Sonntag, 1. September 2013

Immer wieder gut den Fokus richtig justieren .....

.... nach der dritten Nummer der Reifen-Vandalen hier - habe ich - wiederholt - öfter mal drüber sinniert, worauf ich eigentlich meinen Fokus so richte im Leben. Richte ich diesen - auf die sinnlose(n) Dummbratze(n), die mir einen halben Tag versaut hat, der aber dennoch ganz gut lief, will heißen: Alle vermeintlichen Probleme ließen sich lösen und sogar der rettende Engel kam exakt im perfekten Moment vorbei auf dem Fahrrad. Am Abend auf dem zuständigen Polizeirevier noch eine unverhofft erhellende Begegnung mit dem gerade Diensthabenden während der erneuten Anzeigen-Erstattung gegen "Unbekannt". Telefonat mit den Vermietern - in kompletter Übereinstimmung bezüglich der nun weiter zu ergreifenden praktischen und naheliegenden Maßnahmen.
Fokus hier also klar auf: Geht doch.

Ein paar Tage später bremse ich morgens bei einer Schrotthandlung in der Kolonie ein und tatsächlich haben die zwei ganz feine, nagelneue Markenreifen (der Geist der guten Reifengöttin Pirelli begleitet mich und mein freundliches, zuverlässiges, weltbestes Auto nun ....) auf den passenden Felgen für mich da - die Demontage und das Verladen in die Limousine, alles zu einem absolut fairen Preis (ein Witz!!!) - dauert keine zehn Minuten. Perfekt! Und ein ganz gutes Gefühl einstweilen - bevor die Kamera hier gnadenlos durchläuft - und auch sämtliche wilden Katzen der Umgebung, ihre nächtlichen Grabenkämpfe und Werben um Liebe aufzeichnen wird. Vielleicht - schaue ich mir das mal an?

Heute Anruf seitens der netten Vermieter - sie kommen kurz vorbei und wir schauen uns die "Vorauswahl" an potentiellen Modellen zusammen an. Ganz feine Menschen. Habe schon andere kennengelernt - mit diesen darf mensch sich wohlfühlen. Die Kosten für das Gerät - werden sie tragen, sie haben auch ein vitales Interesse an dieser Installation.

Am Tag der Reifensabotage ein leicht ironisches Gefühl der inzwischen ja schon erlangten "Routine" diesbezüglich. Nein, die Welt wird davon nicht untergehen - und alles läßt sich regeln. Mit vielen freundlich-gesinnten Menschen.

Wozu also - den Fokus auf irgendwelche Verrückten richten - wenn soviele angenehme Zeitgenossen in greifbarer Nähe sind?

Diese Frage - ist eine grundsätzliche.
Oft schon habe ich beobachtet, wie leicht der Geist sich auf die wenigen Arschlöcher richtet - statt auf die Überzahl und Mehrzahl derer, die wirklich in Ordnung sind.

Am gleichen Morgen, an dem die Reifen mal wieder geplättet sind, ruft um Punkt acht der nette Mensch an, der mir auf meine Sonntagsmail bezüglich des zusammengebrochenen "Lattenrostes für´s Leben" antwortet. Er schickt mir sofort eine neue Mittelstrebe - ja, natürlich auch gerne das weitere, benötigte Befestigungsmaterial für die einzelnen Latten. Wenn ich noch Probleme hätte, soll ich mich sehr gerne nochmal bei ihm melden. Fein. Ich freue mich - über guten Service. Sogar der Paket-Auslieferer - ruft persönlich auf meinem Handy an, um mir zu erzählen, daß er wegen Nichtantreffen meiner Person die Lieferung zum Abhol-Shop gebracht habe.

Geht doch!
Auch die Reparatur des Lattenrostes geht doch .... und was für ein wunderbares Gefühl ist das - als ich wieder eine stabile Unterlage für meine Träume habe.

Diese Frage also - worauf richte ich meine Aufmerksamkeit: Auf die wohltuenden 95 % Menschen, die völlig in Ordnung und angenehm sind - oder auf 5 % derer, die sie nicht alle im Koffer haben? - läßt sich im Grunde sehr einfach beantworten. Und ist - reine Übungsssache.              

4 Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Sati

das sind ganz feine und für eine Fünfzigjährige sehr frühe Klarheiten ... oder? Aber ich denke, Deine "basischen" Kollegen sind wohl auch nicht allzu viel jünger.

Eine Freude, Deine Menschenbetrachtungen zu verlinken

Mundanomaniac

mundanomaniac hat gesagt…

"Wozu also - den Fokus auf irgendwelche Verrückten richten - wenn so viele angenehme Zeitgenossen in greifbarer Nähe sind?"

Alle meine Nachbarn und ich:
Sati!!! Weiter so!

MM

Ps. echt Wahnsinn Dein Echtes...

mundanomaniac hat gesagt…

"Diese Frage also - worauf richte ich meine Aufmerksamkeit: Auf die wohltuenden 95 % Menschen, die völlig in Ordnung und angenehm sind - oder auf 5 % derer, die sie nicht alle im Koffer haben? - läßt sich im Grunde sehr einfach beantworten. Und ist - reine Übungsssache." ...

es sei denn:Du bist -Drehbuchautor(in)


MM

Sati hat gesagt…

Die Kollegen sind älter als ich ....
aber ich glaube nicht, daß das Alter immer von entscheidender Bedeutung ist.

Es gibt auch "Alte", die nicht sonderlich helle sind. Und Junge, die mich erstaunen mit dem, was sie so von sich geben.

Ich - bin auch nie wirklich "klüger" geworden.
Und was noch viel scherer zu sein scheint, als wie einst "vermeintlich Neues" dazuzulernen - ist, den ganzen Unsinn, den mensch sich hat eintrichtern lassen in vielen Jahren - wieder zu verwerfen.

Diese "imaginäre 50" ist so ein seltsamer Ort - an dem ich auf einem Bergplateau stehe und mich frage - wohin es (noch) gehen soll?
Oder ob ich nicht lieber dort bleibe.

Quasi diese Geschichte vom Adler - der sein schweres Federkleid abwirft, weil es nicht mehr gut trägt - und es sich dann entscheidet, ob er nochmal ein neues bekommt.

Einen schönen Tag zu Dir und den anderen 94 .... Sati