... ist doch immer wieder das Gleiche mit uns Menschen: Solange wir unser eigenes, Eingemachtes schön im Keller auf den Regalen stehen haben - scheint die Welt in Ordnung zu sein. Geht es aber ans Eingemachte - beginnt für viele dieser erste, eindrucksvolle Moment, in dem sie mal nachdenken, daß auch ihre eigenen Vorräte plötzlich weg sein könnten. Zwar sind schon seit Jahren gierige Wesen auf dem Planeten unterwegs, die längst einem großen Teil der Menschen alles weggefressen haben und weiter wegfressen wollen - aber der mit dem vollen Keller hatte bisher andere Sorgen und Vorstellungen. Und hielt alle die, die ihre bescheidenen Vorräte an Eingemachten schon lange über´s Amt beziehen oder sich mit sehr viel Arbeit für sehr wenig Ausgleich über Wasser hielten - für Schmarotzer und für einfach zu dumm oder auch noch für faul.
Schön, wenn´s jetzt ganz offensichtlich ans Eingemachte geht - denn die meisten Menschen verstehen nur solche klaren Botschaften. Die meisten von uns begreifen nur etwas, wenn es sie selbst im Mark trifft - also ins Eingemachte.
Zypern ist also gerade Versuchskaninchen. Wäre die Sache locker durchgegangen - wären weitere Dominosteine gefallen. Im Moment scheint es noch Widerstand zu geben. Viva - Zyprioten. Aber letztlich ist auch dieser Widerstand nicht von großem Effekt - auch, wenn der ein oder andere noch ein Gläschen von seinem Eingemachten im Regal behalten wird und dies dann womöglich noch als eine Art Erfolg feiern wird.
Es ist einfach höchste Zeit - an die großräumigen unterirdischen Bunker zu gehen - dorthin, wo wirklich die Vorräte gelagert werden. Unerkannt, nicht der Öffentlichkeit preisgegeben und weitgehend unkontrolliert. An diese Lager mit Eingemachten, von denen soviele problemlos wirklich satt werden könnten. Dorthin, wo soviel steht von dem guten Zeug, daß die, die es horten, es lieber verschimmeln lassen, statt es auch nur mit jemand zu teilen.
Selbst, wenn solche nur die Hälfte ihrer Regale räumen würden - hätten sie noch für mehrere Leben lang mehr als genug zu fressen und zu saufen. Weit mehr, als ein Mensch in einem kurzen Leben braucht.
Ich persönlich denke immer, daß eine solche Gier sehr schmerzlich sein muß in der Seele. Und doch wird uns immer wieder erzählt, erzählen wir uns gegenseitig immer wieder, diese sei menschlich. Und ich gebe zu - die Vorstellung, ich hätte vielleicht ein paar Hunderttausend Euronen und sollte die Hälfte davon abgeben - scheint bitter. Als Privileg empfinde ich - daß ich bereits die beiden Kehrseiten der Medaille kennenlernen durfte in diesem Leben: Erst hatte ich wenig - dann soviel, wie man mit ehrlicher Arbeit nicht erlangen kann oder nur schwerlich bzw. mit Glück und einer genialen Idee - bei mir war´s Glück. Habe mir dieses unverhoffte Glück an Eingemachten ganz gut eingeteilt, immerhin über eineinhalb Jahrzehnte, in denen ich auch immer wieder Experimente mit selbstständiger Arbeit und/oder Lohnarbeit machte - ohne ein anderer Mensch zu werden. Jetzt - habe ich keinerlei Vorräte mehr, seit Jahren schon nicht mehr - und auch dies ist einfach ein Stück Leben.
Beides - war und ist einfach eine Erfahrung und macht nichts Anderes aus mir, als ich bin.
Zugegeben, das Leben gestaltet sich einfacher und mit mehr Möglichkeiten, wenn die Einmachgläser gefüllt sind. Aber jetzt, wo ich keine mehr bevorrate, bin ich dennoch satt und verzichte einfach auf die ein oder andere köstlich-exotische Geschmacks-Variante. Lebe dennoch - und manchmal sogar ganz zufrieden und glücklich.
Manchmal - klingt ein wenig seltsam, aber ist dennoch so - bin ich sogar froh, daß ich keine Einmachgläser verwalten und abstauben muß. Das ich mir keine unnötigen Gedanken darüber zu machen habe - daß das Zeug nicht verkommt. Eigentum braucht Pflege. Und Energie.
Bislang - komme ich immer über die Runden - allzu oft knapp, aber deshlab nicht zwangsläufig schlecht. Neulich bzw. bis in die Jetztzeit - erlebte ich einen Engpaß - der mir nicht gut schmeckte. Es ist zwar ok, keine Vorräte haben, aber für meine Konditionierung ist es komfortabel und fühlt sich gut an, wenn ich wenigstens alle meine Rechnungen begleichen kann - das habe ich immer gerne getan. Manchmal habe ich mit einer Art Hochgenuß meine Überweisungen ausgefüllt und mich bedankt dafür, daß es mir derart möglich ist. Ja - ich begleiche meine Rechnungen gerne. Ist für mich - Energie-Austausch. Zu lernen war in den letzten Jahren - ein teilweise erhöhter und unverhältnismäßiger Energieaufwand dafür. Der für viele Menschen in ein anstrengendes Ungleichgewicht geraten ist.
Ich glaube, nach etwa 50 Jahren für mich beobachtet zu haben, daß ich nicht sonderlich an einem allzu großen Vorrat an Eingemachten interessiert bin. Meine Gier danach hält sich in gesunden Grenzen. Habe auch wieder gelernt, ohne zu leben. Nach oben beschriebenem, eh völlig überraschendem Intermezzo.
