zur Bewerkung - er wird sie wieder richtig gut hinkriegen, da bin ich sicher - und meinte, er könne sich richtig viel Zeit damit lassen, ich hätte Urlaub. Ob ich wegfahren würde? Ne - hörte ich mich sagen - aber ich wohne ja da, wo andere Leute Urlaub machen.     

3 Kommentare:

wildgans hat gesagt…

Gute Ärztin-Glück hast du! So eine Entzündung hatte ich mal im Rahmen des Stillens, die alte Krankenschwester hung mich an eine Art Melkmaschine, quetschte an der Brust rum, als ich vor Schmerz brüllte, jodelte sie: jajaaa, das hat der liebe Herrgott den Frauen zu den Babies dazu geschenkt...
Mitfühlenden Gruß-
Sonja

Sati hat gesagt…

Ooch - ich habe ja noch mehr Glück, denn mir tut überhaupt nichts weh.
Habe erst mal liebevoll die betroffene Brust gehalten und ihr gut zugeredet - der anderen dann auch, damit sie sich nicht etwa übergangen fühlt.
Und als bei der Blutdruckmessung gestern noch die optimalen Werte rauskamen, obwohl ich eine Tasse Kaffee zuviel getrunken hatte - habe ich erst mal auf(m)eine Schulter geklopft und diesem Körperkonglomerat gesagt, was es für ein feines Tier ist ....

Ja, die Ärztin ist erste Sahne - und ich wollte ja gar nicht mehr hin. Freute mich dann aber gestern sehr und habe auch freiwillig und artig einen neuen Termin mitgenommen - für nächstes Jahr.

So, wie Du es beschreibst, geht´s natürlich auch - das "härtet" ab - für´s Leben ... nicht ganz ernst gemeint. Früher waren die ja mal so drauf.

Einen wonnigen, sonnigen Tag, Sati

Sati hat gesagt…

Äh - die andere - ich hab ja auch nur zwei davon, schon wieder Glück ....