Gestern lauschte ich einem insofern interessanten Radio-Beitrag, in dem es um Prostitution ging - und um die allgemein-vorherrschende Verlogenheit zu diesem umfassenden Thema in der Gesellschaft - als sich die HörerInnen dazu per Telefon äußerten. Viele bemängelten ebenso wie ich die Verlogenheit im Umgang mit diesem Thema in öffentlichen Gesprächrunden. Erbaulich die aufrichtigen männlichen Anrufer, die darauf hinwiesen, daß es schließlich vorwiegend die Männer seien, die sich diverse Formen von Prostitution wünschen und (be)nutzen - und somit auch für die schlechten Bedingungen der Frauen in dem "Job" sorgen .... Es sei also sinnvoll, zuvorderst die männlichen Kunden in diese Debatten miteinzubeziehen - und nicht etwa ständig nur an den Frauen herumzukritteln und über diese so zu sprechen, als sei es nicht auch vorwiegend Angelegenheit der Männer, die durch ihr Verhalten dafür sorgen, daß elende Bedingungen überhand nehmen.
Eine Prostituierte aus Dortmund hatte wohl geklagt - nachdem die Stadt Dortmund den für eine Weile "geordneten" Straßenstrich kurzerhand geschlossen hatte. Dort gab es diese sogenannten "Verrichtungsboxen" mit Notrufknopf für die gewerbetreibenden Damen. Nun - gibt´s keine offiziellen Plätze mehr - und alles ist wieder in den völlig ungesicherten Bereich verdrängt. Diese Dame brachte also gerichtlich vor, daß sie ein Anrecht auf einen "sicheren Arbeitsplatz" hätte - und bekam wohl recht. Wobei ich mal meinen möchte - daß der Job an sich mit Sicherheit nicht viel gemein hat.
Ich denke noch zum Thema der bedarf-schaffenden Freier - ja, und die Ehefrauen von etwa 80 % der Puff- und Straßenstrich-Besucher sind auch nicht zu unterschätzen in ihrer Ignoranz der Tatsachen. Und all das Elend - nur für ein paar wenige Momente scheinbar süßen Vergessens der Welt. Eigentlich - funktioniert Onanieren genauso gut dafür - sag ich. Und braucht erheblich weniger Aufwand. Aber es geht natürlich hier vorwiegend auch um Machtwahn - wie die Frauen im Gewerbe zunehmend berichten, um Verrohung der Praktiken und Wünsche.
Komisch eigentlich - daß Frauen nur selten Sex für Geld kaufen - glaube ich jedenfalls. Ich kam jedenfalls noch nie auf die Idee - und ich käme mir wirklich einfach nur albern und armselig vor, jemanden dafür zu bezahlen. Oder besser - mir jemanden kaufen zu wollen für mögliche Formen von Energieaustausch, die der dann rein mechnaisch und nur des Geldes wegen ausführen würde. Vermutlich noch unter Überwindung von Ekel. Wo soll da bitte der Lustfaktor sein?
Es sei denn, vermutlich, frau ist von Haus aus derart dominant gelagert, daß sie eine Freude an Demütigung empfindet und sich einen Lustsklaven finanziert. Ich persönlich - kann es mir nicht so vorstellen für mich. Außerdem hat man als Frau ja ganz andere Optionen - zumindest in jüngeren Jahren. Da habe ich schon manchmal gesagt - ich würde nie einen Mann bezahlen dafür als Frau. Wenn eine Frau einigermaßen durchschnittlich aussieht - braucht sie schließlich im Grunde nur das Fenster aufmachen und mal eben auf die Straße rufen, wenn sie Bedarf hat - da kommen genug zusammen, die gerne unentgeltlich behilflich sind. Jedenfalls kenne ich das so aus meiner ehemaligen Blütezeit - da habe ich gegebenfalls mal ein paar Signale gesetzt für fünf Minuten - und schon sind sie artig mitgekommen. Bei solchen, mit denen ich auch noch befreundet war - hat eine kurze, direkte Ansprache genügt, wenn mir gerade danach war. Sie waren eigentlich immer gerne behilflich. Könnte mir vorstellen - daß es heute auch noch so ist - wenn auch die Auswahl nicht mehr so groß wäre mit verblassender Attraktivität. Allerdings ist mein Bedarf an solchen Aktionen weitgehend gedeckt - seit Äonen. Es überlebt sich eben - alles.