Meine Gier - ist eher keine nach abzustaubenden Vorräten, sondern eher eine solche nach Sinneserfahrung. Jeden Tag wieder. Jeden Morgen beginnt das wieder erneut, von selbst, eine Vorfreude auf den Tag, der zu leben geschenkt ist. Ja, sicher - ein paar Vorräte würden das alles einfacher machen, sorgloser im Geiste. Aber im Grunde - fehlt es mir an nichts. Ja, vielleicht wären ein paar Reisen nach langer Zeit wieder mal ganz spannend und lehrreich. Andererseits - bin ich schon sehr erfreut, daß ich umziehen durfte und somit partiell der menschenüberfüllten Kolonie entkommen konnte, in der ich ja immer noch unterwegs bin mit der Limousine.
Nein - Minimalistin bin ich immer noch keine. Oder eine spezielle Sorte dieser Art - die manchmal mit einem gewissen Minimalismus gut zurecht kommt und sich dann aber auch gerne wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, wenigstens kleine Exzesse einzufügen - wie gestern noch, als ich an einem Obst- und Gemüsestand der allerersten Sahne einbremste, um meine Lebensmittel zu erstehen. Kleine, sehr große Freuden wie frischeste Früchte und Gemüse - und dazu den Luxus von köstlichster, selbstgemachter Stachelbeer-Marmelade - Kindheitserinnerung - und einem außerordentlich beeindruckendem Gänse-Ei. Konnte nicht anders - als eines mitzunehmen. Wird auch nicht gegessen, sondern dient der Erinnerung an die Kraft und Magie des Lebens. Erstand auch eine Flasche mit selbstgemachtem Brombeersaft und soff diese in gierigen Zügen aus. Als Kind - hättest Du mich damit jagen können, pfui Deivel. Erstaunlicherweise kommen viele gute und glückliche Kindheitserinnerungen auf solche überraschende Weise heute zu mir zurück - und ich weiß Dinge zu schätzen, die ich als Kind noch nicht schätzen konnte. Oft in Erinnerung an meine Mischpoke - an die Ahnen - die noch was davon verstanden. Ich habe lange gebraucht - um das zu verstehen.
Eine von mir in späteren Jahren sehr geschätzte Tante, die über 90 wurde, sagte einst knallhart - es bräuchte wohl mal wieder einen Krieg, damit die Menschen verstehen würden, wie gut es ihnen ginge. Ich protestieirte auf´s Heftigste und wunderte mich, wie mensch sowas Blödes sagen kann. Glaube - ich habe die Essenz von dem, was sie meinte, ganz gut verstanden inzwischen - sicher war es nicht literal gemeint.
De facto - ist es ja gerade eine Art von Krieg - in Europa noch relativ unblutig - der stattfindet. Ein Verteilungskrieg. Und ich meine - daß dieser im Geiste geführt werden muß, unblutig und mit gesundem Menschenverstand.
Es ist ein Krieg der Werte - und eigentlich ja kaum noch solche als Defintionem. Was nicht zum Schlechten gereichen muß - sondern gerade auch neu gefunden werden kann.
Und eigentlich - ist mir das Wort "Krieg" zutiefst zuwider.
Aber sicher geht es - um ein geistiges Procedere der Gesundwerdung - von allzu viel Irrsinn, den wir Menschen vordergründig in unseren Zellen abgespeichert haben in Äonen.
Um ein Umdenken zu Begriffen wie Eigentum, Arbeit, Leistung ... blablabla.
Eigentum und Arbeit - sind hochgiftig definiert. Liberal - hat mit Freiheit rein gar nichts tun in der heutigen Begrifflichkeit.
Der menschliche Geist - ist zutiefst krank.
Begreift immer noch nicht - daß genug für alle da ist und das wir gemeinsam auch Wohlwollen und Kooperation erschaffen könnten - statt Feindschaft, Kriege und Pfründesicherung. Glaube - daß es weder den Armen noch den Reichen dabei zu ihrem echten und mühelosen Glück gelangt.
Zunächst müßte mal begriffen werden - daß das Eingemachte neu verteilt werden kann zum Nutzen aller - und das das exzessiv-sinnlose Horten nur zu Elend gereicht.
Oder gibt es tatsächlich solche, die sich am Elend erfreuen? Vermutlich - auch das.
Vielleicht - für jeweils kurze Orgasmen.
Für eine Art von kurzfristigem, sadistischem Macht-Exzess.
Aber auf Dauer - verlieren auch die, die sich vielleicht partiell mal ergießen mögen am Leid und Elend der Unterjochten, an Substanz.
Habe noch soviel mehr Eingebungen zu diesem ganzen Irrsinn - und nutzte meinen kleinen, feinen, wunderschönen Eee-PC schon am frühen Morgen, um dies und das dazu zu notieren. Auch inspiriert - von diesem TV-Dreiteiler gerade im Fernsehen, dessen Titel da "Unsere Mütter - unsere Väter" lautet.
"Abgleich mit den Ahnen" - und mit der Jetztzeit.
Die Ahnen - kommen ganz gut dabei weg - weil die Geisteskrankheit der Menschen inzwischen noch um ein Erhebliches gewachsen ist - wie ein Krebsgeschwür - damals gab´s ja auch noch nicht soviel "Krebs".
Zurück zum Anfang - nachdem ich mich mal irgendwo in Eingemachtem verloren habe:
Es ist vielleicht hilfreich - wenn auch die Letzten kapieren, daß sie nicht verschont bleiben werden, wenn diesem System an sich nicht ein Gesünderes folgt.
Auch Du, mein Sohn Brutus .... hat ja schon ein Römer einst gesagt angeblich.
Also - es gilt im Grunde - menschliche Ethik und menschliches Zusammenleben ganz neu zu definieren.
Auf Kinderart - die wissen immer am Besten, was für alle gut ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen