Dienstag, 3. September 2013

Stadtverdruß und Landgenuß ....

.... was ich am Tage nicht immer gut sehen kann - zeigen mir des Nachts manchmal unverhoffte Träume auf. Neulich einer, in dem ich mich wiederholt in der Stadt wiederfand und aus dunklen Ecken heraus das wahnsinnnige Treiben beobachtete. Viel Bewegung - für nichts. Hetze und Geschiebe ... viel Lärm, Unruhe, allzu viel Beton und enge Häuserschluchten mit viel zu vielen Menschen.
Einen Moment lang schien es mir, als würde mir das Angst machen. Was mich wunderte - denn ich kenne ja das Leben in der Stadt - von klein auf. Und es war auch nicht das Befindlichsein in den dunklen Winkeln dieser Stadt - sondern das sinnlose Treiben im Licht, welches so fürcherlich war.
Neulich noch - wunderte ich mich über eine - die mir erzählte, welche Angst sie immer in einem völlig harmlosen und kurzen Tunnel gehabt hätte ... aber seit der neonblau  beleuchtet sei des Nachts, ginge es ihr viel besser dort.
Bei mir ist es gerade anders rum - mir macht es eher Angst - wenn das Dunkle nicht mehr sein darf.

Dann merkte ich in diesem Traum - daß mir nur der Gedanke Angst machte, ich müsse dort bleiben in dieser überkochenden Stadt.
Und mir fiel ein, daß ich nicht mehr dort lebe - und auch nicht mehr leben will - und eine Wohnung auf dem "Vorland" mein Rückzugsort ist. Erleichterung machte sich Raum. Und mir fiel besonders auf - daß ich von nun an lieber gar nicht mehr in die Stadt will ....

Im Tagleben eine kurze Begegnung: An einem Halteplatz um die Ecke der letzten, einstigen Kolonie-Behausung, den ich nur noch selten ansteuere,  treffe ich auf diese kleine, dicke Frau .... die ich früher sehr oft sah und die einst drei nette Rauhhaardackel regelmäßig ausführte. Nun wird sie nur noch von einem begleitet. Ich frage sie - wo denn die beiden anderen wären? - während der letzte des einstigen Bundes  sich allzu gerne streicheln ließ. Die sind nicht mehr. Früher habe ich oft lachen müssen über dieses Bild mit den drei hübschen Dackeln an der Leine und meinte "Ach, da ist ja wieder die Hundestaffel."

Lange nicht mehr gesehen, sagt sie. Ja - ich wohne ja auch nicht mehr hier. Erzähle ihr, wo ich nun wohne - und sie erinnert sich an ihren eigenen Traum. Schon lange will auch sie weg aus dieser Enge und dem Krach - und schon lange träumt sie davon. Ich meine: Träumen Sie einfach weiter - irgendwann kommt das zu Ihnen - so wie bei mir.

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