Aber mal zurück zu der üblichen Variante von Prostitution - Männer, die Frauen bezahlen. Frauen, die sich für Geld von Männern penetrieren und benutzen lassen. Für mich ein Faszinosum. Etwas - was ich phasenweise zu "begreifen" versucht habe - aber es hat nie geklappt.
Vielleicht bin ich da naiv - und stelle mir vor, daß es für jede Schwester auch einen Weg aus dem Elend heraus geben muß. Und was die Männer betrifft - habe ich immer noch viel Verachtung in mir - obwohl ich viele wirklich ganz normale und auch eigentlich harmlose Typen fuhr. Teilweise wirklich nett. Aber ich habe nun mal ganz grundsätzlich etwas gegen alle Formen von Sklaverei und Ausbeutung. Nicht nur, was Prostitution betrifft.
Ich hab´s also nie begriffen - und meine tiefsitzende Verachtung auch nie wirklich lösen können - für solche, die derart armselig für ein paar Kröten andere Menschen demütigen und vice versa. Auch nicht mittels Limousine und derer, die ich zum Puff fuhr oder abholte. Ganz normale, durchaus sympathische Typen - Frauen wie Männer - dabei. Manchmal redeten wir auch sehr offen darüber während der Fahrt.
Ist also keine persönliche Verachtung - aber eine grundsätzliche.
Nicht immer ist ein Puff der Ort für´s Gewerbe - sondern oft auch der Straßenstrich. Oder die elende Wohnwagenschlange im Industriegebiet. Wohnwagen, die durchgerostet sind und fast auseinanderfallen - "hübsch dekoriert" mit handgemalten Schildchen, teils auch schon von der Sonne verblaßt, auf denen steht "Zartharte Ivonne" oder sowas. Zum Piepen. Zwischen den etwa zwei Kilometer schrottreifen Wohnwagen-Arbeitsplätzen je ein PKW-langer Abstand, damit die Klientel direkt vor die Tür fahren kann. Im Winter lief´s vermutlich schon von den Temperaturen her schlechter - aber auch die Parkbuchten waren zugeschneit. Schneeschippen also - gehört dann auch dazu.
Der andere Wohnwagenplatz - eher wie ein Zirkus. Die Tür weit oder halb geöffnet, präsentieren sich scheinbar schöne junge Frauen in einem Hauch von nichts und machen den Vorbeifahrenden Appetit. Manche von denen sehen für mich und meine Wahrnehmung allerdings sehr ausgelaugt aus, da kann auch das noch frische Fleisch nicht drüber hinwegtäuschen, wenn die Seele bzw. der Blick schon leer ist. Ebenso auf dem Straßenstrich der Kolonie - dort, wo es diese "Verrichtungsboxen" gibt. Du kannst mit dem Auto einmal herumfahren und checken, wer sich gerade daneben anbietet - in einer Art "Bushaltestellen-Häuschen" sitzen die Damen mit absurden Highheels und netzgestrumpft oder glitzernd-prall eingeschnürt - bevor einer kommt und in den Bretterverschlag will mit ihnen.
Unter den Damen - gibt es offensichtlich eine Menge Hierarchien. Eine, die im offiziellen Puff anschaffte, meinte mal sowas wie - nein, dies und das, das wäre aber das Letzte für mich. Soso .... So wird auch im Letzten noch ebenso unterteilt - wie dort, wo mehr vorhanden ist, als ein Mensch je braucht.
