Montag, 25. März 2013

Prädestination und verdächtige Abholadresse ....

.... auf dem Display steht nach etwa 45 Warteminuten "Friseur" und ich denke - das wird nichts. Jedenfalls nicht der täglich erhoffte, unerwartete Glücksfall. Oder eben doch, schaun wir mal. Die Erfahrung aber deutet auf etwas Anderes hin - nämlich auf meine "spezial-spezielle Lieblingsklientel": Zickige, sauertöpfische alte Damen. Volltreffer! Aber noch weit spezieller, als ohnehin schon mit lange gewachsener Lederhaut erwartet. Diese hier ist von der Sorte, die der liebe Gott eigens dafür erschaffen zu haben scheint, die Umwelt und somit die Mitmenschen gnadenlos zu terrorisieren. Um dabei - nichts, aber auch rein gar nichts - zu merken. Donnerwetter! So dumpf und stumpf muß mensch erst mal sein. Fast hätte ich jetzt noch geschruben "Hut ab!" - also für die Schöpfung, die sowas kreiert.
Ich stelle also die Limousine schön sichtbar vor der Tür des Salons ab und erblicke auch schon die Terroristin - die sich nicht einen Millimeter rührt oder Anzeichen von sich gibt, zu mir zu kommen. Fluche kurz lachend vor mich hin - gerade nachdem ich sehr laut ein wenig Paló (den Göttern!) auf CD gelauscht habe in der Limousine - und gehe ganz laaaaangsam  in den Salon. Der Fresen sitzt mit Pelzmantel und Gehstock ganz alleine im großen Frisiersaal und meint - die Friseuse wäre gerade unterwegs, um Geld zu wechseln. Aha - sage ich - gut, dann warte ich eben - und gehe wieder raus. Werfe nach angemessener Zeit - 10 Minuten nach Auftragserhalt - das Taxameter an. Nichts passiert. Gehe nochmal rein und frage - ob die Chefin vielleicht das Geld in Afrika wechselt? Wie bitte? Naja - es dauert halt. Ob sie schon mal einsteigen möchte, damit wir gleich zügig losfahren können? Nein. Ok. Ich solle doch wieder fahren. Ich sage - oh nein, das werde ich jetzt sicher nicht tun. Und: Die Uhr läuft bereits. "Wie? Sie haben die Uhr angemacht?!!!" - "Ja sicher", sage ich, halb lachend - und weiß wieder, was ich gelernt habe in den Jahren - "schließlich ist das hier meine Arbeitszeit, die ich mit Warten auf Sie verbringe." Wieder jemand, der unsereiner für Kreti und Pleti hält. Für bestellbar und abbestellbar - ohne jegliche Verbindlichkeit. Gestern fuhr ich zweimal los von einem Halteplatz zu Aufträgen - um kurz vorm Ziel auf dem Display "Rückruf - Fehlfahrt vermerkt" als Meldung zu bekommen .... beim dritten Mal traf ich auf einen lebenden, ernsthaft transportinteressierten Menschen.
Irgendwann erscheint die Friseurmeisterin wieder in ihrem eigenen Laden - den sie inzwischen mutterseelenallein und bequem ausraubbar gelassen hatte wegen dieser für Tyrannei ihrer Mitmenschen Prädestinierten. Mit einem Fünfhunderter in der Hand - mit 500 Euro geht die saure Huddel zum Friseur. Vielleicht denkt sie sich - denen zeig´s aber mal mit meiner Kohle? Die scheiß ich jetzt mal richtig zu damit .... und dann gebe ich kein Trinkgeld. Hahaha .... Die Salonbesitzerin ist sichtlich aufgelöst - sie war gegenüber im Reisebüro und da haben die tatsächlich noch versucht, ihr behilflich zu sein - aber beim Abzählen allen Geldes in der Kasse ist es dann doch noch gescheitert. Der Blick zu mir sagt alles .... Ja, Frau Dings, ich kann es jetzt nur noch mal da und da versuchen. Ich lache und meine "Wat? Einen Fünfhunderter??? Den wechselt eh keiner .....". Na, immerhin sind wir ja in einem noblen Viertel - die Dame, die ihren Laden nun schon für etwa eine halbe Stunde mutterseelenallein bzw. nur mit einem giftigen, alten Fresen als Wachhund zurückgelassen hat - hat doch noch unverhofften Erfolg in der Geschäfts-Nachbarschaft.
Fein - dann komme ich endlich auch hier weg. Wir lächeln uns nochmal an und wünschen uns explizit und wohl wissend, warum - gegenseitig noch einen sehr schönen Tag und teilen uns das Geleit dieser grantigen Bittervettel zum Auto. Zwei Arme bekommt sie noch gereicht, den meinen schüttelt sie fast schon verächtlich wieder von sich, als sie sich zum Hinsetzen selbst behilft.
