So macht es schon ein bischen Spaß: Gerade steigen die Fahrgäste am Halteplatz aus, als mir schon wieder ein anderer ins Auto fällt, erleichtert, endlich ein Taxi zu erwischen. Es schneit und ist ungemütlich draußen, dazu eine gut besuchte Dentistenmesse - es rollt ganz gut heute. Der neue Fahrgast setzt sich einfach schon mal vorne rein, als die anderen noch nicht ausgestiegen sind - und diese empören sich sehr kurz und künstlich auf portugiesisch. Geizig sind sie auch - geben keinen Cent Trinkgeld. Tschüß ...
Der Mann neben mir - ist froh, nun im Warmen zu sitzen und nach Hause zu kommen. Stand schon etwas länger dort, aber kein Taxi wäre gekommen oder hätte auf sein Winken angehalten.
Er beginnt, viel zu reden. Einer von denen - die ich nach nichts gefragt habe - und die mich manchmal etwas nerven ob ihrer ungefragten und ungebremsten Erzählungen. Habe aber nach ein paar Jahren ganz gute Instrumente zur Verfügung, mit sowas umzugehen. Brauche auch nichts zu erwidern.
Er habe Glasknochen, deshalb könne er im Winter immer mit dem Taxi fahren. Ja - meine ich - da dürfen Sie nicht fallen. Genau. Bezahlt der Arbeitgeber, hier die Stadt Köln. Fein. Heute morgen habe er 27 Euro bezahlt für die Strecke. Oh, sage ich - da werden wir wohl deutlich drunter bleiben. Ja - heute morgen habe er mit dem Kollegen im Stau gehangen wegen dem Schnee. Is klar .... Lasse mich doch noch auf ein Schwätzchen ein und es gibt sogar was zu lachen. Ich meine dann: Wenn Sie heute morgen soviel bezahlt haben - können Sie mich ja gleich gerne aufstocken, sonst sieht das ja seltsam aus auf den beiden Quittungen für den Tag - wenn ich deutlich drunter bleibe. Macht am Ende 15 Euro - er meint, wir machen 25 draus. Fein, gerne. Gebe ihm noch meine Handy-Nummer mit, "wenn mal was ist". Fahre ihn fast bis vor die Haustür und auf eine schneefreie Fläche zum Aussteigen, rutsche mich da drauf - denke - mein lieber Scholli, Glasknochen. Was für ein "Lebensthema", jeden Tag. War aber nicht unser Thema - ich lache lieber mit den Leuten, statt auf ihre ohnehin permanent vorhandenen Probleme und/oder Krankheiten einzusteigen.
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