Viel Elend habe ich gefahren. Verirrte, junge Frauen - die sich von einem blöden Pinsel im Sportwagen oder in einer Protzlimousine völlig sinnlos terrorisieren lassen - ihr Zuhälter eben. Eine sehr sympathische und offenherzige - also tatsächlich, nicht ironisch gemeint - die ich auf den Straßenstrich in einem Waldgebiet fuhr - inwzischen geschlossen - und die sich freute, so gut beschützt zu sein von den Hells Angels. Und die sich darüber beklagte, daß die vielen blöden Nutten aus Osteuropa ihr das Geschäft kaputt machen würden. Diese sehen wir im Vorbeifahren auf einem Parkplatz, wie sie sich auf irgendwelchen Kühlerhauben akrobatisch und absurd herumräkeln. Die blasen für fünf Euro - höre ich. Übrigens - die, die im "Pascha" schafft - nimmt gerade mal schlappe 30 Euro für eine normale Nummer ohne Extras. Und das ist schon wieder ein paar Jahre her. Dazu muß sie Miete an das Etablissement zahlen - hat also schon mal vorab etwa 80 Euro reine Unkosten für eine Art "Arbeitsplatzmiete" hereinzuholen an diesem Vormittag. Mutter von zwei Kinderchen und Ehefrau.
Neulich die südamerikanische Schönheit am frühen Morgen, die ich vom Vorstadtbordell abhole. Sie ruft ihren Geliebten via Handy an - ja, sie sei gleich bei ihm. Der ruft kurz darauf zurück und fragt ungehalten, wo sie denn solange bleibe? Was denn da los sei? Sie entschuldigt und rechtfertigt sich - es würde eben eine Weile dauern, die Fahrt mit dem Taxi von dort zu ihm ... aber sie sei gleich da. Ich frage mich wieder mal - wie sowas wohl funktioniert: Dieser "Job" und eine "normale Beziehung"? Keine Ahnung ..... und diese Beziehung ist ja offensichtlich nicht "normal" - sonst bräuchte die Schönheit sich ja auch nicht zu rechtfertigen für nichts und wieder nichts.
Wenn mir jemand freiwillig etwas erzählt - bin ich gerne aufnahmebereit. Ansonsten - bin ich dezent und halte meine Klappe. Erlaube mir lediglich, ihnen von Herzen alles Gute zu wünschen zum Abschied.
Die beiden Frauen, die wirklich aufrichtig und offen erzählten - waren die beiden stärksten Persönlichkeiten aus dieser Art von Business, die ich bislang traf. Eine wunderschöne, wie man sagt "rassige" Brasilianerin fortgeschrittener Reife, die wenigstens ordentlich Kohle von ihren Kunden kassierte und als Domina im Einsatz war. Mindestens 200 Euro pro Behandlung - und niemals darf einer sie anfassen! Alles auf eigene Kappe und ohne Zuhälter. Die andere - eine afrikanische Göttin mit vollem Busen - die den Job schon seit mehr als zwei Jahrzehnten macht - alles auf eigene Kappe und ohne Zuhälter. Sie bekam einen Anruf von einer jungen Kollegein, die sich bei ihr Geld leihen wollte - um ihren Zuhälter zu beruhigen. Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage. Die afrikanische Göttin ließ sich bei mir aus - wie blöd die seien, diese jungen Dinger. Das könne doch wohl nicht sein, daß die schon wieder Geld brauche für so ein Arschloch. Und wie elend das sei.
Völlig absurd für mich einst eine Fahrt mit einer dünnen Bohnenstange Anfang zwanzig, die auch ihren Schatz antelefonierte in der Limousine - um diesem über ein "perverses Schwein" zu berichten. Der habe es tatsächlich gewagt, sie zu fragen, ob er denn auch mal seinen Finger in ihre rückwärtige Region einführen könne? Ich denke bei mir - na, die wird sich wohl noch wundern im Laufe ihrer Karriere. Fahre sie gerade zu einem vorzugsweise von türkischen Bedürftigen frequentierten Vorstadt-Etablissement im Industriegebiet - gleich neben der türkischen Brotfabrik. Dort hole ich irgendwann auch eine türkische Schönheit mit langem, blondgefärbten Haar ab. Die meint während der Fahrt nur stoisch - der Mensch wäre in der Lage, sich an alles zu gewöhnen. Und verabredet sich mit einer Freundin zu einem Schwimmbadbesuch am Nachmittag - ganz normales Leben eben. Neben dem "Job".
