Wieder eine seltsame "Serie" - so ist das manchmal in der Limousine. Heute ist der Tag der Medien-Größen. Erst landet ein im Lande bekannter Unterhaltungs- und Polit-Moderator in der Limousine an, den ich zum Studio bringe. Wortlos. Ich quatsche diese Leute ganz sicher nicht auf ihre vermeintliche "Prominenz" an - die mir auch recht wurscht ist. Denke eher - die freuen sich vielleicht auch, einfach in Ruhe gelassen zu werden. Bzw. denke mir eh nicht viel dazu. Außer hier: Ein ewig jugendlicher Typ - solche gibt es ja - und: Der braucht gar keine Schminke. Die Stimme ist eindrucksvoll - eine trainierte, sehr sonore - er telefoniert mit Leuten, die gerade Bratwürstchen zu Mittag verspeisen und stört beim Essen.
In tristem Grau fahren wir zu tristen Studios, in einem großen Industriegelände. Denke doch was - nämlich: Scheiß Position für mich - nicht viel Auswahl an Halteplätzen in der Nähe.
Fahre einfach den nächsten an - gefährliche Sache, kann manchmal erstaunlich gut und manchmal erstaunlich zäh ausgehen. Stelle mich sogar auf die zweite Position, noch gefährlicher. Der vor mir geht recht zügig auf Fahrt - und ich bekomme wieder einen Auftrag für diese Studios. Zum Glück hab ich recht viel Information auf dem Display - wo der Fahrgast gefunden werden möchte in diesem unübersichtlichen Wust im Industriegelände - mit zahlreichen TV-Produktionsstätten.
Finde schon mal das benannte Gelände - muß hier noch das entsprechende Studio ausfindig machen. Bei Regen und tristem Grau kommt mir eine sehr gute, bekannte Schauspielerin entgegen, sie geht zu Fuß über das weitläufige Gelände zum Ausgang. Ich erkenne dieses "Fernsehgesicht" und denke so bei mir - da schau her - kein Glamour, kein Licht, nur Arbeit. Triste sogar - so, wie es hier aussieht. Einfach ein Riesenkontrast zwischen dem, wie es gemacht wird - und dem, wie es für Zuschauende am Ende rüberkommt.
Finde den Fahrgast - wohl einer, der für die "Privaten" arbeitet. Kenne den nicht mal. Gute Fahrt für mich - zum Flughafen. Registriere an diesem Tag - die Kluft zwischen Schein und Sein.
Zwischen Produktion und Produkt.
Nur mal so - zwischen den Fahrten.
Kein Glamour, weit und breit. Den gibt es dann wohl auch für diese Leute - nur auf diesen - ebenso produzierten - Galas, wo sie sich hübsch anziehen und so tun, als stünden sie die ganze Zeit im Licht.
Tun sie - aber sicher nicht.
Komische Jobs ..... vielleicht sogar substanz- und substratloser als der meine.
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