Der erste Blick aufs Taxameter. "Waaaaaaaaassss? 7 Euro ???????" Ja genau. Meine Arbeitszeit. Ich vernehme ein angewidertes "Pööhhh .....". Sie glaube doch wohl nicht im Ernst, daß sie meine Arbeitszeit umsonst in Anspruch nehmen könne - rein rhetorische Floskel. Noch ein kurzes Aufmucken, als ich ordnungsgemäß noch ein Minimalbogen fahre - nämlich mit der Einbahnstraße. Ich denke ja nicht im Traum dran, wegen diesem bissigen und geizigen Geschöpf auch noch rückwärts zu setzen. Ihr Fahrziel - ist ein alteingesessenes und durchaus empfehlenswertes Café, etwa 400 Meter weiter. Was ich denn da immer tippen würde? Das sei mein Arbeitsgerät. Punkt. Nochmal Aufregung über den Preis auf der Uhr. Ich tippe noch mal kurz und sage - einen Moment - hier kann ich Ihnen genau dokumentieren, daß ich inzwischen bereits 25 Minuten meiner Arbeitszeit für Sie aufgewendet habe.
Ob ich sie an der Seite vom Café rauslassen soll, um weitere Kosten zu sparen? - das ist die kürzere Strecke für Geizige, die an Freude sparen, obwohl sie die Taschen mehr als voll haben mit Kohle und fast nicht mehr laufen können. Nein - sie will direkt vor die Tür gefahren werden. Dafür muß ich de facto einen großen Bogen fahren und bin gerade dabei, anzusetzen, als Protest erschallt. "Wo fahren Sie denn hin !!!" Jetzt reichts aber. Ich gehe in die Bremsen - auf einer dreispurigen Haupt-Trasse - nur noch ungeduldig, dieses giftsprühende Restfleisch-Absurdum loszuwerden - setze kurz zurück und nehme den Abbieger. Die - wird von mir keinen Arm und nichts mehr bekommen. Isch habe fertisch. Ehrlich gesagt - denke ich noch - kein Schaden für die Welt, wenn der Fresen auf dem Weg zum Café zusammenklappt! Dieser Fresen - hat mich Sicherheit schon seit Äonen die Menschen wie Dreck behandelt - und die Menschen sind immer noch so doof, derartige Scheiß-Spiele mitzuspielen - für ein bischen Papiergeld.
Es kommt laut und schlicht aus mir raus "Sie sind aber wirklich ein sehr schwieriger Fall von Mensch!" Wieso das denn - sie hat keine Ahnung. Am Ende dieser langen, halben Stunde ergibt sich ein Fahr- bzw. Wartepreis von exakt 9.25 Euro (ich bekomme nun 47 % davon, abzüglich horrender Sozialabgaben, und ich habe damit immer noch sehr gute und faire Konditionen angetroffen, besser, als weithin üblich im Geschäft - zuzüglich Lebenserfahrung, die eh niemand bezahlen kann ....) - über die sich dieses Giftbündel noch zu mokieren wünscht - aber sie findet kein Gegenüber dafür in mir. Das Wechselgeld halte ich gerne bereit - von solchem Abschaum nehme ich eh nichts. Sie mißtraut noch der korrekten Herausgabe, zählt nochmal ab - und wurschtelt dann noch spezial-extralang an ihrem Handtäschlein herum - kriegt´s nicht zu und flucht über den Scheiß-Tag heute. Ich glaube nicht, daß sie damit den Scheitag meint, den sie den Anderen bereiten wollte.
Ich freue mich - daß ich mit solcher Spezies inzwischen durchaus gnadenlos zurechtkomme. Völlig ohne ehemalige Konditionierung - die ja immer noch soviele Mitmenschen auf ihr böses Spiel hereinfallen läßt.
Kotze ist einfach Kotze - und Kotze will keiner auf Dauer haben.
Denke noch - die armen Schweine im Café - die sich vermutlich von diesem Vollblut-Kotzbrocken terrorisieren lassen - die regelmäßig wiederkommt und es genießt, ihre Bosheit in wohlgesetzen Dosen zu verbreiten.
Zum Glück - gehört diese Spezies inzwischen zu einer Art aussterbenden Sorte. Mensch trifft sie nicht mehr so oft, wie noch vor Jahren.
Der absolute Kontrast und ein Stück Himmel heute morgen - ein altes Ehepaar - er Engländer, sie ein "kölsches Mädchen", beide etwa so alt wie dieser Haufen Kotze - und eine Fröhlichkeit und Lebenslust versprühend - wie es nur sehr wenige Menschen überhaupt vermögen. Die kriegen aber einen Extra-Post. Dieser hier - handelte ja von einem bittersauren Dauer-Kotzbrocken. Und der Prädestination dazu - den Mitmenschen den Tag und am besten gleich das Leben vergällen zu wollen.
Ist doch immer schön, wenn es erfolglos bleibt.

Apropos Kotze - lauschte gestern  diesem interessanten wie erhellendem Radio-Feature, in dem es um ehemals sogenannte "Verding-Kinder" in der so sauberen Schweiz ging - die von solchen Kotzhaufen "großgezogen" bzw. jahrelang gequält wurden. Immer wieder ersrtaunlich für mich - wie solche Menschen, die selbst keine Freude am Leben zu haben scheinen, es schaffen, ihren eigenen Hass auf die ganze Umgebung abzustrahlen und den andren auch keine Freude zu gönnen. Nicht einmal harmlosen Kindern. 
Als ich gerade lauschte - fuhr ich wieder ein uraltes Ehepaar, die habe ich schön öfter transportiert - und sie sagte: Ach, können Sie das nicht abstellen - das ist doch alles so traurig. Er lachte kurz. Und ich stellte gerne kurz ab - für diese beiden, die auch eine Freude für sich sind.

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