Ein paar fliegengewichtige Roma-Frauen fahre ich. Fliegengewichtig und doch irgendwie so zäh. Wohnwagen-Arbeitsplatz.
Hier und da auch ein paar Transen - ins "Pascha". Manche beladen mit Drogerie-Artikeln - Papiertücher und so Zeugs. Eine ganz süße Thai - die mag ich gerne. Die arbeitet ebenfalls selbstständig und versorgt eine Großfamilie in Thailand auf diese Weise. In guten Monaten macht sie 15.000 - behauptet sie. Ich frage mich - wie anstrengend das wohl ist. Aber so charmant, wie die ist - und so sonnig trotz allem Elend - glaube ich ihr das einfach mal. Zu der würde ich auch immer wieder gehen, wenn ich ein Mann wäre. Die hat noch viel mehr zu bieten, als einfach nur ihren Körper - die ist Seele und Sonne. Oder so ...
Zwei ehemalige Freundinnen aus meinen Anfangs-Zwanzigrn fallen mir noch ein - die einst irgendwann in Zuhälterkreisen verkehrten. Sie fingen an, zu koksen - und das war ja teuer. Ließen sich von diesen Herren verschnupfen - und umsonst gibt´s das ja wohl eher nicht. Einmal ließ ich mich überreden zu einer Nase - mitten in der ohnehin schon längst und aufgrund von jugendlicher Energie durchwachten Nacht, so gegen sechs Uhr morgens, und einfach, weil sie mir alle gehörig auf den Geist gingen - schon längst zugedröhnt mit dem Pulver und es mir unermüdlich und nervig immer wieder offerierend, die ich unermüdlich und völlig uninteressiert "Nein" sagte. Nicht nur zu überflüssigen "Lines" - die ich eh nicht brauchte, um wach zu sein - sondern auch zu diesen Typen - mit denen ich mich da unverhofft am Tisch meiner einstigen Lieblingsfreundin fand - und die ich einfach nur unerträglich dumm und langweilig fand. Weiß der Teufel - was an denen für sie spannend war.
Irgendwann - zog ich mir dann so eine Linie aus reinem Trotz durch die Nase und merkte - nichts weiter. Fand das äußerst langweilig und völlig sinnlos. Alles, was ich merkte, war - daß ich am nächsten Tag noch hellwach war und am Abend dann völlig geschreddert und endlich wieder müde. Und dafür geben die soviel Kohle aus? Komisch komisch ....
Die eine der alten Schulfreundinnen begann seinerzeit so seltsames Zeugs zu reden, wie - das sei doch ein ganz normaler Beruf. Und schließlich könne sie sich ja auch etwas leisten. Sie stand schon immer auf schicke, teure Klamotten - während ich es vorziehe, ggf. in Sack und Asche zu gehen und dafür aber niemandem etwas schuldig zu sein. Ihr war ein schicker Pelz halt irgendwie wichtig. Und irgendwann hatte sie auch so ein Arschloch am Hals - samt dessen Spielschulden - und der schoß ihr auch noch kurzerhand die Bude zusammen mit einer Knarre. Wenig später hat sie sich gefangen - und wurde wieder so bürgerlich, wie sie es zuvor schon war. Ein Jugendabenteuer sozusagen - vor der Heirat und dem Kinderkriegen. Die andere war gewitzter - und hat sich nie für das schnöde Pulver verkauft. Brauchte auch keinen Pelzmantel, sondern sah auch in Sack und Asche göttlich aus - immer nur ein paar Handgriffe zum Aufpeppen - Zwillingssonne eben, wie unsereiner.
Ich gebe gerne zu - daß ich in jungen Jahren auch schon mal hier und da eine Art Parasit mit durchgezogen habe. Für eine kleine Weile. Ein bildschöner Pole, der nur sehr wenig sprach, wohnte eine Weile bei mir. Der kiffte von morgens bis abends - und war eigentlich sehr friedlich und ein sanfter, entspannter Liebhaber. Wir hatten uns auch nichts weiter zu sagen - was ich eine Weile auch ganz angenehm fand. Der wollte nichts von mir und ich nichts von ihm. Der wollte mir nichts beibringen - und ich ihm nichts. Der war - einfach nur schön und geschmeidig wie ein junger Gott. Hatte keine Ansprüche. Dann begleitete ich den mal in eine Spielhölle - und staunte nicht schlecht, wie diesem entspannten, jungen Gott plötzlich die Schweißtropfen auf der Stirn standen und er auf den Geldautomaten einschlug. Kurz darauf meinte ich - er solle sich doch jetzt mal eine neue Bleibe suchen. Bei mir könne er nicht mehr bleiben. Er war einverstanden - und ging leise. Der fällt mir gerade wieder ein - weil das ein Prototyp gewesen wäre - so ich denn verliebt gewesen wäre - der so unterwegs war, daß die Frauen vermutlich gerne seine Schulden bezahlen.
Soweit - zu einem Faszinosum, welches sich mir bis heute nicht erschlossen hat. Prostitution - für mich bleibt das ein Buch mit sieben Siegeln insofern - als das ich nie verstanden habe - wie die Gewerbetreibenden das Elend ertragen, daß sie - zumindest in meiner Vorstellung von Leben - täglich erleben mit denen, die glauben, sie kaufen zu können.
Und daß - obwohl ich ja sehe, daß es auch solche gibt - die es scheinbar ganz gut und kräftig-in-sich zu meistern wissen. Allerdings habe ich hier den Eindruck - daß das die Minderheit der Frauen ist, die sich für sich auf irgendeine Weise ihren Freiraum geschaffen haben - und die ergo auch nur für sich und auf eigene Kappe arbeiten. Für mich - war´s keine Option - obwohl ich auch das als junge Frau immer mal wieder untersucht habe - oder beobachtet eben. Zwillingssonnen-Neugier eben. Das erste Mal habe ich es registriert, als ich vielleicht 15 war - und zwei, drei Mitschülerinnen beobachtete, die nach der Schule immer öfter von ekligen Stänzen (Zuhälter) in ihren Kasper-Karren abgeholt wurden. Eines Nachmittags wurden sie dann von denen - wie eigentlich zu erwarten - vergewaltigt und "zugeritten". Diese Stänze saßen ständig in der Kneipe rum, in der wir alle kräftig Schule schwänzten und uns anderweitig amüsierten. Eines Tages - brachte der Wirt, der mich damals wirklich irgendwie sehr liebte, plötzlich soviele Gläser Kölsch an meinen Tisch, wie nur da drauf paßten. Mit einem schönen Gruß von den ekligen Stänzen. Ich schaute diese nicht mal mit dem Arsch an - und lud laut die ganze Kneipe sofort ein, das Zeugs zu trinken und es sich schmecken zu lassen - ich hätte keinen Schimmer, wie das dahin gekommen sei.
Soweit - zu einem Faszinosum - welches sich mir bis heute nicht erschließt. Vielleicht - wenn ich irgendwann mal wieder neugierig genug bin - suche ich nochmal nach diesem wirklich interessanten Blog einer Prostituierten, die dort aus ihrem Beruf berichtet. Erstaunliches.
Aber eigentlich - bin ich damit insofern durch - als daß es weder früher noch heute jemals ein "ganz normaler Beruf" in meinem Erlebnishorizont ist, den frau mal eben so und seelisch-unberührt ausüben könnte. Auch, wenn mir das immer wieder mal erzählt wurde, hier oder dort, besonders von den Frauen.
Und dazu kommt der "Zeitgeist" - haben die früher mal wenigstens ein einigermaßen ordentliches Schmerzensgeld bekommen - so scheint es heute brutaler denn je abzulaufen und dazu kostet es fast nichts mehr für die Typen - die den "Bedarf steuern". Flatrate zum Beispiel ..... F....cken soviel, wie geht - alles für billige Euronen.
Eigentlich tangiert mich das Thema nur - wenn ich mal wieder mit der Limousine damit in Kontakt komme. Ansonsten habe ich da keine Berührungspunkte - wundere mich nur manchmal, wieviele Menschen eigentlich auf diesem Planeten "aktiv" damit zu tun haben. Und das müssen eine Menge sein. Eine Art Schattenwelt ... die Ähnlichkeit mit der Klientel der "Blöd-Zeitung" hat: Keiner liest die - und niemand nutzt das Gewerbe.
3 Kommentare:
viele der mädels rächen sich damit an der spezies "mann". haben einen knallzorn knallrot in sich über den oder die, die früher die herrschaft über sie hatten, sie geprügelt, gedemütigt, missbraucht haben von kleinkindzeit an....sie verachten sich, lassen die stinkigsten, widerlichsten typen über sie herfallen, über sie herrschen- nur, damit sie`s wieder haben wie daheim, wenn du verstehst...leider kapieren viele bis zu ihrem gewaltsamen tod nichts von diesem mechanismus...
Ehrlich gesagt - verstehe es nicht wirklich. Nur ein kleines bischen. An den ehemaligen Tätern rächen sie sich ja derart auch nicht - sondern erliegen einer üblen Autoaggression. Vermutlich fühlen die sich nach Deiner Darstellung schuldig?
So - wie die vielen mißhandelten Internatskinderchen - die jetzt als Erwachsene ihre Stimme erheben - und die sich auch lange für "schuldig" hielten?
Und ich denke - es gibt eine Menge verschiedener (individueller) Motivationen oder Gründe und Geschichten, wie Frau zu dieser Profession gelangt.
Überflog heute morgen kurz ein paar Sätze in George Batailles "Der heilige Eros" zum Thema Prostitution - und bemerkte, daß der Mann da unbequeme Dinge anspricht. Er behauptet gar - daß es Prostitution gibt,läge auch an einem grundsätzlichen Verhalten von Frauen, sich den Männern anzubieten. Er beschreibt verschiedene Facetten hier - und ich gebe ihm großenteils recht. Das alte Muster - die Männer jagen, die Frauen bieten sich an - und wenn sie keine Prostituierte sind, bieten sie sich erst an (zum Beispiel, indem sie sich "aufpeppen", sich schön machen) - und entziehen sich dann wieder. Der schreibt, daß im Grunde alle Frauen sich anbieten - auch solche, die dann Ehefrau werden. Manche würden sich so auch als eine Art Haushaltshilfe anbieten ....
Ich muß ihm da in Teilen zustimmen - wenn ich mir so ansehe, was Frauen alles in Kauf nehmen - nur für einen Mann. Und was Frauen so alles an (oft völlig unentgeltlichen und nicht mal wertgeschätzten) Dienstleistungen erbringen. Auch - heute noch.
Weites Feld. Und ich selbst lebe ja auch nicht grundlos allein - bzw. ohne Mann. Dieses Anbieten liegt mir einfach nicht - wie ich nach ein paar intensiven und teils verrückten Erfahrungen in der ehemaligen Jugend feststellen durfte.
Kürzer und in meinen Worten: Denke, daß viele Frauen den Mann immer noch zum Mittelpunkt ihres Daseins machen und ihre eigenen Interessen viel eher an Beziehung und/oder Anerkennung festmachen - auch, wenn sie de facto gar keine solche bekommen.
Muß völlig unvollständig bleiben ... wie gesagt, ein weites Feld. Mit vielen Facetten. Liebe Grüße, Sati
....na, nur mal gucken, wie irre hoch der Anteil an ungewollten und missbrauchten Menschen im Rotlichtmilieu ist...
Was Du in Deinen Worten sagst, den Herrn zum Mittelpunkt des Weibchenlebens machen und dass es weiter häufig so ist, dem stimme ich zu...Dir auch liebe Grüße über die weiten Felder...
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